Laegreid siegt erneut über 20 km

Der Norweger Sturla Holm Laegreid, Überraschungssieger des Einzels der Herren über 20 km bei der letztjährigen Saisoneröffnung in Kontiolahti, galt heute in Östersund als Favorit und lieferte ab. Laegreid ging nach dem ersten Stehendschießen in Führung, blieb wie letztes Jahr fehlerfrei und siegte in 51:04. Er wiederholte damit seinen Sieg von 2020. Sein Mannschaftskollege Tarjei Boe schoss zwei Fehler und wurde Zweiter, 59,2 Sekunden zurück. Platz drei ging an den Franzosen Simon Desthieux mit zwei Strafminuten und einem Rückstand von 1:00,6.

Header iconOestersund Men's 20 km Individual

Niedrige Erwartungen

Laegreid gab zu, dass er niedrige Erwartungen gehabt hatte. Nichtsdestotrotz konnte er seinen Erfolg aus der letzten Saison wiederholen. „Es ist wie ein Déjà-vu. Letzte Saison habe ich aus dem Nichts heraus einen Sieg eingefahren, den ich nicht erwartet hatte. Heute war ich nicht in Bestform. Ich kann bessere Leistungen zeigen. Aber ich bin fehlerfrei geblieben und es hat für den Sieg gereicht. Ich hoffe, ich kann die letzte Saison wiederholen, denn sie war sehr gut.“ Gedankenspiele

Laegreid mag den mentalen Teil des längsten und schwierigsten Rennens im Biathlon. „Je mental anspruchsvoller, desto besser für mich. Ich genieße es, aber es ist schwierig. Heute habe ich um jeden der 20 Schüsse gekämpft. Am Ende hat es geklappt. Ich wurde mit dem Sieg belohnt. Das ist ein tolles Gefühl.

Scott Gow aus Kanada schaffte eine persönliche Bestleistung mit Rang vier. Er schoss fehlerfrei und lag 1:26,8 zurück. Bisher war Gows bestes Ergebnis Patz 10 im letztjährigen Saisonabschlussrennen, dem Massenstart, der ebenfalls in Östersund stattgefunden hatte. Johannes Thingnes Boe schoss zwei Fehler und wurde Fünfter mit einem Rückstand von 1:28,5. Der saubere Schütze Sivert Guttorm Bakken belegte Rang sechs mit einem Abstand von 1:29,4. Damit landeten drei Norweger unter den besten sechs Athleten.

Im Flutlicht: Nelin führt nach Liegendschießen

Die Bedingungen veränderten sich kaum zwischen dem Damen- und dem Herrenrennen. Es wurde etwas kühler und die Nacht brach herein. Es wehte den Athleten weiterhin eine leichte Brise ins Gesicht, die ein fehlerfreies Schießen unter den Flutlichtern im Stadion erschwerte. Johannes Thingnes Boe ging im Gelben Trikot ins Rennen und ließ gleich beim ersten Liegendschießen eine Scheibe stehen. Roman Rees aus Deutschland führte kurzzeitig, doch Tarjei Boe schob sich vor ihn. Der Lokalmatador Jesper Nelin übertrumpfte den Norweger mit einem fehlerfreien Durchgang und lag zwischenzeitlich in Führung. Danach ging es für ihn leider nach hinten.

Laegreid ändert alles

Trotz eines Liegendfehlers zeigte JT Boe ein starkes Stehendschießen und räumte ale Scheiben ab. Rees traf ebenfalls alle Ziele, während Tarjei eine Strafminute schoss und nun 37 Sekunden hinter Rees lag. Als Laegreid an den Schießstand kam, änderte sich alles. Er schoss tadellos und verdrängte Rees von Platz eins. Bakken griff mit einem zweiten fehlerfreien Schießen das Podium an, lag aber nur auf Rang vier. Vetle Sjaastad Christiansen zeigte ebenfalls die Stärke des norwegischen Teams. Auch er traf alles und schob sich unter die Top 4. JT verfehlte erneut ein Ziel beim zweiten Liegendschießen. Auch Rees setzte einen Schuss daneben, konnte die Führung aber behaupten. Dann zeigte Laegreid erneut fünf perfekte Schüsse und setzte sich 32 Sekunden vor seinen Teamkollegen. Beim zweiten Liegendschießen schob sich auch Desthieux ins Bild. Ein fehlerfreies Schießen katapultierte ihn von els auf drei nach vorn. Christiansen zeigte ebenfalls keine Schwäche und setzte sich sogar neun Sekunden vor Laegreid.

Letztes Stehendschießen

Tarjei verfehlte eine Scheibe beim letzten Stehendschießen, konnte aber die Führung halten. Latypov vollendeten sein gutes Rennen mit einem fehlerfreien Schießen und verdrängte Tarjei. Laegreid zeigte den Fans, was er drauf hat. Abgeklärt und schnell räumte er seine letzten fünf Ziele ab und ging mit einem Vorsprung von 1:20 auf die letzten 4 km. Bakken schaffte ebenfalls 20/20 und lag acht Sekunden hinter Tarjei. Christiansens Treppchenträume zerplatzten, aller er drei Fehler schoss und nach hinten durchgereicht wurde.

Desthieux holt auf

Tarjei flog über die letzte Runde. Laegreid war einige Minuten hinter ihm gestartet, kontrollierte aber den ersten Platz. Der ältere Boe-Bruder kämpfte um Sekunden gegen seinen jüngeren Bruder und Desthieux, der nach dem letzten Schießen aus Rang fünf lag, neun Sekunden hinter dem Norweger. Der französische Star war nicht schnell genug, um Tarjei einzufangen. Der Norweger hielt Platz zwei. Der Franzose erkämpfte Rang drei und verhinderte ein komplett norwegisches Podest.

Erneut Sieger

Laegreid überquerte die Ziellinie. Er war erschöpft, hatte aber noch genug Energie, um in die Kameras zu winken, nachdem er seinen zweiten Sieg bei einem Saisoneröffnungsrennen eingefahren hatte. Er nannte es: „Déjà-vu!“

Obwohl er gewonnen hat, fand Laegreid, dass er noch besser in Form kommen muss. „Ich brauche viele Rennen, um in Form zu kommen. Jede Woche werde ich schneller und schneller. Ich mache mir keine Sorgen über meine Form. Ich denke, ich werde zur Olympiade fit sein.“

 Tarjei: „Bester der zweiten Gruppe“

Der Biathlonveteran Tarjei gab zu, dass er sowohl Respekt vor den 20 km als auch vor seinen Teamkollegen hat. „Es ist ein langes Rennen. Ich mache das jetzt seit 15 Jahren, aber es ist immer noch eine Herausforderung. Um ehrlich zu sein, hatte ich mit zwei Fehlern Glück, heute den zweiten Platz eingefahren zu haben. Sturla schoss in seiner eigenen Liga. Und ich war der Beste der zweiten Gruppe. Großer Respekt vor Sturla. Ich habe mir mit Simon einen Kampf geliefert und auch einige meiner Teamkollegen haben mitgemischt. Es war ein toller Tag für Norwegen und ein toller Tag für mich.“

Teamkamerade hilft Desthieux

Desthieux verdankt nach eigener Aussage seine starke letzte Runde der Unterstützung seines Teamkameraden Antonin Guigonnat. „Es war ein toller Kampf. Der Einzel in Östersund ist nie leicht… Es besteht aus einem langen Anstieg und ich mag das. Mir liegt diese Strecke… Antonin hat mir auf der letzten Runde geholfen. Ich danke ihm. Er hat versucht, besser zu sein, um mich aufs Podium zu bringen. Es ist toll, so etwas mit seinen Mannschaftskollegen zu teilen… Ich bin froh, so in die neue Saison zu starten.“

Photos: IBU/Christian Manzoni

 

 

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