Single-Mixed-Staffel: 2015 ein Novum, 2030 im olympischen Programm

Der kometenhafte Aufstieg der Single-Mixed-Staffel vom etwas merkwürdigen neuen Biathlon-Format zu einer olympischen Medaillen-Disziplin erreichte gestern mit der Aufnahme in das olympische Programm für die Französischen Alpen 2030 seinen Höhepunkt. Die Single-Mixed-Staffel ist ein packender, fernsehtauglicher Wettkampf, der auf der Strecke und am Schießstand vom Tempo lebt und deswegen bei Fans wie Athleten gleichermaßen beliebt ist.

„Das ist irgendwie die Zukunft“

Der Aufstieg der Single-Mixed-Staffel zur olympischen Disziplin verlief geradezu kometenhaft; sie wurde im Februar 2015 in Nové Město und später erneut im Dezember 2015 in Östersund ins Weltcup-Programm aufgenommen.Damals war das Feld noch nicht so prominent besetzt wie heute, wo jede Nation das stärkste Duo aufstellt. Das erste Rennen gewannen Lars Helge Birkeland und Kaia Nicolaisen. Für die Heimmannschaft Schweden gingen Linn Gestblom und Tobias Arwidson an den Start, wurden Vierte und Arwidson orakelte: „Ich glaube, das ist irgendwie die Zukunft. Dieses Rennen kann man in einem kleinen Stadion in großen Städten austragen. Irgendwann in der Zukunft wird man dieses Format öfter sehen.“

Große Stars in Canmore

Im März des nächsten Jahres sorgte die Disziplin in Canmore für Aufsehen, als Frankreich Marie Dorin Habert und Martin Fourcade aufstellte. Dorin Habert brauchte auf jeder Runde einen Nachlader, übergab als Führende an Fourcade und das Duo zog davon zum Sieg vor Simon Eder und Lisa Theresa Hauser mit 45 Sekunden Vorsprung.

Kurioserweise konnte Fourcade nur eine weitere Single-Mixed-Staffel gewinnen, auch diese mit Dorin Habert, bei der Saisoneröffnung in Östersund im darauffolgenden Dezember und wieder vor Eder und Hauser auf Platz zwei. Das österreichische Duo war in den nächsten zehn Jahren Stammgast bei den Single-Mixed-Staffeln, und mit zwei Siegen und sieben weiteren Podestplätzen auch das erfolgreichste Duo der Disziplin.

Erste IBU-Weltmeister: JT und Marte

Bei den IBU-Weltmeisterschaften 2019 in Östersund wurden die ersten Medaillen in der Single-Mixed-Staffel verliehen. Die Besetzung auf dem Treppchen zeigte deutlich, dass das Format inzwischen etabliert und beliebt war. Die norwegischen Superstars Marte Olsbu Röiseland und JT Bö gewannen Gold mit 13,5 Sekunden Vorsprung vor den italienischen Legenden Dorothea Wierer und Lukas Hofer, gefolgt von den schwedischen Biathlon-Stars Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson. JT war die Bedeutung des Sieges mehr als bewusst: „Es ist großartig, der erste Weltmeister in der Single-Mixed-Staffel zu sein ... da haben wir Geschichte geschrieben!“ Röiseland und JT gewannen noch zwei weitere Weltmeistertitel in dieser Disziplin.

„Es geht um Druck“

Nach diesem hart umkämpften ersten IBU-WM-Titel in der Single-Mixed-Staffel fasste Wierer in Worte, was dieses packende Format ausmacht, in dem es so viel Führungswechsel geben kann. „Wir wissen, dass wir eine gute Staffel sind, und natürlich kommt es aufs Schießen an. Es geht um Druck. Er hat mir ein bisschen Druck gemacht. Ich hab ihm ein bisschen Druck gemacht, und es hat funktioniert.“

Welches Duo die erste olympische Goldmedaille in der Single-Mixed-Staffel gewinnen wird? In dreieinhalb Jahren werden wir es erleben – es wird auf jeden Fall spannend!

Fotos: IBU/Christian Manzoni & Archiv

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter