Vetle Sjåstad Christiansen: „Bestes Rennen meiner Karriere“
Der Norweger Vetle Sjåstad Christiansen lieferte sich beim Olympia-Sprint der Männer über 10 km ein heißes Medaillenrennen mit Landsmann Sturla Holm Lægreid und dem Franzosen Emilien Jacquelin. Am Ende jubelte Christiansen 2,2 bzw. 2,4 Sekunden vor seinen beiden Rivalen über Silber. Damit war der Norweger überglücklich: „Es war das beste Rennen meiner Karriere.“ Gleichzeitig schaffte er damit sein bestes Einzelergebnis bei einer Großveranstaltung, nachdem er zum Ende der Vorsaison noch im IBU-Cup antreten musste.
Jeden Tag bestmöglich nutzen
Nachdem Christiansen im Vorwinter die norwegische Männerstaffel in Antholz noch als Schlussläufer auf Platz zwei geführt hatte, wurde er bei den IBU-Weltmeisterschaften nicht für das norwegische Team berücksichtigt und verpasste damit zum ersten Mal seit sechs Jahren eine Großveranstaltung. Über seine positive Entwicklung seitdem schmunzelt er: „Ich bin ein bisschen zufriedener als vor einem Jahr. Der letzte Winter lief wirklich bescheiden für mich, das muss man ganz klar so sagen. Während der WM in Lenzerheide habe ich mir gesagt, dass für mich der Weg zurück an die Spitze beginnt. Dementsprechend habe ich geplant. Ich bin das ganze Jahr über gesund geblieben und war nicht einen Tag krank. Das hat mir in diesem Jahr den Weg dorthin geebnet, wo ich heute bin. Ich wollte jeden Tag bestmöglich nutzen.“
Mit guter Renneinteilung zu Silber
Auf die knappen Abstände zwischen dem Silberrang und Jacquelin auf Platz vier angesprochen, sagte er: „Es war enger als ich dachte. Mir war nicht klar, dass wir so knapp beieinander liegen, vor allem nicht der Vierte. Unterwegs habe ich nur aufgeschnappt, dass ich wohl eine Sekunde hinter Sturla liege und dass Jacquelin die Kräfte ausgingen. Gestern habe ich hier im Stadion noch ein paar 30-sekündige Sprint-Intervalle eingelegt. Am letzten Hügel habe ich mir gesagt, dass ich nur noch einen dieser kurzen Sprints einlegen muss und dann im Ziel bin. Es war eine gute Entscheidung, gestern die Sprints zu machen. Das hat auf den letzten 500 m den Unterschied ausgemacht.“
Weiter sagte er: „Ich habe versucht, etwas langsamer als gewohnt zu laufen, damit ich auf den letzten Kilometern noch genügend Reserven habe. Das ist gerade in der Höhe von Antholz wichtig. Es war die richtige Entscheidung, die mir am Ende Silber eingebracht hat.“
Bestes Rennen der Karriere zum richtigen Zeitpunkt
Der 33-Jährige, der vor 14 Jahren sein Debüt im Weltcup feierte, untermauerte die Bedeutung des Olympischen Sprints von Antholz, den er zum Höhepunkt seiner Karriere zählt: „Das bedeutet mir alles in meinem Leben. Dafür kämpfen wir. Bei Olympia geht es nicht um Geld. Es geht nicht um Ruhm. Wir kämpfen nur für uns selbst, um vielleicht das beste Rennen der Karriere genau zum richtigen Zeitpunkt abzuliefern. Dieses Gefühl lässt sich kaum beschreiben, es ist einfach überwältigend!“
Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus