Vittozzi, die in den ersten vier Einzelwettbewerben der neuen Saison nicht einmal unter die Top 6 gekommen war, war nach ihrem bewegenden Sieg sichtlich gerührt. „Ich habe ein perfektes Rennen abgeliefert. Das bedeutet mir unheimlich viel, denn letztes Jahr war echt hart. Ich habe so hart gearbeitet und wusste, dass sich alles irgendwann lohnen würde. Ich vertraue meinem Gefühl und meiner Arbeit, und heute war mein Tag. Die letzte Runde war unglaublich, denn es war ein Traum, wieder ganz oben zu stehen. Es bedeutet mir die Welt!“
Die Siegerin verriet, dass sie Momente wie heute und Biathlon an sich sehr vermisst habe. „Ich genieße jeden Tag hier in der Biathlon-Familie und bin glücklich, meinen Job machen zu können. Einfach genießen und Spaß haben; die Ergebnisse kommen dann schon.“
Die Schwedin Anna Magnusson belegte mit einer Strafrunde und inem Rückstand von 11,4 Sekunden den zweiten Platz und verteidigte damit ihr Gelbes Trikot. Sie wird es auch nächste Woche beim Weltcup in Annecy-le-Grand-Bornand tragen. Die Norwegerin Maren Kirkeeide sicherte sich mit einer schnellen Schlussrunde und trotz dreier Strafrunden den dritten Platz mit einem Abstand von 39,5 Sekunden.
Die Französin Justine Braisaz-Bouchet schoss zwei Fehler und wurde Vierte – ihr bisher bestes Saisonergebnis. Sie lag im Ziel 41,2 Sekunden zurück. Die Schwedin Elvira Oeberg verbesserte sich von Platz 29 auf den geteilten fünften Platz. Sie schoss ebenfalls zwei Strafrunden und hatte einen Rückstand von 43,8 Sekunden. Die Französin Camille Bened blieb fehlerfrei und belegte Platz sechs, 44,5 Sekunden hinter der Siegerin.
Die Frauen beendeten das Wochenende bei strahlendem Sonnenschein. Lou Jeanmonnot, Magnusson und Dorothea Wierer absolvierten das erste Liegendschießen fehlerfrei und lagen 15,5 bzw. 32 Sekunden hinter der Zweit- bzw. Drittplatzierten.
Magnusson übernahm mit einem fehlerfreien zweiten Liegendschießen die Führung, 16 Sekunden vor Jeanmonnot. Vittozzi traf 10/10 und lag mit einem Rückstand von 27 Sekunden auf Rang drei.
Jeanmonnot eroberte die Führung mit einem fehlerfreien ersten Stehendschießen zurück, während Magnusson eine Strafrunde absolvierte. Vittozzi schoss extrem schnell und sauber und lag 0,3 Sekunden vor Magnusson, als diese die Strafrunde verließ.
Vittozzi und Magnusson schossen beide beim letzten Stehendanschlag fehlerfrei, während Jeanmonnot zwei Scheiben stehen ließ. Die Italienerin ging mit vier Sekunden Vorsprung auf die letzte Runde. Bened schoss 20/20 und schob sich auf Platz drei, 38 Sekunden hinter der Führenden. Sie wurde aber vor dem Ziel von Kirkeeide, Braisaz-Bouchet und Elvira überholt.
Die Italienerin flog über die Schlussrunde, siegte souverän und verwies Magnusson auf den zweiten Platz. Vittozzi strahlte über das ganze Gesicht und verbeugte sich vor den Fans, als sie bei ihrem ersten Sieg seit 20 Monaten ins Ziel kam.
Fotos: IBU/Walter, Nordic Focus