„Es steht mehr auf dem Spiel“ – Wie Schwedens Top-Athleten trotz früher Olympia-Zusagen konzentriert bleiben

Neun Monate vor dem ersten Schuss bei der Saisoneröffnung des Weltcups in Östersund hatten vier Biathleten ihre Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 2026 in Milan/Cortina bereits sicher. Obwohl Hanna und Elvira Oeberg sowie Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson seit Mai ihr Olympia-Ticket in der Tasche haben, sind sie in der neuen Saison auf Erfolge aus.

Samuelsson sagte über die frühe Auswahl: „Ich denke nicht sehr viel darüber nach. Mein Ziel ist es, bei Olympia dabei zu sein und um Medaillen zu kämpfen. Dafür muss ich gute Leistungen zeigen und gute Rennen abliefern. Wenn ich das nicht schaffe, bedeutet mir die Vorauswahl nichts. Ins Team zu kommen, reicht nicht aus.“

„Ich nehme nichts als gegeben hin“

Für Hannah war die Olympianominierung der erste Schritt, denn im talentierten schwedischen Kader hoffen viele Athletinnen auf einen Olympiastart. „Obwohl ich im Mai die Zusage erhalten habe, muss ich gute Rennen zeigen, um nach Antholz zu fahren und dann auch wirklich starten zu dürfen. Wir werden sechs Mädels sein, aber nur vier können pro Rennen starten. Ich nehme nichts als gegeben hin, auch wenn ich ein Olympia-Ticket erhalten habe.“

Ergebnisse abliefern

Alle vier haben gute Rennen gezeigt, was die frühe Auswahl rechtfertigt. Samuelssons Form war die Beste: Rang vier in der Gesamtwertung, fünf Plätze in der Top 6 und er zählte jede Woche zu den schnellsten Läufern. Ponsiluoma war zweimal in der Top 6 und ebenfalls schnell unterwegs. Hanna hatte im Sommer mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen, hatte dann aber mit fehlerfreien Schießeinlagen den Sprint in Annecy Le Grand Bornand gewonnen und war Schlussläuferin bei dominierenden Staffelsieg in Hochfilzen. Auch Elvira hatte im ersten Trimester Gesundheitsprobleme, ist die letzten beiden Wochen aber gut gelaufen und zeigte ihr Potential in der Verfolgung in Annecy Le Grand Bornand mit ihrem Sprung von Rang 30 auf Platz 10.

Elvira: „Sprint-Gold“

Ihre Ziele drehen sich um Olympiamedaillen. Elvira hatte in Peking in Sprint und Verfolgung Silber gewonnen und wünscht sich für dieses Jahr am liebsten „Sprint-Gold, denn dieses Rennen ist am schwierigsten zu gewinnen“. Ponsiluoma erkämpfte sich in Peking Massenstartsilber und freut sich nun auf weitere Medaillenchancen. „Ich habe hier viele gute Rennen gezeigt. Ich liebe die Höhenlage und die Atmosphäre… Ich würde sagen, wir haben gute Chancen auf eine Medaille in jedem Staffelrennen.“

„Ein normales Rennen reicht aus“

2018 gewann Samuelsson Gold und Silber. Er ist bekannt für gute Leistungen bei Großveranstaltungen. „Ich denke, es ist noch mehr möglich. Ich mag dieses Gefühl und ich denke, ich bin besser, wenn ich mir selbst derartigen Druck mache.“ Sein Schlüssel zum Gewinn einer Olympiamedaille: „Bei Olympia ist es am schwierigsten, sich einzureden, dass ein normales Rennen ausreicht. Viele Athleten wollen etwas Außergewöhnliches machen, in Bestform sein und das beste Rennen ihrer Karriere abliefern. Ich konzentriere mich darauf, so gut zu sein, dass ein normales Rennen ausreicht. Es muss nichts Spektakuläres sein. Dann ist es leichter, obwohl man sehr unter Druck steht!“

„Wichtig, dass das Team dich unterstützt“

Die schwedische Mannschaft lebt das Motto „Teamwork macht den Traum wahr“. Hanna sagte nach ihrem Überraschungsgold 2018 im Einzel der Damen über 15km über die Bedeutung eines Teams: „Das Wichtigste, was ich von diesem Tag mitnehme, war, dass sich die ganze Mannschaft für mich gefreut hat. Es hat mir viel bedeutet, dass alle mir von Herzen den Erfolg gegönnt haben… Das macht mich noch immer emotional. Es ist wichtig, dass das Team dich unterstützt.“

Vielleicht ist diese Unterstützung und das Selbstvertrauen sind das Wichtigste an dieser frühen Olympia-Auswahl.

Fotos: IBU/Christian Manzoni, Yevenko, Nordic Focus

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