Shevchenko und Mikyska holen Gold im Sprint der Junioren

Bei den IBU-Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften setzte sich Anastasia Shevchenko von der RBU nach fehlerfreiem Liegendschießen an die Spitze und holte sich am Samstagvormittag im Sprintrennen der Juniorinnen über 6 km nach tadelloser Leistung im Stehendanschlag in 18:13,3 Minuten den Titel. Bei den Junioren stand am Ende Tomas Mikyska aus Tschechien ganz oben auf dem Siegerpodest. Nach nur einem Fehlschuss gewann er das Sprintrennen über 7,5 km in 20:37,9 Minuten. Sein Landsmann Vitezslav Hornig gewann Silber und machte damit den tschechischen Doppelsieg perfekt.

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Fokus auf fehlerfreies Schießen

Shevchenko, zweifache Goldmedaillengewinnerin bei den IBU-Weltmeisterschaften der Jugend und Junioren im Vorjahr, konzentrierte sich vor allem aufs Schießen: „Ich wollte unbedingt fehlerfrei bleiben, da der Wind den vorherigen Wettkampf ziemlich durcheinanderwirbelte. Heute waren die Bedingungen am Schießstand ausgeglichener und ich freue mich über mein Ergebnis. Die Trainer haben mir zugerufen, dass zwei andere Mädels ebenfalls um den Sieg laufen, daher habe ich am letzten Anstieg alles rausgehauen, um meine Führung zu verteidigen!“

Sieg trotz Sturz in der letzten Runde

Mikyska sicherte sich seine zweite Medaille in dieser Woche – und das trotz einer OP vor etwas mehr als einem Monat und einem Sturz auf der letzten Runde. „Selbst nach dem gestrigen Ruhetag war es ziemlich hart heute. Wir hatten erst schwierigere Bedingungen erwartet, doch am Ende lief es gut. Der Wind war nicht zu stark und die Rollerski liefen auch auf nassem Asphalt stabil. In der letzten Runde bin ich gestürzt. Ich habe versucht, aufs rechte Knie zu fallen, damit ich mich nicht schwerer verletze. Bis auf ein paar Kratzer ist nichts passiert. Ich freue mich sehr über den Erfolg. Meine Form so kurz nach der OP überrascht mich ein bisschen. Ich hoffe, ich kann in Richtung Winter noch stärker werden.“

Sprint der Juniorinnen

Die Lettin Sanita Bulina gewann mit einem Fehler ihre zweite Silbermedaille bei dieser WM. Am Ende lag sie 8,9 Sekunden hinter Shevchenko. Lena Repinc aus Slowenien (ebenfalls ein Schießfehler) kam mit 21,4 Sekunden Rückstand auf den Bronzerang.

Eniko Marton aus Rumänien blieb fehlerfrei am Schießstand und kam mit 21,7 Sekunden Rückstand auf Rang vier. Die Tschechin Tereza Vobornikova wurde nach einem Fehler mit 27,7 Sekunden Rückstand Fünfte. Der sechste Platz ging an Ukaleq Astri Slettemark aus Grönland. Ihr Rückstand bei ebenfalls tadelloser Schießleistung betrug am Ende 41,9 Sekunden.

Saubere Leistung im Liegendanschlag

Die Sprintwettbewerbe am Samstag begannen bei bewölktem Himmel und kühlen 11 °C. Am Schießstand wehte ein schwacher Wind. Trotzdem gelangen erst der zehnten Starterin Julia Machyniakova null Fehler im Liegendanschlag. Neun Athletinnen später übernahm Slettemark mit 14 Sekunden Vorsprung die Führungsposition. Die Starterinnen Nr. 28 (Shevchenko) und 29 (Marton) räumten im Liegendanschlag alle Scheiben ab und setzten sich auf die beiden vorderen Plätze, wobei die Athletin der RBU 3,5 Sekunden vor ihrer rumänischen Kontrahentin lag.

Shevchenko sprintet zum Sieg

Nach einem Fehler im Liegendschießen räumte die mehrfache Jugend-Weltmeisterin Repinc im Stehendanschlag alle Scheiben souverän ab und lag 0,1 Sekunden hinter der Bronzemedaillengewinnerin im Supersprint Tereza Vobornika, die ebenfalls fünf Treffer markierte. Als sichere Schnellschützin entpuppte sich auch Supersprint-Silbermedaillengewinnerin Bulina, die sieben Sekunden vor ihrer tschechischen Rivalin zurück auf die Strecke ging. Slettemark gelangen als erster Starterin zehn von zehn Treffer; sie lag 2 km vor dem Ziel 3,5 Sekunden hinter der Spitze. Shevchenko zog nach souveränem Auftritt im Stehendanschlag mit Slettemarks zehn von zehn gleich und setzte sich mit 12,3 Sekunden Vorsprung an die Spitze des 46-köpfigen Teilnehmerfelds.

Bulina lief eine äußerst starke letzte Runde und verbuchte 9 Sekunden vor Repinc die zu diesem Zeitpunkt schnellste Zeit. Obwohl Shevchenko auf der letzten Runde einige Sekunden einbüßte, gewann sie am Ende vor ihren Konkurrentinnen aus Lettland, Slowenien und Rumänien die Goldmedaille.

Sprint der Junioren über 7,5 km

Bei den Junioren sorgte Mikyskas Teamkollege Vitezslav Hornig (10,3 Sekunden hinter dem Sieger) mit ebenfalls einem Fehler für den zweiten tschechischen Doppelerfolg bei dieser WM. Der Slowake Tomas Sklenarik sicherte sich nach zwei Fehlern mit 50,8 Sekunden Rückstand Bronze.

Der Ukrainer Dmytrii Hrushchak kam mit einem Rückstand von 57,3 Sekunden und ebenfalls zwei Schießfehlern auf Rang vier. Matic Repnik aus Slowenien blieb am Schießstand zwar ohne Fehler, musste sich mit 1:02,1 Minuten Rückstand allerdings mit Rang fünf begnügen. Nikita Romanov aus der Ukraine wurde nach einem Fehler 1:04 Minuten hinter dem Sieger Sechster.

Hornig springt an die Spitze

Kurz vor dem Rennen der Junioren herrschte noch leichter Nieselregen, ehe dann die Sonne hervorlugte und ein schwacher Wind wehte. Bei nahezu perfekten Bedingungen am Schießstand blieb der zweite Starter des Rennens, Wojciech Janik aus Polen, als Erster fehlerfrei und setzte sich früh an die Spitze. Diese behielt er, bis Hornig nach einer Schnellfeuereinlage alle fünf Scheiben abräumte und 16 Sekunden Vorsprung aufs restliche Feld herauslief. Der spätere Sieger Mikyska fing sich einen Fehler ein und rangierte zunächst 29 Sekunden hinter dem Führenden auf Rang zwölf.

Hauchdünner Vorsprung für Mikyska

Repnik, der bereits im Liegendanschlag fehlerlos blieb, versenkte auch stehend alle Patronen und ging mit 44 Sekunden Vorsprung in Führung, wurde dann aber von Mikyska überholt, der noch schneller schoss und ebenfalls fehlerfrei blieb. Direkt hinter seinem Teamkollegen behauptete Hornig nach fünf perfekten Schuss zunächst noch die Führung mit 0,1 Sekunden Vorsprung.

Tschechischer Doppelerfolg in umgekehrter Reihenfolge zum Supersprint

Nach den beeindruckenden Stehendschießeinlagen fightete das tschechische Duo auf den letzten 2,5 km um die Goldmedaille. 900 Meter vor dem Ziel lag Mikyska dann 10 Sekunden vor seinem Landsmann und gab die Führung bis zum Zielstrich nicht mehr her. Am Ende standen die beiden Tschechen wieder oben auf dem Podest – nach Hornigs Erfolg im Supersprint am Donnerstag diesmal in umgekehrter Reihenfolge.

Photos: IBU/Christian Manzoni

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