Schwedisches Doppelglück: Sprintsieg für Samuelsson

Sebastian Samuelssons erster Sprintsieg verdoppelte heute noch einmal die Freude der schwedischen Fans, nachdem Mannschaftskameradin Hanna Oeberg zuvor schon den Sprint der Frauen gewonnen hatte. Er lag vom Start bis ins Ziel in Führung, traf alle Scheiben und überquerte die Ziellinie in Siegerpose nach 22:33,5. Der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen setzte ebenfalls zehn Treffer, wurde aber mit 11,8 Sekunden Rückstand Zweiter. Mannschaftskamerad Johannes Thingnes Boe im roten Trikot traf auch alle Scheiben und wurde mit 12,2 Sekunden Rückstand am Ende Dritter.

Bestes Rennen meiner Karriere Für Samuelsson war der zweite Sieg seiner Karriere etwas Besonders. „Ein tolles Gefühl, und auch noch mein erster Sieg in einem Sprint. Es war das perfekte Biathlon-Rennen und für mich vielleicht das bislang beste Rennen meiner Karriere. Ich bin überglücklich.“ Motivation Der zweite Platz im Sprint beim Abschluss der letzten Saison in Oestersund und auch die heimischen Fans lieferten viel Motivation. „Wirklich, vor allem auf der letzten Runde. Ich wusste, dass es letztes Jahr so knapp war, und vielleicht haben die Fans diesmal den Unterschied gemacht. Es ist heute kalt hier, deswegen bin ich beeindruckt, wie viele Leute heute hier sind. Es war schön, den Zuschauern nach dem schlechten schwedischen Tag gestern auch etwas zurückgeben zu können.“

Emilien Jacquelin aus Frankreich wurde mit einem Fehler und 23,7 Sekunden Rückstand Vierter. Jacquelins Mannschaftskamerad Simon Desthieux traf alle Scheiben und wurde mit nur 0,1 Sekunden Rückstand auf Jacquelin Fünfter. Der Deutsche Philipp Nawrath konnte am Schießstand mit Desthieux mithalten, landete aber zeitgleich mit dem fehlerfreien Fabien Claude aus Frankreich auf Platz sechs, beide mit 27,5 Sekunden Rückstand.

Samuelsson geht es schnell an

Die Männer starteten in ihren ersten Sprint der Saison bei den gleichen kalten und bewölkten Bedingungen wie zuvor schon die Frauen. Die Strecke war hart und schnell, und am Schießstand lauerte wie immer der tückische Wind von Oestersund. Samuelsson, der schon auf der ersten Runde die schnellste Laufzeit in den Schnee zauberte, lag nach fünf Treffern mit 13 Sekunden Vorsprung in Führung, gefolgt von Jacquelin mit einem langsameren, aber fehlerfreien Schießen, das ihm Rang zwei einbrachte. JT im roten Trikot traf souverän und schob sich 0,1 Sekunde vor Jacquelin. Fillon Maillet und Desthieux trafen ebenfalls alle fünf Scheiben im liegenden Anschlag und schafften es in die Top sechs. Fabien Claude tat es den Mannschaftskameraden gleich, war aber schneller und ging nur 1,9 Sekunden hinter Samuelsson aus dem Schießstand.

Der Mann, den es zu schlagen galt

Samuelsson war der Mann, den es zu schlagen galt. Er kam mit einem großen Vorsprung zum Stehendschießen, mähte fast im Vorübergehen seine fünf Scheiben nieder und setzte sich 38 Sekunden vor das Feld. Jacquelin patzte einmal, lag aber immer noch nur 19 Sekunden hinter dem schwedischen Rivalen. JT konterte mit einer Schießeinlage in Lichtgeschwindigkeit und kam bis auf fast 5 Sekunden an Samuelsson heran. Nawrath setzte die nächsten fünf Treffer und meldete auf Rang drei Ansprüche aufs Podium an. Trotz einer Strafrunde ging Claude als Dritter aus dem Stehendschießen zurück auf die Strecke, wenige Sekunden vor den Mannschaftskameraden und Nawrath. Christiansen mit Startnummer 62 zog dann allerdings nach einem perfekten Liegendschießen noch mal an ihnen alles vorbei und ging als Dritter raus, nur 1,1 Sekunden hinter JT.

Christiansen Zweiter

Samuelsson lief eine starke letzte Runde, stob nur so die letzte Abfahrt herunter und überquerte in Siegerpose die Ziellinie. JT hingegen fiel bei jeder Zwischenzeit weiter zurück und lag 700 Meter vor dem Ziel schon 10,9 Sekunden hinten. Er war nicht schnell genug, um den dahinfliegenden Christiansen auf Abstand zu halten, der sich mit 0,4 Sekunden Vorsprung Platz zwei sicherte.

„Gewinnen wird für dich heute schwer werden“

Christiansen wusste, dass man ihm den ersten Podestplatz seit fast zwei Jahren nicht schenken würde. „Sebastian war sehr gut. Es war ein taktisch perfektes Rennen, sehr effizient am Schießstand. Vor dem Start habe ich mir gesagt, ‚Vetle, Gewinnen wird für dich heute schwer werden, es war ein ziemlich gutes Rennen von ihm.‘“ „Gute Tage nicht vergeuden“

Er gab zu, dass es nicht leicht ist, in der norwegischen Mannschaft zu bleiben: „Wir haben ein paar gute junge Leute. Ich glaube, es ist wichtig, seine Chancen zu verwerten, wenn man sich gut fühlt, an den Tagen die Null zu schaffen und die guten Tage nicht zu vergeuden. Es ist ein gutes Gefühl, so früh in der Saison schon auf dem Podest zu stehen. Das gibt einem Selbstvertrauen, da kann man tief ausatmen und in den nächsten Rennen ein bisschen mehr Spaß haben.“

JT: Hofft „auf ein oder zwei Podestplätze nächstes Wochenende“

JT sagte trotz seines dritten Platzes über seinen Tag: „Das war eines meiner besten Rennen überhaupt. Ich habe alles getroffen. Ich war von Anfang bis Ende schnell unterwegs; tolles Tempo auf der Strecke. Ich habe getan, was ich konnte und bin Dritter geworden. Damit bin ich zufrieden.“ Zu seinen ersten zwei Rennen sagte er weiter: „Ich habe vieles gut gemacht. So viel will ich da gar nicht hinzufügen. Ich will schneller laufen, aber am Schießstand habe ich es hervorragend gemacht, also muss ich mich jetzt nur ein paar Tage erholen ... und dann hoffe ich auf ein oder zwei Podestplätze nächstes Wochenende.“

Photos: IBU/Christian Manzoni

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