Lisa Vittozzi mit fulminanter Schlussrunde zum Massenstartsieg in Oslo

Nach einem Fehler im ersten Liegendschießen war die Italienerin Lisa Vittozzi heute Nachmittag im 12,5 km Massenstart der Frauen am Holmenkollen in Oslo zunächst mit 34 Sekunden Rückstand auf Rang 16 zurückgefallen. Über drei fehlerfreie Schießeinlagen kämpfte sie sich zurück in die Führungsgruppe und ging kurz hinter der Führenden Hanna Öberg aus Schweden auf die letzte Runde. Die Olympiasiegerin in der Verfolgung zauberte dann eine fulminante letzte Runde in den Schnee, zog am letzten Anstieg an der Schwedin vorbei und stob davon zum ihrem ersten Massenstartsieg im Weltcup in 34:58,9.

„Nicht sicher, ob ich starten soll“

Vittozzi gestand ein, dass sie heute fast gar nicht gestartet wäre, ganz zu schweigen davon, auf der letzten Runde noch eine Sieg zu erkämpfen. „Ich weiß nicht. Ich war heute gar nicht sicher, ob ich starten soll, weil ich Bauchschmerzen hatte. Jetzt bin ich froh, dass ich heute gestartet bin. Ich habe mich auf der letzten Runde gut gefühlt und versucht, alles zu geben. Ich freue mich über den Sieg. Es ist schön, die Saison so beenden zu können. Ich bin wirklich überglücklich!“

Hanna wurde nach einem einzigen Fehler im letzten Stehendschießen mit 4,2 Sekunden Rückstand Zweite. Mit dem zweiten Platz konnte sie sich in der Weltcup-Gesamtwertung auf Platz zwei hinter Siegerin Lou Jeanmonnot verbessern, für sie eine Bestleistung. Dritte wurde die Tschechin Tereza Vobornikova, auch sie mit einem Fehler und mit 17,2 Sekunden Rückstand. Sie bestätigte damit ihre persönliche Bestleistung bei den Olympischen Winterspielen, wo sie vor vier Wochen im Massenstart Bronze gewonnen hatte.

Platz vier ging an Hannas Schwester Elvira, die im letzten Stehendschießen zweimal gepatzt hatte und mit 21,8 Sekunden Rückstand ins Ziel kam. Die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold bestätigte auf Platz 5 erneut ihr bestes Saisonergebnis, auch sie mit zwei Fehlern und mit 24,7 Sekunden Rückstand.

Kristallkugel im Massenstart zum zweiten Mal an Simon

Die französische Olympiasiegerin im 15 km Einzel Julia Simon wurde mit drei Fehlern und 26,8 Sekunden Rückstand Sechste. Dieser sechste Platz brachte ihr genügend Punkte ein, um mit 285 Punkten vor Vittozzi mit 186 zum zweiten Mal in ihrer Karriere die Massenstartwertung im Weltcup zu gewinnen. Dank Simons Disziplinsieg gehen nun in dieser Saison alle Kristallkugeln bei den Frauen nach Frankreich.

Hanna Öberg und Julia Simon früh in Führung

Der letzte Tag der Saison startete bei bewölktem Himmel, 5 °C und mäßigem Wind am Schießstand. Simon und Hanna Öberg lieferten ein rasant schnelles erstes Liegendschießen ab und führten das Feld vom Stadion weg an. Das Führungsduo wiederholte die fehlerfreie Schnellfeuereinlage auch im zweiten Liegendschießen, gefolgt von Lena Häcki-Groß auf Rang drei mit 8 Sekunden Rückstand, dahinter Elvira.

'Bis zum ersten Stehendschießen hatte Elvira zu ihrer Schwester und Simon aufgeschlossen. Hanna schoss erneut schnell und sicher, Elvira tat es ihr gleich und schob sich vor auf Rang zwei. Simon fiel mit zwei Fehlern zurück, was Vobornikova nutzte, um sich mit 11 Sekunden Rückstand auf Rang vier vorzuschieben.

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Vittozzis bravouröse letzte Runde

Im letzten Stehendschießen verschoss Hanna einmal, Elvira gleich zweimal, doch Hanna blieb in Führung. Vittozzi, die nach dem Fehler im ersten Liegendschießen aufgeholt hatte, traf und schob sich auf Rang zwei mit 8 Sekunden Rückstand, hinter ihr Vobornikova mit 10 weiteren Sekunden Rückstand.

Die Schwedin und die Italienerin duellierten sich auf der Runde. Vittozzi griff am letzten Anstieg an, Hanna konterte. Erst mit einer kraftvollen letzten Attacke hinter dem Schießstand konnte sich Vittozzi durchsetzen und zog davon zum Sieg.

Fotos: IBU/Nordnes, Yevenko, Nordic Focus

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