Olympischer Tag: Familientraditionen und wahr gewordene Träume
Für viele Athleten sind die Olympischen Spiele der Höhepunkt ihrer Karriere. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen sie im täglichen Training an ihre Grenzen, opfern Familienfeiern, Partynächte und Süßigkeiten. Der olympische Traum inspiriert auch viele Biathleten. Am Olympischen Tag sprachen wir mit Simon Eder, Martin Ponsiluoma und Maren Kirkeeide über ihre Träume, Gefühle und olympische Momente.
Simon Eder – Familientradition Olympia
Simon Eder war bereits als Kind von den Olympischen Spielen fasziniert. Sein Vater, Alfred Eder, trat sechs Mal bei Olympia an und sein Sohn trat in seine Fußstapfen.
„Ich erinnere mich an den zehnten Platz meines Vaters im Einzel in Lillehammer. Ich war damals elf. Während eines Turniers in Salzburg riefen mich die Trainer hinüber zum Fernseher. Ich war aber auch fasziniert von Hermann Maiers Sturz und Comeback in Nagano 1998. Ich bin mitten in der Nacht aufgestanden, um mir die Wettkämpfe anzusehen.“
Simon hat nun selbst fünf Olympiamedaillen in seiner Sammlung. Er nahm von 2010 bis 2026 an jeder Großveranstaltung teil. Von den Spielen in Vancouver (2010) und Sotschi (2014) kehrte er mit Silber zurück und wurde so erfolgreicher als sein Vater. Doch mit sechs Teilnahmen an den Olympischen Winterspielen zählt Alfred Eder weiterhin zu den erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten.
Maren Kirkeeide – Olympische Motivation im Training
Maren Kirkeeide gab bei den Winterspielen 2026 in Antholz ihr olympisches Debüt. Der 23-jährigen Norwegerin gelang gleich eine Sensation: Im Sprint sicherte sie sich dank einer spektakulären Schlussrunde die Goldmedaille. „Die Trainer haben mich angetrieben. Das hat mir zusätzlich Kraft verliehen und mich quasi über die Ziellinie getragen. Man weiß nie, wie schnell die anderen unterwegs sind. Also habe ich einfach alles gegeben. Ich wäre auch mit Silber zufrieden gewesen. Aber Gold ist einfach unfassbar!“
Kirkeeide schaute die Olympischen Spiele als Kind im Fernsehen und ließ sich davon inspirieren. „Die Olympischen Spiele bedeuten lustige und spannende Wettkämpfe. Jahrelang war es mein Ziel, einmal dabei zu sein. Das hat mich motiviert, noch härter zu trainieren.“ Und das hat sich ausgezahlt. Neben Gold im Sprint sicherte sie sich Silber in der Verfolgung und Bronze mit ihren Teamkolleginnen in der Staffel.
Martin Ponsiluoma – Gold beim dritten Versuch
Martin Ponsiluoma wird nie den Jubel der Biathlonfans im Antholzer Stadion vergessen, als er die Ziellinie überquerte. In der olympischen Verfolgung in Antholz 2026 blieb er beim letzten Schießen fehlerfrei und ging als erster auf die Schlussrunde. Doch erst im Ziel konnte er seinen Triumph genießen. Nachdem er bereits 2018 und 2022 angetreten war und vor vier Jahren im Massenstart in Peking Gold um wenige Sekunden verpasst hatte, darf er sich nun endlich Olympiasieger nennen.
„Seit ich ein kleiner Junge war, wollte ich das Ergebnis meines Vaters bei Olympia toppen. Er hat Bronze im Langlauf gewonnen bei den Spielen in Albertville. Das war also sehr lange mein Ziel. Ich habe nicht ständig darüber nachgedacht, hatte es aber immer im Hinterkopf.“ Nun besitzt Ponsiluoma den kompletten Medaillensatz – Bronze kam in der Staffel in Antholz dazu – und hat den familieninternen Kampf für sich entschieden.
Die Olympischen Spiele werden immer etwas Besonderes sein. Sie motivieren die Athleten und machen Sportler zu Stars. Auch die Winterspiele in Antholz werden viele junge Athleten inspiriert haben – darunter bestimmt auch zukünftige Olympiasieger.
Fotos: IBU Archiv