5 Dinge, die wir in der zweiten Oestersund-Woche gelernt haben

Sebastian Samuelsson schaffte einen Sieg und einen zweiten Platz in der zweiten Woche in Oestersund und wird JT Boe im Kampf um den Gesamtweltcupsieg in dieser Saison einiges entgegenzusetzen haben. Lisa Theresa Hauser und der beständige Vetle Sjaastad Christiansen reisen in Gelb nach Hochfilzen. Das französische Team ist in allen Bereichen top in Form. Elvira Oebergs Laufstärke ist unglaublich und Linda Zingerle drückte dem IBU-Cup ihren Stempel auf.

Sebastian Samuelsson ist bereit für die größten Dinge

Nach der Saison 2019/20 wusste Samuelsson, dass er einen Gang hochschalten und härter und präziser arbeiten musste als je zuvor. Er stellte sogar seine Ernährung um, um seinen Traum, JT Bie herauszufordern und den Gesamtweltcupsieg einzufahren, wahr zu machen. Sebastian Samuelsson machte in der vergangenen Saison gigantische Fortschritte. Er sicherte sich seinen ersten BMW IBU Weltcupsieg (Verfolgung von Kontiolahti), Silber auf der Pokljuka 2020 (in der Verfolgung) und drei weitere zweite Plätze (alle im Sprint). Am Ende lag er auf Rang sechs der Weltcupgesamtwertung. Nach einem Aussetzer im Einzel (sechs Fehler) triumphierte er in beiden Sprints in Östersund. Samuelsson ging als Gejagter in die Verfolgung und trug zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot. Am Ende wurde er Zweiter und stand erneut auf dem Treppchen. Das Wichtigste: Er ist im Moment der schnellste Läufer im Feld.

21 Anwärter auf den Gesamtweltcupsieg

Lisa Theresa Hauser und (zum ersten Mal in seiner Karriere) Vetle Sjaastad Christiansen tragen das Gelbe Trikot auf dem Weg nach Hochfilzen in den österreichischen Alpen. Es liegen nur 53 Punkte zwischen Hauser und der Zehntplatzierten, Hana Sola. Marte Olsbu Roeiseland, Dzinara Alimbekava, die Oeberg-Schwestern, Anais Chevalier-Bouchet, Marketa Davidova, Franziska Preuss und Denise Herrmann bilden zusammen die Top 10. Christiansen verzeichnet 178 Punkte; Sturla Holm Laegreid (auf Rang 11, er konnte in der Verfolgung nicht starten) hat 102 Punkte. Dazwischen liegen Sebastian Samuelsson, die Boe-Brüder, Eduard Latypov, die Franzosen Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet und Fabien Claude sowie Sivert Guttorm Bakken. Die große Frage lautet: Wird JT Boe am Ende erneut triumphieren oder haben die anderen eine Chance, ihm den Gesamtsieg wegzuschnappen?

Frankreich stark an allen fronten

Frankreich gewann die Staffel der Damen und kann auf zwei exzellente Wochen in Oestersund mit neun Podestplätzen zurückblicken. Die französischen Damen schafften vier (erster Platz in der Staffel, Anais Chevalier-Bouchet wurde Zweite im ersten Sprint und dritte in der Verfolgung, Anais Bescond wurde Zweite in der Verfolgung) und die Herren fünf (Simon Desthieux war Dritter im ersten Sprint und in der Verfolgung, die Staffel kam auf Rang drei und Quentin Fillon Maillet landete auf Platz drei im zweiten Sprint). Auch Norwegen sicherte sich neun Podiumsplätze. Davon holten die Herren sieben. Marte Olsbu Roeiseland ist die einzige Norwegerin, die ihre Form gefunden hat. Schweden stand sechs Mal auf dem Treppchen; Samuelsson davon drei Mal in Einzelrennen.

Elvira Oeberg: Die Rakete auf den Skiern

Elvira Oeberg war die schnellste Athletin in drei von vier Einzelrennen in Oestersund. Noch beeindruckender ist, dass Elvira sie in neun von 16 im Einzel, den zwei Sprints und der Verfolgung die Bestzeit vorgab. Sie war fast eine Strafrunde schneller über die 7,5 km als noch in der vergangenen Saison, wo sie ebenfalls nicht zu den Langsamsten zählte. Natürlich hatte sie einen Heimvorteil. Obwohl dabei auch zusätzlicher Druck entstehen kann, kennt Oeberg die Strecken von Oestersund wie ihre Westentasche und hat ein Wachs-Team, das die Bedingungen optimal einschätzen kann. Diese Vorteile wird sie in den kommenden Rennen nicht mehr haben. Die große Frage ist, ob sie ihre Laufstärke auch in Hochfilzen, Annecy Le Grand Bornand und später aufrechterhalten kann. Sie wird auch versuchen, ihre Trefferquote zu steigern. In Oestersund lag sie bei 78%. In der Saison 2020/21 in Kontiolahti waren es zu selben Zeit 85%.

ZIingerle setzt ein Zeichen

Anton Babikov gewann den Sprint und den Massenstart 60. Im Supersprint in Sjusjoen belegte er Platz 14. Er war der erfolgreichste Athlet in der zweiten Woche des diesjährigen IBU-Cups. Doch Lucas Fratzscher behauptete seine Führung in der Gesamtwertung. Der Deutsche war bisher der beständigste Athlet der Saison. Er landete immer unter den besten 7. Anastasia Shevchenko belegte die Plätze 3 im Supersprint, eins im Sprint und zwei im Massenstart 60. Sie übernahm die Führung in der Gesamtwertung mit 34 Punkten Vorsprung vor Karoline Erdal auf Rang zwei. Linda Zingerle aus Italien trat als Jugendathletin bei der IBU JJWM in Obertilliach an. Sie siegte im Supersprint und setzte ein Zeichen im IBU Cup. Linda ist die Tochter von Andreas Zingerle, seines Zeichens viermaliger Weltmeister und Bronzemedaillengewinnen bei den Olympischen Spielen in Calgary 1988 (in der Staffel).  

Foto: IBU/C. Manzoni, E. Tumashov

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