Olympischer Sprint-Showdown auf 1.600 Metern
Nach den drei bisherigen Sprint-Rennen im Weltcup liegen bei den Frauen Lou Jeanmonnot, Suvi Minkkinen und Maren Kirkeeide auf den ersten drei Plätzen in der Disziplinwertung. Bei den Männern führen Tommaso Giacomel, Sebastian Samuelsson und Eric Perrot das Ranking an. Bei der Frage nach der Favoritenrolle spielt auch die Höhe von Antholz eine Rolle, die der Gleichung eine weitere Komponente hinzufügt.
Die Sprint-Besten im Winter 2025/2026
Hanna Öberg konnte als einzige Athletin in der Saison 2025/26 bereits zwei Sprints gewinnen. In beiden Fällen blieb sie dabei fehlerfrei am Schießstand. Ihre Schwester Elvira sowie Lou Jeanmonnot und Suvi Minkkinen konnten ebenfalls Siege nach fehlerfreien Schießeinlagen feiern.
Bei den Männern gelangen allein Giacomel bereits zwei Sprintsiege in diesem Winter. In Hochfilzen setzte er sich mit zehn sauberen Treffern auf den ersten Platz. In Oberhof lief er nicht nur für sich selbst, sondern auch für seinen verstorbenen Freund Sivert Guttorm Bakken – eine beeindruckende Energieleistung. Johan-Olav Botn gewann in Östersund. Hätte ihn nicht eine hartnäckige Viruserkrankung außer Gefecht gesetzt und seine Starts in Oberhof und Ruhpolding verhindert, stünde er jetzt wahrscheinlich unter den Top 3 der Disziplinwertung. Vetle Sjåstad Christiansen siegte überraschend in Annecy-Le Grand Bornand, landete in den anderen Rennen aber nicht einmal in der Nähe des Podiums. Sebastian Samuelsson hingegen siegte im letzten Sprint vor Olympia in Ruhpolding.
Weitere Podestplätze
Jeanmonnot stand neben ihrem Sieg zwei weitere Male auf dem Podium, Minkkinen holte einen weiteren Podestplatz. Anna Magnusson stand zweimal auf dem Treppchen, Kirkeeide, Michelon, Wierer, Simon und Vittozzi jeweils einmal. Bei den Männern verzeichnete Johannes Dale-Skjevdal zwei Podestplätze. Perrot, Fillon Maillet, Jacquelin, Uldal, Horn, Nawrath und Frey standen je einmal auf dem Stockerl. Giacomel ist der einzige Sprintsieger mit einem weiteren Podium.
Kurzer Antholz Rückblick
In der Saison 2024/2025 überzeugte Lou Jeanmonnot in Antholz-Anterselva mit dem Double aus Sprint und Verfolgung. Hanna und Elvira Öberg standen jeweils zweimal auf dem Podest, allerdings gelang dies im Sprint nur Elvira. Dorothea Wierer and Lisa Vittozzi haben ebenfalls gute Erinnerungen an den Wettkampfort: In der Saison 2022/23 feierte Wierer den Sieg im Sprint. Vielleicht führt ihr dieser Erfolg vor Augen, dass sie trotz schlechtem Schlaf, anhaltenden Rückenschmerzen und dem nahenden Karriereende immer zu magischen Momenten fähig ist. Giacomel wurde 2024/25 Dritter im Sprint von Antholz, was ihm auch in diesem Jahr Selbstvertrauen verleihen dürfte. Für Samuelsson ist Antholz bisher kein gutes Pflaster: Der Wettkampfort in Südtirol ist der einzige, an dem der Schwede noch nie auf dem Podium stand. Seine letzten Ergebnisse lesen sich wie eine Horrorbilanz: Vergangene Saison wurde er 21. im Sprint, im Jahr zuvor nur 30. – und das mit jeweils drei Fehlschüssen. Perrot landete im vergangenen Winter auf dem achten Platz, Fillon Maillet wurde 28. Doch das wird Quentin nicht allzu sehr beunruhigen: In Antholz konnte er bereits einmal gewinnen und stand sechsmal auf dem Podium. Dabei sicherte er sich bei den Weltmeisterschaften 2020 Silber im Sprint.
Olympia-Erfahrung
Elvira Öberg (Silber) und Wierer (Bronze) standen bei den Winterspielen 2022 in Peking im Sprint auf dem Podium und sind in Antholz die einzigen beiden Starterinnen, die bereits olympisches Edelmetall in dieser Disziplin vorweisen können. Bei den Männern ist es Fillon Maillet, der 2022 Olympiasilber im Sprint gewann.
OWG 2026 - Sprint Preview
Foto: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus