Norwegen mit souveränem Sieg in der Single-Mixed-Staffel

Sturla Holm Laegreid und Marte Olsbu Roeiseland holten sich zum Abschluss der Wettkämpfe in Otepää in 34:12,8 Minuten Gold in der Single-Mixed-Staffel. Das norwegische Duo schoss nahezu in Perfektion und musste allein im zweiten Schießen einmal nachladen. Rang zwei ging an die Schweden Sebastian Samuelsson und Hanna Oeberg, die insgesamt vier Patronen nachladen mussten und am Ende 12,4 Sekunden Rückstand aufwiesen. Erik Lesser und Franziska Preuss (ebenfalls vier Nachlader, 17,9 Sekunden zurück) holten Bronze für Deutschland.

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Nahezu perfektes Schießergebnis und schnelle Ski

Laegreid war nach nur einem Nachlader hocherfreut: „Die Bedingungen sind super hier, daher wusste ich, dass es gute Leistungen am Schießstand geben würde. Natürlich wäre ich gern gänzlich ohne Fehler geblieben wie Marte, aber mit dem einen Nachlader kann ich leben. Jetzt gibt es zumindest etwas, was ich verbessern kann. Wenn die Konkurrenz stärker wird, können wir immer noch eine Schippe drauflegen. Wichtig war, am Schießstand fokussiert und ruhig zu bleiben und sich von den Zuschauern an der Strecke tragen zu lassen. Das schwierige Profil kommt uns entgegen, da wir eine ziemlich gute Laufform haben und unsere Vorteile in der Loipe ausspielen können.“

Marte Olsbu Roeiseland ergänzte: „Das war ein tolles Staffelrennen. Mein letzter Einsatz in der Single-Mixed liegt schon etwas zurück, daher hat es viel Spaß gemacht. Das Rennen war einfach unglaublich.“

Norwegen gewinnt Mixed-Staffelwertung

Durch den neuerlichen Erfolg sicherte sich Norwegen mit drei von vier Siegen auch die Kristallkugel in der Mixed-Wertung vor Schweden.

Frankreich kam im heutigen Rennen mit sieben Nachladern und 1:05,5 Minuten Rückstand auf Rang vier. Italien erkämpfte nach zehn Nachladern und drei Strafrunden den fünften Platz (1:13,5 Minuten zurück). Dahinter folgte Kanada mit fünf Nachladern und 1:14,9 Minuten Rückstand auf Rang sechs.

Laegreid und Samuelsson früh an der Spitze

Die 23 startenden Single-Mixed-Staffeln fanden abermals perfekte Bedingungen vor. Gleich zu Beginn des Rennens setzten sich Laegreid und Samuelsson an die Spitze. Nach dem ersten Liegendanschlag ging der Norweger knapp vor dem Österreicher Simon Eder zurück in die Loipe. Insgesamt blieben zwölf Teams fehlerfrei und lagen innerhalb von acht Sekunden. Nach dem zweiten Schießen setzte sich der Italiener Hofer nach fünf sauberen Treffern an die Spitze und gab Lisa Vittozzi 0,8 Sekunden Vorsprung mit auf den Weg. Dank Eders perfektem Stehendschießen ging Österreichs Lisa Theresa Hauser als Zweite auf die nächste Laufrunde. Neun Staffeln lagen beim ersten Wechsel innerhalb von nur 9,4 Sekunden.

Schweden gegen Norwegen

Hanna Oeberg und Marte Olsbu Roeiseland schlossen ihre Einlagen im Liegendanschlag schnell und sicher ab, während Vittozzi arge Probleme hatte und gleich dreimal in die Strafrunde musste. Slowenien hielt sich auf Rang drei, während Hauser 10,9 Sekunden hinter der Spitze auf Rang fünf lag. Bis zum nächsten Stehendanschlag lieferten sich die Schwedin und die Norwegerin ein spannendes Rennen, bei der keine Athletin auch nur einen Meter herschenkte. Während Olsbu Roeiseland erneut fehlerfrei blieb, musste Hanna Oeberg alle drei Zusatzpatronen bemühen, um die fünf Scheiben auf Weiß zu stellen, sodass sich Slowenien und die USA mit 18 Sekunden Rückstand auf die Positionen zwei und drei schieben konnten. Knapp dahinter übernahm Erik Lesser als Vierter, gefolgt von Schweden auf der Fünf.

Laegreids perfektes Schießen

Auf dem Weg zu seiner nächsten Schießeinlage hatte Laegreid alles unter Kontrolle und war nach fünf sauberen Treffern schnell wieder von der Matte verschwunden. Hinter ihm räumten auch Lesser und Samuelsson alle fünf Ziele ab und gingen 20,8 Sekunden hinter dem Norweger durch die Zeitnahme. Auf seiner Runde drückte Laegreid mächtig aufs Tempo und zeigte auch im Stehendanschlag eine Superserie. Samuelsson tat es ihm gleich und wechselte 18 Sekunden hinter Norwegen wieder auf Hanna Oeberg. Durch einen Nachlader wuchs Lessers Rückstand auf 27 Sekunden an.

Samuelsson war mit dem Wettkampf sehr zufrieden: „Ich bin ziemlich happy. Wir haben ein richtig gutes Rennen abgeliefert und mussten nur viermal nachladen. Das ist in dieser Disziplin echt gut. Der Wettkampf war hochklassig, daher freuen wir uns über Rang zwei. Mit meiner Schießleistung und nur einem Nachlader bin ich sehr zufrieden.“

Olsbu Roeiseland mit fünf Treffern zum Sieg

Die Norwegerin hatte liegend genauso wenig Probleme mit den fünf Scheiben wie Hanna Oeberg hinter ihr. Den Rückstand konnte die Schwedin allerdings nicht verkleinern. Auch Preuss landete fünf Treffer und lag 10 Sekunden hinter Oeberg. Vor dem Stehendanschlag baute Olsbu Roeiseland ihren Vorsprung um einige Sekunden aus, während Preuss ihrerseits Boden auf die Schwedin gutmachen konnte. Durch eine blitzsaubere letzte Serie sicherte Olsbu Roeiseland dann den norwegischen Erfolg. Hanna Oeberg legte eine Schnellfeuereinlage hin und ging vor der ebenfalls schnell schießenden Preuss als Zweite zurück in die Loipe.

Perfektion im letzten Stehendschießen

Hanna Oeberg war mit ihrer letzten Stehendeinlage rundum zufrieden: „Am Schießstand habe ich mich sehr gut gefühlt. Norwegen war heute einfach zu stark, aber ansonsten bin ich mit meinem Rennen sehr zufrieden. In meinem zweiten Durchgang lief es richtig gut. Die Schießzeit beim letzten Stehendanschlag war unter 20 Sekunden, das fühlt sich natürlich super an.“

Auf der Schlussrunde lief die Führende in der Weltcup-Gesamtwertung den norwegischen Sieg kontrolliert nach Hause. Hinter ihr sicherte Hanna Oeberg Rang zwei für Schweden, gefolgt von Preuss für Deutschland.

Typisch Lesser

Nach seiner letzten Single-Mixed-Staffel zeigte Lesser einmal mehr seine humorvolle Ader: „Die nächste Mixed-Staffel schau ich mir ganz entspannt zu Hause auf der Couch an und sag mir dann: ‚Geht mich alles nichts mehr an‘.“

Franziska Preuss ergänzte: „Ich war etwas nervös heute, weil ich wusste, dass es die letzte Single-Mixed-Staffel für Erik sein würde. Da musste ich unbedingt performen. Ich freue mich riesig, dass wir noch einmal zusammen auf dem Podium stehen. Wir haben ein gutes Rennen gezeigt, die anderen Teams waren aber auch richtig stark.“

Fotos: IBU/Hendrik Osula

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