Die Vorbereitung auf Mailand-Cortina beginnt hier: Canmore eröffnet Para-Biathlon-Weltcup

Von Donnerstag bis Sonntag findet in Canmore die Eröffnungsrunde des IBU-Para-Biathlon-Weltcups 2025/26 statt – der erste Schritt in eine vielversprechende Saison. In den kommenden Monaten endet der erste vollständige Paralympics-Zyklus seit der Übernahme der Leitung dieser Disziplin durch die IBU. Der Fokus liegt ganz auf den Paralympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina, und alle Athleten, die in Canmore antreten, starten die Reise mit Entschlossenheit.

Dieser Winter bringt einige bemerkenswerte Änderungen mit sich. Zu den Aktualisierungen der Regeln gehört ein neues Gruppenauslosungssystem, das sich nicht mehr nach der Weltcupwertung, sondern nach IBU-Punkten richtet. Außerdem empfangen zwei Austragungsorte, Notschrei und Jakuszyce, zum ersten Mal Para-Biathleten. Die Veranstaltung Ende Januar in Polen ist besonders wichtig, da sie sowohl das Weltcupfinale als auch die letzte große Generalprobe vor den Paralympics ist.

Der Höhepunkt des Saisonauftakts ist zweifellos Oksana Masters Rückkehr zum Weltcup. Die mehrfache Paralympics-Siegerin verpasste die gesamte vergangene Saison aufgrund gesundheitlicher Probleme, und ihr Weg zurück an die Startlinie war schwierig.

„Als ich im Februar letzten Jahres bei den Weltmeisterschaften in Trondheim beim Cross-Country-Sprint mein Comeback geben wollte, stieß ein anderer Athlet beim Aufwärmen mit mir zusammen. Dabei verletzte ich mir die Rippen und konnte bis Mai nicht trainieren. Als ich endlich wieder starten durfte, verletzte ich mich an der rechten Hand und riss mir die Bänder im Zeige- und Mittelfinger, die für das Schießen entscheidend sind. Dies erforderte im Juli eine größere Operation. Aufgrund meiner deformierten Hand war die Genesung kompliziert, und ich konnte 12 Wochen lang weder mein Gewehr anfassen noch die Hand benutzen“, erklärte Masters.

Die erneuerte Rivalität in der Kategorie sitzenden Frauen zwischen Masters, ihrer amerikanischen Landsfrau Kendall Gretsch und der Deutschen Anja Wicker wird eines der bestimmenden Themen der Saison sein. Die ersten Ergebnisse im Langlauf zeigen, dass die 36-Jährige auf Skiern das erforderliche Niveau hat. Allerdings ist ihre Leistung am Schießstand nach wie vor ungewiss – ein entscheidender Faktor, der Masters dazu veranlasst hat, ihre Medaillenambitionen für Val di Fiemme zu überdenken.

„Meine Leistung am Schießstand ist noch lange nicht wieder so gut wie früher und alles ist nur so gut, wie es angesichts meiner begrenzten Trainingszeit realistisch zu erwarten war. Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber die gesundheitlichen Probleme der letzten Saison haben meine Paralympics-Ziele beeinflusst und verändert. Ich würde nicht sagen, dass ich meine Ziele für Mailand komplett geändert habe, aber ich habe mir kleinere Zwischenziele gesetzt, die mir als Orientierung dienen. Ich bin realistisch, was die verbleibende Zeit bis zu den Spielen angeht, und mir ist bewusst, dass ich viel Zeit mit meinem Gewehr verloren habe. Deshalb konzentriere ich mich auf das, was ich kontrollieren kann.“

Masters will vor allem auf den Skiern und beim Manövrieren wieder selbstbewusster werden und ihren innerlichen Antrieb wieder stärken. Darum will in diesem Winter an fast jedem Rennen teilnehmen, um ihren Körper wieder an den Rhythmus von Wettkämpfen und Erholung zu gewöhnen. Diese Weltcup-Saison wird in vielerlei Hinsicht für alle Athleten ein großer Test sein. Vor der Saison deutete vieles darauf hin, dass viele Teams ihr Training so strukturieren, dass sie im März ihre Höchstform erreichen, und dass nicht alle Nationen den gesamten Weltcup-Kalender absolvieren würden. Dennoch steht für die Teilnehmer viel auf dem Spiel: Mehrere Athleten kämpfen noch um Quotenplätze für Milano-Cortina.

Die Startliste in Canmore umfasst 70 Athleten aus 17 nationalen Verbänden, doch einige große Teams fehlen, darunter die traditionell starken Chinesen und Kasachen mit dem Gewinner der Kristallkugel der letzten Saison, Yerbol Khamitov. Auch ohne ihn bleibt das Feld der sitzenden Männer eines der am härtesten umkämpften. Zu den wichtigsten Athleten, die es in dieser Saison zu beobachten gilt, gehören Derek Zaplotinsky, Aaron Pike und Scott Meenagh, der bereits angekündigt hat, dass dies sein letztes Jahr sein wird.

In den stehenden Kategorien bleibt abzuwarten, ob sich erfahrene Athleten wie Oleksandra Kononova und Mark Arendz gegenüber der nachwachsenden Generation behaupten können. In den Kategorien für Sehbehinderte bleibt unterdessen eine Frage offen: Kann jemand die langjährige Dominanz der deutschen Frauen und ukrainischen Männer durchbrechen?

In Canmore stehen drei Wettkampftage bevor. Die Saison beginnt am Donnerstag mit dem Sprint, gefolgt von einem Ruhetag, bevor die Athleten am Samstag in Sprint und Verfolgung starten. Das Wochenende endet am Sonntag mit dem Einzelrennen und rundet damit einen intensiven Start in die Paralympische Saison ab.

Photos: Kacin | IBU, Vanzetta | IBU, OIS

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