Drei Trainer und ihr Erfolgsrezept für Olympia

Bei den Olympischen Biathlonwettkämpfen in Antholz werden einige Coaches mit viel Olympia-Erfahrung dabei sein. Andere feiern hingegen ihr Olympiadebüt als Trainer, darunter Simon Fourcade (Frankreich), Sverre Olsbu Røiseland (Deutschland) und Erik Torneus-Kulstad (Finnland). Alle drei haben eigene Herangehensweisen, Einstellungen und Erfahrungen. Für alle drei sind jedoch Normalität und eine Portion Gelassenheit entscheidend, um bei den Spielen erfolgreich zu sein.

Fourcade ziemlich entspannt

Simon Fourcade, Trainer der französischen Männer, nahm als Athlet 2006, 2010 und 2014 an den Spielen teil. Er weiß also, welcher Druck auf den Schultern lasten kann und welche Fallstricke es zu meistern gilt. Er reiste als Führender in der Gesamtwertung zu den Spielen 2010 in Vancouver, hatte in den Wettkämpfen in Kanada allerdings einige Probleme. „Als Trainer werde ich niemals einen solchen Druck wie damals spüren“, so der französische Coach.

„Ich habe in meiner sportlichen Laufbahn alles erreicht, was ich erreichen wollte. In dieser Zeit habe ich enorm viel Druck erlebt. Jetzt als Trainer fühle ich mich im Vergleich dazu ziemlich entspannt. Mir ist bewusst, dass ich die größte Verantwortung für das Team trage, aber das Ergebnis hängt nicht von mir ab. Deshalb blicke ich unseren Rennen gelassen entgegen. Ich glaube, dass auch die Athleten davon profitieren, da ich ihnen keinen Druck mache.“

Zurückhaltender Ansatz bei Olsbu Røiseland

Sverre Olsbu Røiseland reist mit reichlich Erfahrung zu den Spielen: Er arbeitet die dritte Saison beim DSV, nachdem er zuvor fünf Jahre für das äußerst erfolgreiche norwegische IBU-Cup-Team tätig war. Mit Blick auf Antholz verfolgt er für sich und sein Team, dem immerhin vier Olympianeulinge angehören, einen zurückhaltenden Ansatz.

„Bei der WM haben wir gemerkt, dass Normalität für die vielen Neulinge manchmal das Beste ist. Man sollte die Dinge nicht zusätzlich aufbauschen. Natürlich sind die Olympischen Spiele etwas ganz Besonderes, da sie nur alle vier Jahre stattfinden und eine enorme Aufmerksamkeit erfahren. Doch am Ende ist es wichtig, ganz normal zu trainieren und die gewohnten Abläufe einzuhalten. Man darf die Neulinge nicht zu sehr unter Druck setzen. Wir gehen mit der Einstellung an die Sache, dass es dieselben Rennen, dieselben Strecken, dieselben Scheiben und dieselben Leute sind und wir einfach unseren Spaß haben wollen. Wir reisen mit viel Energie zu den Spielen und wollen mit viel Freude und Teamgeist in die Wettkämpfe gehen.“

Analog zu Fourcade betont auch Olsbu Røiseland: „Für alle ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Wenn die Coaches gestresst sind, überträgt sich das direkt auf die Athletinnen und Athleten.“

Alles beim Alten für Torneus-Kulstad

Erik Torneus-Kulstad reist in seinem vierten Amtsjahr nach Antholz. In dieser Zeit hat er das finnische Team auf ein mehr als respektables Level gebracht. In der Nationenwertung belegt Finnland aktuell Rang neun bei den Männern und Rang sechs bei den Frauen. Suvi Minkkinen liegt in der Gesamtwertung der Frauen derzeit auf dem zweiten Platz. Wie seine Kollegen aus Frankreich und Deutschland will auch der finnische Coach die Atmosphäre und Erwartungen in einem normalen Maß halten:

„Wir werden einfach versuchen, in jeder Situation das Gewohnte zu tun und auf Außergewöhnliches zu verzichten. Die Saison hat uns sehr gut vorbereitet, sodass wir mit gewissen Erwartungen antreten. Doch die Arbeit ist immer die gleiche geblieben. Wir haben einfach sehr gute Ergebnisse erzielt. Das versuchen wir auch zu den Olympischen Spielen mitzunehmen. Das wird womöglich nicht leicht, aber ich bin überzeugt, dass es das beste Rezept ist.“

An die Athletinnen und Athleten gerichtet, sagt er: „Am Ende ist es nur Biathlon. Ich möchte, dass sie ein gutes Rennen abliefern. Wenn sich irgendwo die Chance auf mehr ergibt, wollen wir sie natürlich nutzen.“

Der finnische Coach räumt aber auch ein, dass Olympia eine weitaus größere Bühne als der Weltcup bietet. Dabei bleibt er jedoch locker, zuversichtlich und optimistisch: „Ich weiß, dass wir die besondere Atmosphäre spüren werden. Deshalb sollten wir uns jeden Tag vor Augen halten, dass wir eine einmalige Chance haben und einfach unser Bestes geben wollen.“

Ruhe als Erfolgsrezept

Die Olympischen Winterspiele sind ein spannendes und facettenreiches Spektakel, bei dem durchaus viel Druck auf allen Beteiligten lastet. Aber für die drei Trainer lautet das vielversprechendste Erfolgsrezept, ruhig zu bleiben und einfach weiterzumachen.

Fotos: IBU/ Christian Manzoni, Nordic Focus

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter