Vorschau: Wer glänzt in der gemischten Staffel?

In weniger als 24 Stunden beginnen die Biathlonwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2022 mit der gemischten Staffel, so wie in anderen Jahren auch die IBU Weltmeisterschaften.

Eröffnungsfeier

Bevor die zwanzig Teams sich auf die Jagd nach der ersten Medaille in Zhangjiakou machen, wurden die Winterspiele im Nationalstadion in Peking offiziell eröffnet. Die Biathleten, die für die gemischte Staffel aufgestellt sind, blieben der Eröffnungsfeier fern, einige ihrer Mannschaftskameradinnen und -kameraden nahmen jedoch teil. Beim Einlauf der Nationen in Peking waren unter anderem Jules Burnotte aus Kanada, Chloe Chevalier und Eric Perrot aus Frankreich und Deedra Irwin aus den USA dabei, die sich diese einmalige Erfahrung nicht entgehen lassen wollten.

„Zwölf Athleten – sechs Männer und sechs Frauen – beenden Tag eins mit einer Medaille“

Die gemischte Staffel als Auftaktrennen ist für alle Athletinnen und Athleten eine gute Gelegenheit, die Bedingungen und die eigene Form zu testen, bevor die Einzelwettbewerbe anstehen. Gleichzeitig nimmt sie für ein Dutzend Starterinnen und Starter auch schon den „Medaillendruck“ raus, so Chad Salmela von NBC Anfang der Woche. „Erstes Edelmetall. Das nimmt für die Mannschaften, die an diesem ersten Tag Medaillen holen, schon mal viel Druck raus, weil zwölf Menschen – sechs Männer und sechs Frauen – schon Tag eins mit einer Medaille beenden.... Bei den Nationen, deren Favoriten schon an dem Tag Edelmetall holen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie weitere Medaillen gewinnen, weil sie den Erwartungsdruck abschütteln können.“

Fillon Maillet hofft auf Gold

Die großen Medaillenfavoriten sind Frankreich und Norwegen, die bei den letzten Spielen Gold und Silber gewannen, und auch Italien hofft auf die dritte Bronzemedaille in Folge. Für Frankreich geht mit Anais Chevalier-Bouchet, Julia Simon, Emilien Jacquelin und Quentin Fillon Maillet eine komplett neue Staffel an den Start. Fillon Maillet sieht gute Chancen auf Gold für sein Team. „Ich bin gut in Form und das Schießen passt auch. Ich muss das im Rennen nur auch abrufen ... Es ist gut, mit der Staffel einzusteigen, weil es nur eine kurze Strecke ist und man sein Tempo auf der Strecke finden und sich mit den harten Bedingungen am Schießstand vertraut machen kann. Ich glaube, man darf von Frankreich Gold erwarten. Das wird ein toller Kampf, weil man da die besten zwei Frauen und die besten zwei Männer (in den Teams) hat. Ein tolles Rennen für die Zuschauer und auch für die, die es laufen.“

Drei Rückkehrer in Norwegens „Hammerteam“

Für Norwegen sind allerdings Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Roeiseland und Johannes Thinges Bö von der Silberstaffel 2018 dabei, während der nicht mehr aktive Emil Hegle Svendsen durch Tarjei Bö ersetzt wird, auch das eine imposante Besetzung. Eckhoff erklärte, dass die Kälte eine Herausforderung sein dürfte, dass sie aber beste Chancen für das norwegische Quartett sehe. „Ich bin jetzt ein paar Tage hier und hatte Gelegenheit, die Wettkampfbedingungen hier zu testen. Ich habe eine ganze Reihe guter Entscheidungen getroffen und freue mich darauf, in der Staffel mit diesen Leuten anzutreten. Es ist ein Hammerteam.“

Für Italien steht die gesamte Medaillen-Staffel aus Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Windisch wieder parat, Windisch wird morgen aber durch Thomas Bormolini ersetzt. Angesichts Vittozzis derzeitiger Probleme am Schießstand und Hofers Verletzungspech im Herbst ist der Podestplatz allerdings alles andere als sicher.

Schwedens Öberg-Schwestern

Jenseits der drei Medaillengewinner von 2018 haben Schweden, ROC und Belarus die besten Podestchancen. Schweden ist mit den Öberg-Schwestern, Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson als erstes Team angereist, was sie als Vorteil gegenüber den Rivalen ansehen. Hanna dazu: „Es ist gut, dass wir seit einer Woche hier sind und uns schon in mehreren Einheiten mit dem Wind auseinandersetzen konnten. Wir haben uns langsam daran gewöhnt.“

Ihre Schwester Elvira freut sich auf ihren Auftritt in der gemischten Staffel. „Das ist mein erstes Rennen bei den Olympischen Spielen, ich freue mich riesig darauf. Ich glaube, das Rennen wird richtig Spaß machen. Wir wissen, dass wir ein tolles Team haben.“

ROC und Belarus.

Für ROC gehen Uliana Nigmatullina, Kristina Reztsova, Alexander Loginov und Eduard Latypov ins Rennen. Reztsova und Latypov haben in dieser Saison schon auf dem Podest gestanden, Loginov gewann gar den Sprint in Oberhof. Ihre Achillesferse könnte sein, dass Latypov in Oberhof und Ruhpolding wegen einer Corona-Infektion aussetzen musste. Belarus hat drei starke Starter aufgestellt: Neben der Weltcup-Zweitplatzierten Dzinara Alimbekava und Hanna Sola, die den Sprint von Hochfilzen gewann, tritt noch Anton Smolski an, der in diesem Winter auch schon dreimal auf dem Podest gestanden hat. Der zweite Mann in der Staffel ist Nikita Labastau.

Es wimmelt in diesem Rennen nur so vor starken Staffeln. Die Medaillen gehen am Ende wohl nicht unbedingt an die talentiertesten Staffeln, sondern an die, die mit der Aufregung und den windigen Bedingungen am Schießstand am besten zurechtkommen.

Fotos: IBU/Christian Manzoni

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