Samuelsson und Vittozzi holen Gold im Sprint

Beim Sprintrennen der Männer über 7,5 km blieb der Schwede Sebastian Samuelsson liegend tadellos und flog nach einem Schießfehler im Stehendanschlag förmlich über die Schlussrunde. Sein Lohn in der Chiemgau Arena: WM-Gold in 18:38,1 Minuten. Damit lag er letztlich 8,3 Sekunden vor seinem Landsmann Peppe Femling. Nach Silber und Bronze beim gestrigen Supersprint sicherten sich die schwedischen Männer nun sogar den Doppelsieg. Im letzten Wettkampf des Tages holte die Italienerin Lisa Vittozzi in 16:21,4 Minuten Gold im Sprint der Frauen über 6 km. Nach dem Stehendanschlag lag sie noch 11,3 Sekunden zurück, lief dann allerdings eine bemerkenswerte Schlussrunde und noch ganz nach oben aufs Treppchen.

Freude über die Leistung

Samuelsson war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, vor allem, da der Wind in Ruhpolding etwas stärker als gewohnt auffrischte. „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, das war ein gutes Rennen. Nach den nationalen Meisterschaften ist das meine zweite Wettkampfwoche in Folge. Auf der Strecke und am Schießstand habe ich mich gut gefühlt. Heute war es etwas windiger als sonst und ich musste mich beim Anschießen sehr konzentrieren, um die Windfähnchen richtig zu lesen. Die Bedingungen waren fair, wenngleich schwieriger als üblich.“

Doppelsieg für schwedische Männer Obwohl für den gesamten Nachmittag Regen angekündigt war, ließen die Tropfen auf sich warten. Dennoch war es in der Chiemgau Arena bei den beiden Sprintrennen der Elite kühl und bewölkt.

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Silber sicherte sich Femling nach ebenfalls einem Schießfehler mit 8,3 Sekunden Rückstand. Der 22-jährige Schweizer Niklas Hartweg gewann nach einem Fehler 27,2 Sekunden hinter dem neuen Weltmeister Bronze.

Femling aufs Schießen fokussiert

Peppe Femling war mit seinem zweiten Podium innerhalb von zwei Tagen mehr als zufrieden. „Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Letzte Woche bei den schwedischen Meisterschaften kam ich auf Rang drei und vier. Daher hätte ich nicht gedacht, dass ich hier so performen kann. Am Schießstand lief es richtig gut. Ein ordentliches Schießen war für mich das Wichtigste. Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg. Die Motivation ist groß und ich freue mich auf die neue Saison.“

Erstes Podium bei den Männern für Hartweg

Der als Zweiter ins Rennen gegangene Samuelsson blieb nach seinem tadellosen Liegendschießen 0,8 Sekunden hinter Landsmann Martin Ponsiluoma. Im Stehendanschlag leistete sich dieser allerdings vier Fehlversuche und fiel weit zurück, während der spätere Sieger seine Aufgabe konzentriert löste. Mit Johannes Kühn und Roman Rees mischten anfangs auch zwei DSV-Athleten vorne mit, wurden durch ihre Strafrunden dann allerdings etwas ausgebremst. Femling, der etwa zur Mitte des Rennens auf die Strecke ging, zeigte sich liegend ebenfalls in guter Verfassung, hatte allerdings einen Rückstand von 8,2 Sekunden. Diesen verkürzte er nach Samuelssons Fehler im Stehen auf 3 Sekunden und verteidigte seinen zweiten Rang auf der Schlussrunde. Hartweg lag nach dem Stehendanschlag 14 Sekunden zurück und konnte trotz nachlassender Kräfte seinen Podestplatz – sein erster bei den Männern – bis zum Ende behaupten.

Michal Krcmar (Tschechische Republik) wurde nach einem Fehler mit 28,7 Sekunden Rückstand Vierter. 30,4 Sekunden hinter dem Sieger kam DSV-Athlet Lukas Fratzscher mit zwei Strafrunden auf Rang fünf. Sechster wurde mit 32,5 Sekunden Rückstand und ebenfalls zwei Strafrunden sein Teamkollege Kühn.

Vittozzi vor Davidova bei den Frauen

Lisa Vittozzi sicherte sich im Sprintrennen der Frauen die Goldmedaille. Hinter der Italienerin, die sich einen Schießfehler leistete, landete mit 2,4 Sekunden Rückstand die fehlerfreie Marketa Davidova (Tschechien). Bronze ging zeitgleich an die Slowakin Paulina Fialkova und die Schweizerin Lena Häcki-Groß. Beide trafen alle zehn Scheiben und hatten einen Rückstand von 23,9 Sekunden.

Vittozzi mit tollem Fight auf der Schlussrunde

Vittozzi feierte ihre beste Platzierung seit zwei Jahren. Im Ziel strahlte sie über beide Wangen und sagte: „Ich bin superhappy. Endlich ist mir ein gutes Rennen gelungen. Das Selbstvertrauen ist da. Für den Moment bin ich zufrieden, doch ich werde weiter Gas geben.“ Zu ihrer Schlussrunde meinte sie: „Das hat sich gut angefühlt, weil ich gut drauf war. Ich habe versucht, die ganze Zeit zu fighten und das hat sich ausgezahlt.“

Aufs Schießen fokussiert

Die Zweitplatzierte Davidova war mit ihrer Leistung alles andere als enttäuscht: „Auf der Strecke habe ich mich gut gefühlt, doch mit meinem Schießen bin ich besonders zufrieden. Das war mein Hauptaugenmerk.“

Vittozzi mit toller Schlussrunde

Die fehlerfreie Davidova kontrollierte den Wettkampf lange Zeit und hatte nach dem Stehendanschlag 11,3 Sekunden Vorsprung auf Vittozzi. Auf dem letzten Kilometer wendete sich allerdings das Blatt. Denn Vittozzi legte eine phänomenale Schlussrunde hin. Bei der 5-km-Marke lag sie nur noch 0,6 Sekunden hinter der Tschechin und schnappte ihrer Kontrahentin den Sieg auf der Zielgerade noch weg. Die letzten 2,5 km lief die Italienerin 13,7 Sekunden schneller als Davidova. Fialkova und Häcki-Groß gingen mit den Startnummern 19 bzw. 15 ins Rennen. Am Schießstand waren sie nahezu gleichauf, wobei die Schweizerin nach dem Stehendanschlag knappe 2,2 Sekunden hinter ihrer Rivalin lag. Bis Kilometer 5,0 baute die Slowakin ihren Vorsprung auf 4 Sekunden aus, doch Häcki-Groß nahm in der langen Abfahrt vor dem Ziel noch einmal richtig Schwung auf und war am Ende zeitgleich mit Fialkova.

Elvira Öberg (Schweden) leistete sich zwei Fehler und kam mit 39,6 Sekunden Rückstand auf Rang fünf. Denise Herrmann, ebenfalls zwei Schießfehler, wurde 39,9 Sekunden hinter der Siegerin Sechste.

Die IBU-Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften enden am Sonntag mit den Verfolgungsrennen der Juniorinnen und Junioren sowie den Massenstarts der Elite. Die Elite-Rennen sind ab 13 Uhr (Frauen) bzw. 15:05 Uhr (Männer) im Livestream zu sehen.

Fotos: IBU / Christian Manzoni

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