Gold im Juniorensprint an Tschechiens Vobornikova und Norwegens Nevland

Der Norweger Martin Nevland ging als einer der letzten Starter ins Rennen, schoss fehlerfrei und flog in 24:24,5 zur Goldmedaille im Juniorensprint der Herren über 10 km im Rahmen der Jugend- und Juniorenweltmeisterschaft in Soldier Hollow. Nevland hatte sich schon 2020 drei Goldmedaillen in der Jugendkategorie gesichert. Heute schaffte er es zum ersten Mal unter den Junioren. Bei strahlendem Sonnenschein am Nachmittag arbeitete sich Tereza Vobornikova aus Tschechien nach einer Strafrunde im Liegendanschlag dank eines sauberen Stehendschießen wieder nach vorn, absolvierte eine fantastische Schlussrunde und sicherte sich Gold im Juniorensprint der Damen über 7,5 km.

Nevlands vier Medaillen: „Jetzt ist die Sammlung komplett“

Nevland war zufrieden mit seiner Entscheidung, sich in die letzte Startgruppe auslosen zu lassen. Sie hatte ihm zur vierten JJWM-Goldmedaille geführt. „Mein Trainer wählte die letzte Gruppe aus… Ich musste die Chance ergreifen und Null schießen… Ich war froh, alle Zeiten auf meiner Schlussrunde zu erfahren. Es war sehr schwierig, aber ich bin glücklich, Weltmeister geworden zu sein.“ Über seine neueste Goldmedaille in seiner Sammlung, die er vor zwei Jahren anlegte (Einzel, Verfolgung, Staffel), sagte er: „Jetzt ist die Sammlung komplett. Es bedeutet mir viel, wieder zurück zu sein. Ich bin letztes Jahr nicht gelaufen. Zurückzukommen und Gold zu gewinnen, ist fantastisch!“

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Vobornikova: „Hätte nicht gedacht, dass ich gewinne“

Vobornika, die sich im Junioreneinzel der Damen vor zwei Tagen Bronze gesichert hatte, gab zu, sich nach dem Liegendfehler nicht gut gefühlt zu haben, bis Gold in Sicht war. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinne, denn ich habe mich auf der Strecke nicht so stark gefühlt. Ich habe ziemlich gelitten. Es war schrecklich, als ich den ersten Schuss daneben gesetzt habe, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Auf der Schlussrunde habe ich mein Bestes gegeben. Ich wusste, ich musste aufgrund meines Fehlers schnell laufen.“

Juniorensprint der Damen

Nur 0,4 Sekunden hinter Vobornikova holte sich die fehlerfrei schießende Italienerin Rebecca Passler Silber. Passler hatte schon bei der letztjährigen IBU JJWM Silber im Sprint gewonnen. Lisa Maria Spark aus Deutschland, die Weltmeisterin im Junioreneinzel 2022, schoss einen Fehler und holte Bronze, 4,5 Sekunden hinter der Tschechin.

Frida Dokken aus Norwegen traf einmal nicht und wurde Vierte mit einem Rückstand von 17,7 Sekunden. Passlers Teamkollegin Beatrice Trabucchi räumte alle Scheiben ab und landete 21 Sekunden hinter der Siegerin auf Rang fünf. Sechste wurde die Norwegerin Aasne Skrede mit einem Fehler und einem Rückstand von 23,2 Sekunden.

Die Italienerin Sara Scattolo war gestern im Jugendsprint angetreten und sicherte sich heute die Kristallkugel für den Sieg in der IBU Junior Cup Sprintgesamtwertung.

Italien und Deutschland dominieren Liegendschießen

Der Sprint der Juniorinnen am Nachmittag fand bei ähnlich grandiosen Witterungsbedingungen wie der Juniorensprint zuvor statt. Der Wind wehte kaum am Schießstand. Die deutschen und italienischen Damen hängten die Messlatte im Liegendschießen hoch. Die Deutschen Spark und Mareike Braun blieben fehlerfrei und setzten sich auf die Plätze eins und zwei, vor den ebenfalls perfekt schießenden Italienerinnen Passler, Trabucchi und Hannah Auchentaller. Vobornikova verfehlte eine Scheibe und fiel 38 Sekunden zurück. Die späte Starterin Meier machte einen Sprung nach vorn und setzte sich vor die fünf Führenden mit einem Vorsprung von unter einer Sekunde.

Passlers Schnellfeuereinlage

Beim Stehendschießen entschieden sich die Podiumsplätze. Vobornikova traf alles und verringerte ihren Rückstand auf 14 Sekunden. Passler schoss schnell und sauber und ging in Führung. Spark musste einmal in die Strafrunde und fiel 11 Sekunden zurück auf Rang zwei. Trabucchi räumte alle Scheiben ab und setzte sich auf Rang vier, einen Plaz hinter Vobornikova. Meier kam mit einem kleinen Vorsprung zum Stehendschießen, traf drei Scheiben, verfehlte dann eine und traf die letzte wieder. Das ließ sie auf Rang drei zurück rutschen. Sie lag 2,5 km vor dem Ziel auf Rang drei.

Vobornikova sprintet zu Gold Vobornikova machte aus der Schlussrunde weiter Zeit auf Passler gut. Bei Kilometerpunkt 6,6 lag sie weniger als zwei Sekunden hinter der Italienerin. Die Tschechin gab Vollgas, sprintete mit all ihrer Kraft ins Stadion und setzte sich 0,4 Sekunden vor Passler. Spark, die Goldmedaillengewinnerin im Junioreneinzel, sicherte sich Bronze, während Meier auf der Schlussrunde einbrach und auf Rang sieben zurückfiel. Juniorensprint der Herren

Hinter Nevland landete der Finne Oto Invenius mit einem Rückstand von 11,9 Sekunden auf dem Silberrang. Bronze ging an Nevlands Teamkollegen Martin Uldal, 20,8 Sekunden hinter dem Sieger.

Blagoy Todev aus Bulgarien blieb fehlerfrei und sicherte sich mit einem Abstand von 21,7 Sekunden Rang vier. Fünfter wurde ein neutraler Athlet aus Russland, Aleksandr Kornev, mit zwei Fehlern und einem Rückstand von 48,1 Sekunden. Er sicherte sich damit den Sieg in der IBU Junior Cup Sprintgesamtwertung. Der Norweger Mats Overby traf alles und kam 48,1 Sekunden hinter Nevland auf Rang sechs. Damit sicherte sich Norwegen drei Plätze unter den Top 6.

Perfekter Biathlontag

Eine weitere bitterkalte Nacht machte Platz für einen kalten, aber spektakulär sonnigen Tag für die Juniorensprints. Beim Start betrugen die Temperaturen noch -10°C, doch der Himmel war wolkenlos blau und am Schießstand wehte kein Lüftchen. Es war ein perfekter Biathlon-Wintertag. Nach der ersten Startgruppe wurde es hitzig beim Liegendschießen. Todev war der Schnellste, Campbell Wright nur zwei Sekunden langsamer und die beiden Norweger Overby und Ulsal sowie Lovro Planko schossen alle fehlerfrei. Die Top 5 schenkten sich nichts und lagen nur 7 Sekunden auseinander. Nevland mit Startnummer 76 von 79 Athleten traf liegend alles, lag aber 12 Sekunden hinter den Führenden.

Uldal in Führung

Overby war der erste der Führungsgruppe, der stehend alle Scheiben abräumte und sich ganz nach vorn setzte. Uldal und Todev weniger als eine Minute später trafen ebenfalls und erarbeiteten sich Rang eins und zwei. Sie lagen nur eine Sekunde auseinander. Oscar Lombardot schaffte ebenfalls 10/10 und war Vierter, allerdings 30,5 Sekunden hinter dem Führenden. Invenius mit Startnummer 60 griff die Medaillen an. Er lag vor dem Stehendschießen neun Sekunden zurück, schoss schnell und sauber und war am Ende vier Sekunden vor seinem Teamkollegen Uldal.

Gold an Nevdal; Norwegen auf 1 und 3

Uldal und Todev lieferten sich einen heißen Kampf auf der Schlussrunde. Beide wollten aufs Podest. Todev lag bei Kilometerpunkt 9 eine Sekunde vor dem Norweger, brach dann aber leicht ein und Uldal überholte ihn noch. Todev kämpfte um jeden Meter, lag aber im Ziel 0,9 Sekunden hinter Uldal. Invenius führte einen Kilometer vor dem Ziel mit 7,4 Sekkunden. Doch Nevland war noch auf der Strecke. Beide hatten Gold im Visier. Nevland flog nach seinem perfekten Schießen über den Schnee, überholte den Finnen und erarbeitete sich einen Vorsprung von 14,5 Sekunden. Der Norweger sprintete ins Ziel und sicherte sich Gold. Der Finne landete mit einem Rückstand von 11 Sekunden auf dem Silberrang und verdrängte Uldal auf den Bronzeplatz.

Fotos: IBU/Bjorn Reichert

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