5 Dinge, die wir in Oslo gelernt haben

Für Marte Olsbu Röiseland und Quentin Fillon Maillet war es die Saison ihrer Träume. Elvira Öberg und Sturla Holm Lägreid beendeten die Saison im blauen Trikot. Erik Lesser schrieb ein filmreifes Ende für seine Karriere und erinnert sich an die drei besten Momente seiner Karriere. Justine Braisaz-Bouchet gewann den letzten Massenstart der Saison und holte sich nebenbei den ersten Sieg in einer Disziplinwertung in ihrer Karriere. Und viele Athletinnen und Athleten hängten das Gewehr an den Nagel. 

Quentin und Marte im Gleichtakt zum Saisonsieg

Für Marte Olsbu Röiseland und Quentin Fillon Maillet war es die Saison ihrer Träume. Beide holten den Gesamtsieg im BMW IBU Weltcup, fünf Medaillen bei den Olympischen Winterspielen (davon zwei Goldmedaillen in Einzelrennen), den Titel in der Sprintwertung und in der Verfolgungswertung. Die Grundlage für ihren Erfolg war ihre Dominanz in den Verfolgungsrennen von denen Olsbu Röiseland vier und Fillon Maillet fünf gewann. Insgesamt gewann Marte sechs Weltcuprennen, Quentin acht. Marte ist die achte Norwegerin und Quentin der vierte Franzose, denen der Gesamtsieg im Weltcup gelingt.

Elviras erster und Sturlas zweiter U25-Titel

Den U25-Titel holten in der Saison 2021/2022 Elvira Öberg und Sturla Holm Lägreid. Elvira war die Entdeckung dieses Winters. Sie war auf der Strecke unbezwingbar und schaffte es mit herausragenden Schießleistungen auf gleich vier Siege im BMW IBU Weltcup. Damit gewann sie die U25-Wertung und wurde Zweite in der Gesamtwertung. Elvira führte außerdem die schwedische Frauenstaffel zu olympischem Gold und gewann zwei Einzelmedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Sturla fand beim Weltcupfinale in Oslo noch einmal zu herausragender Spätform. Er gewann den Sprint, wurde Dritter in der Verfolgung und Vierter im Massenstart, und konnte sich außerdem im letzten Stehendschießen im Massenstart gegen Sebastian Samuelsson durchsetzen, der bis dahin geführt hatte. Die U25-Wertung gewinnt er zum zweiten Mal in Folge. Sturla wurde außerdem Zweiter in der Gesamtwertung und ist damit der beste Norweger der Saison.

Wenn keiner hinschaut, zaubert Braisaz-Bouchet

Vor dem letzten Massenstart der Saison lagen zwischen Dorothea Wierer, die die Disziplinwertung anführte, und Elvira Öberg gerade einmal drei Punkte. Wierer und Öberg kamen in der führenden Vierergruppe zum letzten Stehendschießen, und Braisaz-Bouchet hatte niemand auf dem Schirm. Während alle Augen auf die Führende Lisa Theresa Hauser, Öberg und Wierer gerichtet waren – die alle einmal verfehlten – nietete Braisaz-Bouchet (auf Rang 11 nach dem dritten Schießen) in aller Seelenruhe ihre fünf Scheiben um, rauschte mit aller Macht über ihre letzte Runde, gewann das Rennen und nahm nebenbei noch die kleine Kristallkugel mit. Es war ein Bild wie im Massenstart von Peking 2022, als Justine nach dem ersten Stehendschießen förmlich aus dem Nichts auftauchte und dann traf, als alle anderen verfehlten. Der Sieg in der Massenstartwertung ist für Justine der erste Sieg in einer Disziplinwertung.

Lessers beste Biathlon-Momente

Erik Lesser schrieb sich ein filmreifes Ende für seine abwechslungsreiche Karriere, als er in Oslo am Holmenkollen den Verfolger gewann. Für ihn war es der erste (und letzte) Sieg, nachdem er im Winter 2015/2016 den Massenstart von Ruhpolding für sich hatte entscheiden können. Drei Momente in seiner Karriere, die mehr als drei Olympia-Zyklen umspannt, bleiben ihm in besonders guter Erinnerung:

1. Die IBU Biathlon Weltmeisterschaften 2015 in Kontiolahti, wo er Gold in der Verfolgung und mit der Staffel gewann. 

2. Die Winterspiele 2014 in Sotschi, wo er eine Silbermedaille im Einzel und Silber mit der Staffel holte.

3. Die IBU Weltmeisterschaften in Antholz-Anterselva 2020, wo er zusammen mit Teamkollegin Franziska Preuss eine Silbermedaille in der Single-Mixed-Staffel gewann und Teil der Bronze-Staffel der Männer war. Für Lesser, der in den Wochen vor Antholz 2020 im IBU Cup seine Form gesucht hatte, war es ein Mini-Comeback gewesen.

Oslo beschert jeden Tag neue Rücktritte

Viele Athletinnen und Athleten gaben in Oslo bekannt, das Gewehr an den Nagel zu hängen, und so war auf der Abschiedsrunde einiges los: Simon Desthieux (FRA), Anais Bescond (FRA), Erik Lesser (GER), Klemen Bauer (SLO), Benjamin Weger (SWI), Leif Nordgren (USA), Clare Egan (USA), Susan Dunklee (USA), Scott Gow (CAN), Dominik Windisch (ITA), Selina Gasparin (SWI), Maren Hammerschmidt (GER), Eva Puskarcikova (CZE), Amanda Lightfoot (GBR), Kadri Lehtla (EST), Sari Maeda (JPN), Asuka Hachisuka (JPN), Tsukasa Kobonoki (JPN), Kosake Ozaki (JPN). Elisabeth Högberg (SWE) erklärte beim IBU Cup in Ridnaun ihren Rücktritt.

Foto: IBU/C. Manzoni

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