Staffel-Spannung in Antholz

Es schien schon so, als würden Frankreich und Norwegen Antholz 2026 unter sich ausmachen – bis Martin Ponsiluoma und Lisa Vittozzi in den Verfolgungsrennen Gold gewannen und noch mal andere Flaggen im Stadion aufziehen ließen, bevor am Dienstag und Mittwoch vor einer erneut ausverkauften Südtirol Arena die Staffeln auf dem Programm stehen.

Frauen: Frankreich ist der eindeutige Favorit – aber...

Nachdem Julia Simon den Verfolger ausgelassen hat, weil sie sich nicht fit fühlte, muss Frankreich plötzlich auch andere Optionen in Betracht ziehen. Lou Jeanmonnot hat in Antholz 2026 schon drei Medaillen gewonnen und eine vierte knapp verpasst, was sie zu einer sicheren Bank macht. Oceane Michelon ist in Traumform und nach einer Silbermedaille im Sprint und einem fünften Platz im Verfolger bestens aufgelegt. Hatte Frankreich sich bis zuletzt noch mit dem Dilemma herumgeschlagen, ob man die exzellente Schützin Camille Bened oder die laufstarke Justine Braisaz-Bouchet ins Rennen schickt, die in Einzel und Sprint nur auf eine Trefferquote von 60 % gekommen war und den Verfolger verpasst hatte, müssen jetzt möglicherweise beide antreten.

Hanna Öberg, Elvira Öberg, Anna Magnusson und Linn Gestblom werden Frankreich unter Druck setzen, Simon hin oder her. Ihre Formkurve zeigt nach oben: Elvira lieferte in der Verfolgung die schnellste Laufzeit, Magnusson die drittschnellste, Gestblom lag bei den Laufzeiten auf 10, Hanna auf 15.

Marthe Krakstad Johansen, Karoline Offigstad Knotten, und Sprint-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide dürften in der norwegischen Staffel gesetzt sein. Offen ist, ob Juni Arnekleiv Ingrid Landmark Tandrevold ersetzt, die im Verfolger gleich neun Scheiben stehen ließ. Nicht zu vergessen: Johansen, Arnekleiv, Knotten, und Schlussläuferin Kirkeeide gewannen den letzten Staffeltest vor Antholz 2026 in Ruhpolding.

Deutschland wird von einem Magen-Darm-Infekt geplagt, der die laufstarke Janina Hettich-Walz um den Sprint-Start brachte. Vanessa Voigt und Franziska Preuss müssen in Bestform sein, hoffen, dass Julia Tannheimer die Strafrunde vermeidet, und dann muss die Vierte im Bunde – ob es nun Anna Weidel, Selina Grotian oder Hettich-Walz ist – einen perfekten Tag haben, wenn Deutschland um eine Medaille mitlaufen will. Genauso ist es auch bei Italien: Für Vittozzi läuft es fantastisch, Dorothea Wierer ist in Topform, aber können Michela Carrara und Hannah Auchentaller die Waffe ruhig halten, wenn eine Olympia-Medaille auf dem Spiel steht?

Header iconOWG 2026 - Relay Preview

Männer: Gold für Frankreich oder Norwegen, Bronze noch offen

Quentin Fillon Maillet, Eric Perrot und Emilien Jacquelin sind in Antholz allesamt in außerordentlich guter Form und haben beste Chancen auf eine Medaille. Die einzige Sorge ist die Trefferquote des Startläufers Fabien Claude, der momentan nur 60 % seiner Scheiben trifft. Sie treten gegen die übermächtigen Norweger an, die wohl Johan-Olav Botn, Sturla Holm Laegreid, Vetle Sjaastad Christiansen und Johannes Dale-Skjevdal aufstellen dürften.

Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson sind darauf angewiesen, dass Jesper Nelin und Viktor Brandt die Nerven behalten, dann können sie – wie wir bei den Weltmeisterschaften 2024 in Nove Mesto na Morave gesehen haben – die Chance nutzen, sollten die Favoriten straucheln.

Deutschland (Philipp Nawrath, Philipp Horn, Justus Strelow und David Zobel) und Finnland (Olli Hidensalo, Tero Seppala, Tuomas Harjula und Otto Invenius) haben Außenseiterchancen.

Photos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter