Unerwartete Biathlonmomente: Ja, das kann passieren!
Wie in jedem anderen Sport kommt es auch im Biathlon manchmal zu unerwarteten Momenten, wenn etwas Überraschendes passiert. Dabei handelt es sich manchmal um menschliche Fehler, vereiste Strecken oder Unfälle. Egal, was oder wie es passiert, meistens gibt es eine schnelle Lösung und die Athleten können das Rennen fortsetzen.
Ingrids kaputter Waffentragegurt
Stürze und Unfälle gehören zum Biathlon dazu. Und wenn man mit einer 3,5 kg schweren Waffe hinfällt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Gewehrschaft aus Holz oder Verbundwerkstoff bricht. Das ist in dieser Saison bereits mehrmals passiert. Ingrid Landmark Tandrevold ist allerdings beim Sprint in Antholz 2025 etwas noch Bizarreres passiert: Sie lief zum Schießstand, als plötzlich der Tragegurt ihrer Waffe kaputt ging. „Die Waffe ist in der letzten Kurve abgefallen. Die Schlaufen sind abgegangen und ich musste die Waffe in der Hand zum Schießstand tragen. Ich bin ziemlich begeistert, dass ich trotzdem vier Treffer geschafft habe.“
Kreuzfeuer: Braunhofer/Sjokvist
Ein oft gesehenes Missgeschick ist das sogenannte „Kreuzfeuer“. Das passiert, wenn ein Athlet zum Beispiel auf Schießbahn zwei liegt, aber auf die Scheiben eines Konkurrenten rechts oder links neben ihm feuert. Die Ursache dafür kann eine kurze Unaufmerksamkeit sein, wenn der Athlet die 50 Meter entfernten Scheiben anvisiert und dabei seine Waffe nur wenige Zentimeter in die falsche Richtung bewegt. Erst kürzlich passierte das dem Italiener Patrick Braunhofer, der in der Verfolgung in Ruhpolding fünf Schüsse auf die Scheiben des Schweden Henning Sjokvist abfeuerte. Auch der Schwede musste daraufhin innehalten und warten. „Es ist unglaublich schwer, dazustehen und abzuwarten, während die anderen an dir vorbeiziehen. Ich bin quasi über die letzten zwei Runden geflogen…und war froh, trotz allem fehlerfrei geblieben zu sein.“ Sjokvist erhielt eine Zeitgutschrift von 28 Sekunden, während der Italiener zwei Strafminuten in Kauf nehmen musste. Am besten überprüft man doppelt, ob die eigene Schießbahn und die Nummer an den Schießscheiben zusammenpassen, bevor man abdrückt!
Verlorener Skistock und Sportsgeist
Dass ein Skistock bricht oder verloren geht, passiert öfters einmal. Manchmal bricht ein Stcok aufgrund von zu viel Druck oder rutscht aufgrund einer falschen Bewegung aus der Hand. Lovro Planko aus Slowenien und Philipp Nawrath aus Deutschland verhakten sich in dieser Saison im Einzel über 20 km in Östersund. Die beiden schossen auf nebeneinanderliegenden Matten. Als sie ihre Schießbahn verließen, schob sich der Deutsche vor den Slowenen. Planko trat dabei auf Nawraths Stock und Nawrath ließ ihn fallen. Auf dem Weg zur nächsten Runde zeigte der Slowene wahren Sportsgeist und übergab Nawrath seinen Stock. „Es war meine Schuld. Das war die einzige faire Lösung.“ Nawrath fügte hinzu: „Er hat schnell reagiert. Das war sehr nett. Absolut Fairplay. Das ist das Coolste am Biathlon.“
Kein Magazin
Jeder Athlet überprüft vor dem Start, dass er vier volle Magazine und Nachlader mit sich führt. Doch manchmal befindet sich das volle Magazin nicht da, wenn es gebraucht wird! Beim Kurz-Einzel der Herren in Nove Mesto hob Quentin Fillon Maillet bei seinem letzten Stehendschießen plötzlich die Hand und rief damit einen Offiziellen zu sich. Das Problem: Der französische Olympiasieger hatte sein viertes Magazin in den Schnee fallen lassen – und es lag an einer unerreichbaren Stelle! Der Offizielle übergab ihm fünf Patronen, die er in den Gewehrschaft steckte. Er musste jede Patrone einzeln per Hand nachladen und verlor so wertvolle Zeit. Fillon Maillet landete am Ende auf Rang 17.
Die alte Weisheit ist und bleibt wahr: „Im Biathlon kann alles passieren!“
Fotos: IBU/Yevenko, Manzoni, Nordic Focus