Martin Ponsilouma holt IBU WM-Gold im Sprint

Der Schwede Martin Ponsiluoma blieb an diesem Nachmittag im Sprint der Herren über 10 km bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka fehlerfrei, war schneller unterwegs als seine favorisierten Konkurrenten und sicherte sich in 24:41,1 seine erste IBU WM-Goldmedaille. Erst zwei Tage zuvor hatte er Bronze mit der Mixed-Staffel gewonnen. Der Franzose Simon Desthieux blieb ebenfalls fehlerfrei, zauberte eine starke Schlussrunde in den Schnee und holte Silber, 11,2 Sekunden hinter dem Sieger. Es ist auch für ihn die erste IBU WM-Einzelmedaille. Bronze ging an seinen Teamkollegen Emilien Jacquelin mit einer Strafrunde und einem Rückstand von 12,9 Sekunden.

Header iconIBU World Championships Men's 10 km Sprint

IBU Weltmeister – „Schwer zu glauben“

Hinter Ponsiluoma gingen noch 98 weitere Herren ins Rennen. Er war nicht sicher, dass seine blitzsauberen Schießeinlagen ihn auf Platz eins halten würden. In Hinblick auf seinen neuen Titel „IBU Weltmeister“ sagte er: „Es ist schwer zu glauben. Es fühlt sich super an. Es war nicht abzusehen (, dass ich in Führung bleiben würde). Ich wusste, dass nach mir noch viele starke Athleten kamen. Ich ging sehr früh ins Rennen, also konnte man nichts Genaues sagen.“ Auf die Frage, wann er denn realisieren wird, dass er, die Nummer 29 bei der letzten IBU WM, wirklich Weltmeister war, antwortete er: „Vielleicht heute Abend…“

„Wie im Training“

In Hinblick auf sein perfektes Schießen, fügte Ponsiluoma, der erste schwedische Weltmeister im Herrenfeld seit den ersten IBU Weltmeisterschaften 1958, hinzu: „Ich habe mich den ganzen Tag gut gefühlt. Ich habe beim Schießen an nichts gedacht, genauso wie im Training. Genau das muss man machen. Du kannst nicht darüber nachdenken, dass man so oder so treffen muss. Ich habe einfach getan, was getan werden musste.“

Johannes Dale aus Norwegen schoss einen Fehler und wurde Vierter, 22,4 Sekunden hinter dem Sieger. Er war nur 0,1 Sekunden langsamer als sein Teamkollege Johannes Thingnes Boe mit zwei Fehlern auf Rang fünf. Sechster wurde Quentin Fillon Maillet aus Frankreich mit einem Fehler und einem Rückstand von 23,9 Sekunden.

Strahlender Tag: Gutes Liegendschießen

Nach einer verregneten Mixed-Staffel am Mittwoch erwarteten die 104 Starter am heutigen Tag beste Winterbedingungen: -8°C, Flecken strahlend blauen Himmels zwischen den vorbeiziehenden Wolken, ein paar Schneeflocken und moderater Wind von 8 km/h am Schießstand. Viele schossen gut. Ponsiluoma ging mit Startnummer sechs ins Rennen, räumte schnell alle Liegendscheiben ab und schob sich auf die vordersten Plätze. Sturla Holm Laegreid und Tarjei Boe blieben ebenfalls fehlerfrei, waren aber langsamer als der Schwede. Sebastian Samuelsson traf alle Scheiben und setzte sich an die Spitze des Feldes, drei Sekunden vor seinem Teamkollegen. Johannes schoss am schnellsten, setzte aber zwei Schüsse daneben und fiel zurück. Kurz danach ließ auch Jacquelin eine Scheibe stehen. In der Mitte des Feldes brachte ein sauberer Schießdurchgang Eduard Latypov die Führung ein, während Dale und Desthieux sich dank fehlerfreier Einlagen in die Top 5 brachten.

Ponsiluoma in Führung

Ponsiluoma war der zweite Athlet, dem ein perfektes Stehendschießen gelang. Er holte sich damit die Führung. Laegreid zog nach, lag aber neun Sekunden hinter Ponsiluoma. Tarjei setzte einen Schuss daneben und fiel 20 Sekunden zurück. Nach dem Patzer beim Liegendschießen räumte Fillon Maillet stehend alle Scheiben ab und schob sich auf Rang zwei nach vorn, nur 8,8 Sekunden hinter Ponsiluoma. Latypov verfehlte eine Scheibe, war aber noch in greifbarer Nähe der Medaillen. Er lag 11,8 Sekunden zurück, ließ auf der Schlussrunde aber nach und fiel zurück. Dale schoss einmal daneben und lag auf Rang neun. Desthieux traf alle fünf Scheiben und ging 10 Sekunden hinter dem Führenden auf seine letzte Runde.

Kampf um Platz zwei und drei

Auf der Schlussrunde entbrannte ein Kampf und die Plätze zwei und drei. Ponsiluoma zauberte eine unschlagbare letzte Runde in den Schnee, schnappte sich im Ziel die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr her. Fillon Maillet lieferte eine beständige Schlussrunde ab und machte nur eine halbe Sekunden gut. Verglichen mit den meisten Konkurrenten flog Johannes über die Strecke. Von Platz sieben nach dem Schießen kletterte er auf Rang sechs und fünf nach vorn. Einen Moment lang lag er sogar auf Platz zwei. Jacquelin steuerte auf einen Podestplatz zu, blieb vor Johannes und lag zwischenzeitlich auch auf Rang zwei. Dale und Desthieux fegten beide durch den Schnee. Am Ende setzte sich der junge Norweger vor den Träger des Gelben Trikots. Doch Desthieux gab alles auf der letzten Runde, sprintete ins Stadion und schob sich knappe 1,7 Sekunden vor seinen Teamkollegen Jacquelin auf den zweiten Platz. Frankreich belegte damit die beiden Plätze hinter Ponsiluoma.

Desthieuxs Tag „wird großartig

Desthieux schaffte den ersten Podestplatz in einem Einzelrennen in dieser Saison. Schon als er am Morgen aufstand, spürte er, dass es heute sein Tag sein würde. „Ich fühlte mich fantastisch. Ich habe so lange darauf gewartet. Es ist fantastisch, heute auf dem Podium zu stehen, denn mein Saisonstart war ziemlich schwierig. Ich habe mich die letzten Wochen ausgeruht… und hart gearbeitet, um bei dieser Weltmeisterschaft in Bestform zu sein… Die letzte Runde war verrückt. Ich habe jeden Meter alles aus mir herausgeholt… Heute war ein großartiger Tag für mich. Als ich aufgewacht bin, wusste ich, dass es ein toller Tag wird. Man kann nie wissen, aber an manchen Tagen spürt man es einfach. Ich habe mein bestes Biathlonrennen seit langem abgeliefert!“

Jacquelin glücklich mit Bronze; Konzentration auf Sprint

Jacquelin wurde zwar von seinem Teamkollegen überholt, freute sich aber sehr über Bronze und konzentrierte sich schon auf den kommenden Verfolger. „Ich bin super zufrieden. Dieses Jahr war wirklich schwer für mich. Ich habe viel gelernt. Ich wollte unter die Top 5 kommen oder mehr als zweimal auf dem Treppchen stehen, aber ich habe Lehrgeld bezahlt. Und heute habe ich dann dieses tolle Rennen abgeliefert. Der dritte Platz im Sprint ist super. Ich bin glücklich. Ich weiß nicht, ob es ein perfektes Rennen war. Ich konzentriere mich bereits auf die Verfolgung am Sonntag. Das ist seit einem Jahr mein großes Ziel. Ich freue mich über Platz drei und möchte noch ein bisschen besser werden.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter