Eric Perrot führt nach Aufholjagd französisches Quartett zum ersten Staffel-Olympiasieg
Eric Perrot erkämpfte heute Nachmittag in der 4 x 7,5 km Staffel der Männer nach einer kräftezehrenden Aufholjagd den Olympiasieg und die Goldmedaille für Frankreich in 1:19:55,2. Begonnen hatte die Aufholjagd mit Emilien Jacquelin, der noch auf Rang 20 gewechselt hatte und als zweiter Läufer allein 50 Sekunden gutmachte. Bei heftigem Schneefall krönte Perrot den beherzten Einsatz des französischen Quartetts, nachdem er Kopf an Kopf mit den großen Rivalen Norwegen und Schweden ins Rennen gegangen war. Perrot und seine Mannschaftskameraden Fabien Claude, Emilien Jacquelin, und Quentin Fillon Maillet schafften es, mit einer Strafrunde und neun Nachladern den Titelverteidiger Norwegen um 9,8 Sekunden zu schlagen.
„Es geht darum, Geschichte zu schreiben“
Perrot ging im Ziel zunächst zu Boden, berappelte sich aber schnell wieder und war hellauf begeistert, für Frankreich die erste olympische Goldmedaille der Biathlon-Geschichte in der Staffel der Männer gewonnen zu haben: „Ich war so, so stolz, das für Frankreich geschafft zu haben; es haben so viele Menschen dazu beigetragen, froh, dass das jetzt im Kasten ist ... Ich haben so oft davon (Staffel-Gold) geträumt. Das ist mehr als ein Einzelsieg. Es geht darum, Geschichte zu schreiben, als Team. Das hat uns viel bedeutet. Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen. Für Frankreich bedeutet das viel.“
„Mit Herzblut und Leidenschaft laufen“
Auch wenn er als Schlussläufer die ganze Zeit in Führung gelegen und damit für die Staffel Gold abgesichert hatte, war Perrot von sich selbst ein wenig enttäuscht, aber stolz auf die Gesamtleistung. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass das letzte Schießen nicht besser war (2 Nachlader), aber wichtiger ist dieser Tag heute. Es war keine perfekte Staffel für uns. Aber das ist egal. Man muss sein Rennen mit Herzblut und Leidenschaft laufen und absolut alles geben. Ich bin froh, dass ich dafür die Kraft hatte.“
Norwegen gewann mit sechs Nachladern Silber. Auch Schweden brauchte sechs Nachlader und gewann mit 57,6 Sekunden Rückstand Bronze. Für zwei Olympia-Debütanten, den Norweger Martin Uldal mit Silber und den schwedischen Startläufer Viktor Brandt mit Bronze, waren es die ersten olympischen Medaillen.
Deutschland landete mit zwölf Nachladern und 1:48,3 Minuten Rückstand auf dem vierten Platz. Fünfte wurden die USA mit acht Nachladern und 2:27,4 Minuten Rückstand. Platz sechs ging an Tschechien mit zehn Nachladern und 2:31,3 Minuten Rückstand.
Schneefall, Frankreich fällt zunächst zurück
Die zwanzig Staffeln gingen heute bei Schneefall an den Start, der auch im Rennverlauf nicht nachließ. Nach zwei Nachladern im Liegendanschlag ging Martin Uldal für Norwegen vor dem ersten Wechsel in Führung. Der französische Startläufer Fabien Claude brauchte Nachlader im Liegendanschlag und setzte das Stehendschießen dann mit einer Strafrunde komplett in den Sand, sodass die späteren Olympiasieger zunächst mit 46 Sekunden Rückstand auf den letzten Rang 20 zurückfielen.
Uldal übergab mit 15 Sekunden Vorsprung auf das Feld an Johan-Olav Botn. Claude überholte auf seiner Schlussrunde noch sieben andere Staffeln und übergab nach 2,5 km auf Rang 13 mit 50 Sekunden Rückstand an Jacquelin. Botn brauchte im Liegendanschlag Nachlader und musste Deutschland die Führung überlassen. Jacquelin wetzte wie wild über die erste Runde, machte fast alle verlorene Zeit wieder gut und kam ohne Nachlader durchs Liegenschießen, sodass er nun nur noch 7 Sekunden Rückstand hatte. Bis zum Stehendschießen lag Jacquelin in Führung, schoss und traf atemberaubend schnell und ging mit 9 Sekunden Vorsprung auf die Strecke.
Jacquelin führt
In der Schlussrunde musste Jacquelin abreißen lassen übergab aber dennoch als Führender an Fillon Maillet, gefolgt von Schweden auf Rang drei und Norwegen auf Rang fünf. Fillon Maillet brauchte Nachlader in beiden Schießen, blieb aber in der Führungsgruppe mit Ponsiluoma und Lägreid.
2026 Milan/Cortina Olympic Winter Games Men's 4 X 7.5 km Relay
Perrot holt Gold
Der Olympiasieger in der Verfolgung Ponsiluoma schaltete auf der letzten Runde den Turbo zu, aber Fillon Maillet kämpfte sich wieder heran und übergab als Führender an Perrot, dicht gefolgt von Christiansen mit 0,5 Sekunden und Samuelsson mit 0,9 Sekunden Rückstand, was zu einem packenden Dreikampf der Schlussläufer führte. Zu Dritt kamen sie zum Liegendanschlag in den Schießstand gelaufen, und Perrot ging 9 Sekunden vor Christiansen mit einem Nachlader und 20 Sekunden vor Samuelsson auf die nächste Runde. Im Stehendschießen schoss der Olympia-Neuling alles oder nichts, zwei Scheiben blieben schwarz, er lud rasant nach und traf, was ihm 8 Sekunden Vorsprung auf Christiansen einbrachte. Es reichte für die Goldmedaille, Samuelsson holte Bronze.
Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus