Phillipp Horn: „Vierter Platz bei Olympia bedeutet nichts“
Philipp Horn lieferte im Massenstart über 15 km den Wettkampf seines Lebens ab und feierte mit Platz vier das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere. Mit nur einem Schießfehler lag er eingangs der Schlussrunde auf dem Bronzerang. Doch am letzten Anstieg zog der Franzose Quentin Fillon Maillet noch am Thüringer vorbei. Der Frust stand Horn im Ziel ins Gesicht geschrieben: „Ein vierter Platz bei Olympia bedeutet nichts.“
Horn, der das bisher einzige Podium seiner Karriere in diesem Winter im Sprint von Hochfilzen feierte, sagte: „Nach dem dritten Schießen war ich überrascht, dass ich so weit vorn lag und um die Medaillen mitkämpfen konnte. Mit meiner Leistung am Schießstand war ich wirklich zufrieden. Als ich aus dem Stadion lief, war ich bereit, um Bronze zu kämpfen. Aber ich muss schon sagen, dass Fillon Maillet im Moment auf einem anderen Level ist. Er hat mich einfach stehen lassen, dabei habe ich um mein Leben gekämpft. Es war beeindruckend, wie er die Lücke aufgerissen hat.“
Keine Chance an der Huber Alm
Der schwere Anstieg an der Huber Alm war der Knackpunkt für Horn: „Ich glaube, diesen Teil der Strecke liebt Fillon Maillet am meisten. Er ist so unglaublich stark und zieht dort scheinbar mühelos im Eins-Eins hoch. Er fliegt den Berg förmlich hinauf. Ich hatte keine Chance.“
Trost durch die Familie
Trotz aller Enttäuschung spendeten die Worte seiner Frau Antonia dem DSV-Athleten Trost. „Sie ist das Beste in meinem Leben. Sie hat mir gesagt, dass sie einfach stolz auf mich ist. Im Ziel war ich einfach enttäuscht, da bauen die warmen Worte der Familie schon auf. Es ist toll, dass meine Frau da ist.“
Letzte Olympia-Chance
Trotz seines unermüdlichen Kampfes und der Unterstützung seiner Familie überwog bei Philipp Horn am Ende ein Gefühl der Leere: „Im Moment überwiegt ganz klar die Enttäuschung. Das war vermutlich mein letztes Olympisches Rennen, meine letzte Chance auf eine Medaille. Das kommt nicht wieder. In jedem Weltcuprennen wäre ich wahrscheinlich sehr glücklich über meine Leistung, vor allem am Schießstand. Ich bin ruhig geblieben und habe auch auf der Schlussrunde alles gegeben. Aber ich war nicht stark genug. Am Ende ist es ein vierter Platz und der ist nichts wert.“
Mit etwas Abstand wird Philipp Horn vielleicht mit Stolz auf das olympische Massenstartrennen zurückblicken. Doch im Moment ist er ob des undankbaren vierten Platzes nur zerknittert.
Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus