Trainerkarussell gut besetzt
Ein Olympiazyklus ist zu Ende gegangen, und wie üblich steht damit eine Reihe von Trainerwechseln an. Während ein Wechsel kaum überrascht, dreht sich für viele andere das Trainerkarussell noch.
Mazet zurück nach Frankreich, „auf jeden Fall als Trainer“
Schon vor Saisonende war es ein offenes Geheimnis, dass Siegfried Mazet das norwegische Team nach zehn erfolgreichen Jahren verlassen würde. Im letzten Herbst betonte er: „Meine Biathlon-Geschichte ist noch nicht zu Ende. Das Kapitel Norwegen endet jetzt, aber danach wird es für mich bei einer anderen Mannschaft weitergehen.“ Mitte des Winters war klar, dass es nach Frankreich gehen würde, und zum Ende des Weltcups in Oslo folgte die offizielle Bestätigung. Offen ist, was Mazets Rolle sein wird. Schießtrainer Jean-Pierre Amat und Jean-Paul Giachino verabschieden sich in den Ruhestand. Dem Nordic Magazin sagte Mazet: „Ich bin anpassungsfähig, ich kann mich also auf jede Gruppe oder auch auf eine neue Rolle einstellen. Klar ist, dass ich auf jeden Fall als Trainer arbeiten werde.“
Lukas und Kulstad verlängern Verträge
Während Mazet in Norwegen seinen Hut nimmt, haben zwei Trainer-Konkurrenten ihr Engagement verlängert. Der schwedische Cheftrainer Johannes Lukas, der seine Erfolgsbilanz von 32 WM-Medaillen um drei olympische Medaillen aus Mailand/Cortina ergänzen konnte und mit 37 Podestplätzen einen neuen schwedischen Rekord aufstellte, bleibt für weitere vier Jahre in Schweden. In seinem Team wird eine Stelle frei: Schießtrainer Jean-Marc Chabloz verlässt die schwedische Weltcup-Mannschaft nach 6 Jahren am Glas.
Auch im Nachbarland Finnland bleibt Cheftrainer Erik Torneus-Kulstad im Dienst, ebenso sein Co-Trainer Aku Moilanen. Beide verlängern bis zu den nächsten Winterspielen. In den letzten zwei Saisons verbesserte sich Finnland in der Nationenwertung der Frauen von 13 auf 7 und bei den Männern von 10 auf 8. Suvi Minkkinen kletterte in der Gesamtwertung von Platz 42 auf Platz 5, holte mit Tero Seppälä zwei Weltcup-Siege in der Single-Mixed-Staffel und gewann Medaillen bei der IBU WM und den Olympischen Winterspielen.
Veränderungen in Deutschland
In Deutschland zeichnen sich größere Veränderungen ab. Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling wechselt zur IBU, um dort eine neue Marketing-Abteilung zu leiten. Für ihn kehrt am 1. Mai Bernd Eisenbichler zurück. Der Verband hat außerdem Stellen im Weltcup-Team der Frauen zu besetzen, nachdem Sverre Olsbu Röiseland das Team auf eigenen Wunsch verlässt und Kristian Mehringer im DSV eine neue Position übernimmt.
Abschied von Kähkönen und Romainin in Italien
Auch das italienische Frauen-Team sucht neue Trainer. Zum Saisonende verabschieden sich Jonne Kähkönen und Mirco Romainin. Das Duo spielte eine große Rolle beim wachsenden Erfolg der italienischen Frauen und der starken Rückkehr der Verfolgungs-Olympiasiegerin Lisa Vittozzi im Olympiazyklus vor Mailand/Cortina.
Neue Ufer für Flunger und Auchentaller
In der Schweiz räumt Sandra Flunger nach acht Jahren ihren Posten als Cheftrainerin und erklärt: „Neue Impulse und Reize sind für beide Seiten gut: Für die Mannschaft und auch für mich.“ Unter ihrer Führung holte die Schweiz im Weltcup erste Podestplätze mit der Frauenstaffel, gewann eine Single-Mixed-Staffel und verbuchte mehrere Einzelpodestplätze.
Das Trainer-Urgestein Armin Auchentaller verlässt das Team der USA, nachdem er dort als Cheftrainer in zwei Amtszeiten und insgesamt 13 Jahren viel bewegt hat. Wie seine Kolleginnen und Kollegen bei anderen Nationen verhalf Auchentaller dem US-Team zu neuen Höhenflügen, darunter 2025 zwei IBU-WM-Medaillen für Campbell Wright und zuletzt der erste Mixed-Staffel-Podestplatz für die USA im Weltcup in Otepää. Nun freut sich Auchentaller auf neue Herausforderungen: „Für mich war das nie nur ein Job, sondern eine gemeinsame Mission, eine tägliche Verpflichtung und eine Reise, die mich auf eine Weise herausgefordert und geprägt hat, die mich immer begleiten wird.“
Das Trainerkarussell ist also gut besetzt. Die nächsten Wochen werden zeigen, wo diese hochkarätigen Routiniers ein neues Zuhause finden.
Fotos: IBU/Manzoni, Yevenko, Nordic Focus