Anastasiya Kuzmina mit Start-Ziel-Sieg zu Gold im Massenstart

Im heutigen 12,5 km Massenstart der Damen ging Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei heute direkt nach dem Start in Führung und ließ sie sich danach auch nicht mehr nehmen. Ihren dritten Olympiasieg bei der dritten Olympiateilnahme sicherte sie sich mit einem einzigen Fehler beim letzten Schuss und ging nach 35:23 über die Ziellinie. Silber ging an die Massenstart-Olympiasiegerin Darya Domracheva aus Weißrussland mit einem Fehler und 18,8 Sekunden Rückstand. Tiril Eckhoff holte mit zwei Fehlern und 27,7 Sekunden Rückstand zum zweiten Mal in Folge Bronze.

Drei Goldmedaillen, “unglaublich”Mit ihrem Sieg ist Kuzmina nun die einzige Frau in der olympischen Biathlongeschichte, die bei drei aufeinanderfolgenden Winterspielen Gold gewonnen hat. Bei diesen Winterspielen hat sie bereits einmal Gold und zweimal Silber geholt. „Als ich herkam, wollte ich eigentlich nur den dritten Olympiasieg im Sprint schaffen. Als das nicht geklappt hat, war ich traurig und nervös. Aber dann hat es in anderen Disziplinen geklappt. Das ist ein unglaubliches Gefühl!“

Platz vier ging an die Italienerin Lisa Vittozzi mit einem Fehler und 45,6 Sekunden Rückstand. Die Olympiasiegerin aus dem 15 km Einzel Hanna Oeberg aus Schweden wurde mit einem Fehler und 46,5 Sekunden Rückstand Fünfte, während Dorothea Wierer mit einem Fehler und 47,3 Sechste wurde.

Windfahnen hängen schlaff

Kalt war es an diesem Abend, aber bei minus 6°C nicht so kalt wie bei den vorherigen Wettkämpfen. Zur großen Erleichterung aller war es vor allem windstill; die Windfahnen hingen schlaff herunter. Trotzdem blieben von 30 Starterinnen am Ende nur Nadezhda Skardino und Monika Hojnisz ohne Fehler.

Kuzmina gleich nach vorn

Kuzmina ging gleich bei der Stadionausfahrt nach vorn und blieb bis zum ersten Liegendschießen in Führung. Sie mähte mühelos die fünf Scheiben nieder und ging als Erste wieder auf die Strecke, gefolgt von Oeberg, Wierer, Denise Herrmann, Marte Olsbu und Domracheva, alle ohne Fehler und innerhalb von 10 Sekunden. Achtzehn Damen blieben ohne Fehler, und den größten Rückschlag erlitt Laura Dahlmeier mit einem Fehler und 34,7 Sekunden Rückstand. Auf der Hälfte der Runde hatte sich Domracheva auf Rang zwei vorgekämpft, lag aber immer noch etwa 5 Sekunden hinter Kuzmina. Der slowakische Star setzte auch beim zweiten Liegendschießen problemlos fünf Treffer und ging 7,9 Sekunden vor der ebenfalls fehlerfreien Domracheva wieder auf die Strecke. Oeberg, Wierer, Vitkova und Herrmann zogen alle nach und folgten innerhalb von 20 Sekunden. Zu diesem Zeitpunkt stand nur noch bei 10 Damen die Null.

Wierer vor auf Zwei

Die beiden führenden Damen lagen weiter nur etwa 8 Sekunden auseinander und konnten sich bis zur Anfahrt zum ersten Stehendschießen 15 Sekunden vom restlichen Feld absetzen. Kuzmina schoss langsam und war schon wieder von der Matte, bevor Domracheva den ersten Schuss setzen konnte, der dann auch noch sein Ziel verfehlte. Wierer setzte gewohnt zügig fünf Treffer und ging als Zweite mit 28 Sekunden Rückstand auf die Strecke, während die ebenfalls fehlerfreie Vitkova vor Vittozzi und der Weißrussin auf drei vorrücken konnte. Die Gruppe hinter Wierer hatte bis zur Zwischenzeit bei 8,4 km auf sie aufgeholt, lag aber immer noch 10 Sekunden hinter ihr, während Kuzmina die Führung inzwischen auf fast 40 Sekunden ausgebaut hatte.

Vier fallen, eine bleibt stehen - Gold sicher

Vor dem letzten Stehendschießen hatte die zweifache Silbermedaillengewinnerin dieser Spiele alles im Griff, nur noch Silber und Bronze waren zu vergeben. Kuzmina hatte schon 50 Sekunden Vorsprung, als sie auf die Matte trat, setzte vier Treffer, zögerte lange vor dem letzten, der dann vorbeiging. Domracheva traf fünfmal, während Kuzmina durch die Strafrunde zirkelte. Trotz des Fehlers war ihr Gold sicher: Domracheva lag 24 Sekunden hinter ihr und Eckhoff, ebenfalls ohne Fehler, weitere 10 Sekunden hinter der Weißrussin. Oeberg, Olsbu, Vittozzi und Wierer lagen jedoch nur wenige Sekunden hinter Platz drei, und noch waren 2,5 km zu laufen.

Olympiasiegerin strahlt vor Glück

Domracheva konnte bis zur Zwischenzeit bei 10,9 km noch 7 Sekunden gutmachen, mehr jedoch nicht. Eckhoff blieb mehr als 10 Sekunden hinter ihr. Kuzmina war nicht mehr zu bremsen und flog ihrer dritten olympischen Goldmedaille förmlich entgegen. Sie schnappte sich am letzten Abhang die slowakische Fahne und strahlte vor Glück, als sie mit wehender Fahne an ihrer Seite über die Ziellinie lief. Domracheva kam als nächste mit gereckter Siegerfaust ins Ziel und strahlte mit Kuzmina um die Wette.  Eckhoff komplettierte das Podest; beide hatten dann doch noch olympisches Edelmetall gewinnen können.

Erfolg in PyeongchangKuzmina erinnerte sich an den ersten großen Erfolg ihrer Karriere, ebenfalls in Pyeongchang. „Während der IBU Weltmeisterschaft 2009 hier gewann ich die erste Medaille für die Slowakei, Silber im Massenstart.  Diesen Erfolg wollte ich neun Jahre später wiederholen.“ Wie schon im 15 km Einzel gab es auch für diese Medaille eine besondere Widmung. „Die erste Medaille war für mich, die zweite für meinen Bruder. Die dritte Medaille widme ich der Slowakei, meiner Mannschaft und den vielen Menschen, die mich in den schweren Zeiten unterstützt haben.“

Domracheva unter DruckDomracheva äußerte sich zu den bisher ausgebliebenen Medaillen und dem Druck. „Vor diesem Rennen habe ich an Kaisa gedacht, von der ich wusste, dass sie sich in derselben Situation befindet, und an Tiril. Wir waren so eine Gruppe von Mädels, die eigentlich gut in Form waren und bei den Spielen viel Pech gehabt haben. Wenn man sein Bestes gibt, aber in den vorhergehenden Rennen etwas schiefgelaufen ist, steht man unter Druck. Es war wichtig, das hinter sich zu lassen und mit klarem Kopf in dieses Rennen zu gehen.“

Diese Silbermedaille ist Domrachevas fünfte bei drei aufeinanderfolgenden Winterspielen. In 2010 holte sie Bronze im 15 km Einzel, 2014 Gold in Verfolgung, Einzel und Massenstart.

Erneut Massenstart-Bronze

Eckhoff holte erneut Massenstart-Bronze, wie schon vor vier Jahren in Sochi. Sie war erleichtert, wieder auf dem Podest zu stehen. „Mit der Medaille habe ich heute Glück gehabt, aber ich habe auch das ganze Jahr dafür trainiert. Es ist für alle hart, vor allem wegen der Bedingungen. Ich bin sehr froh, dass ich heute auf dem Podest stehe.“

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter