Marketa Davidova siegt im Einzel von Östersund

Marketa Davidova aus Tschechien ging nach dem ersten Stehendschießen beim Einzel der Damen über 15 km in Östersund an diesem Vormittag in Führung und holte sich den Sieg in 42:43,5. Die IBU Weltmeisterin im Einzel von 2021 blieb fehlerfrei, ebenso wie bei ihrem Titelgewinn im Februar. Lisa Theresa Hauser aus Österreich schoss einen Fehler und wurde Zweite, 1:17,5 hinter Davidova. Platz drei ging an Denise Herrmann aus Deutschland, ebenfalls mit einem Fehler und einem Rückstand von 1:23.

Header iconOestersund Women's 15 km Individual

Nicht ihre Lieblingsdisziplin

Davidova gab zu, dass der Einzel – trotz ihres Weltmeistertitels – nicht ihre Lieblingsdisziplin istt. „Ich freue mich sehr, denn es ist nicht mein Lieblingswettkampf. Ich bin keine gute Schützin, aber ich werde langsam besser, vielleicht. Ich bin wirklich froh, dass ich so (20/20) geschossen habe.“

Weltmeisterin im Gelben Trikot

In Hinblick auf die Weltmeisterschaft und ihren heutigen Sieg sagte sie: „Ich denke, ich hatte in Pokljuka wirklich Glück. Ich habe (heute) auf der Strecke nur gegen mich gekämpft. Ich musste einfach ins Ziel kommen. Alles andere war wie im Nebel. Das hat mir vielleicht geholfen, durchzuhalten.“

Der heutige Sieg brachte Davidova zum ersten Mal in ihrer Karriere das Gelbe Trikot ein, das sie morgen im Sprint tragen wird. „Es ist verrückt, aber ich bin glücklich.“ Dzinara Alimbekava aus Weißrussland wurde Vierte mit zwei Strafminuten, 1:46 zurück. Platz fünf ging an die Russin Uliana Nigmatullina mit einem Fehler und einem Rückstand von 2:04. Die Kanadierin Emma Lunder schaffte mit Rang sechs persönliche Bestleistung. Auch sie ließ eine Scheibe stehen und lag 2:05,2 zurück.

Saisoneröffnung: Gute Bedingungen

Die BMW IBU Weltcupsaison wurde mit dem Einzel der Damen über 15 km bei exzellenten Witterungsbedingungen und Temperaturen bei -8°C eröffnet. Der leichte Wind war herausfordernd genug, dass alle Damen, außer Davidova, mindestens eine Scheibe verfehlten. Beim ersten Liegendschießen räumten mehr als 50 Damen alle Ziele ab. Auch Dorothea Wierer blieb fehlerfrei und ging in Führung. Davidova zog nach, lag aber 6,8 Sekunden zurück. Hinter ihr folgten Hauser und Herrmann.

Davidova übernimmt Führung

Beim ersten Stehendschießen schaffte Hauser einen weiteren sauberen Durchgang und schob sich nach vorn. Doch kurze Zeit später blieb Davidova fehlerfrei und übernahm die Führung. Herrmann fiel aufgrund eines Schießfehlers zurück. Nigmatullina fügte ihrem perfekten Liegend- ein ebenso sauberes Stehendschießen hinzu und schob sich auf Rang vier. Beim zweiten Stehendschießen zeigten Davidova und Hauser erneut ihre Künste. Beide trafen, doch die Tschechin verließ 19 Sekunden schneller das Stadion. Herrmann brachte sich mit einem fehlerfreien Durchgang zurück ins Rennen und arbeitete sich auf Platz sieben vor. Nigmatullina schoss zum dritten Mal fehlerfrei und lag auf Rang drei.

Entscheidung beim letzten Schießen

Der Wettkampf wurde beim letzten Stehendschießen entschieden. Hauser verfehlte eine Scheibe, ebenso wie die Russin. Herrmann schoss erneut fehlerfrei und sprang kurz auf Rang zwei. Dann kam Davidova, räumte blitzschnell alle Scheiben zum dritten Mal ab und baute ihre Führung aus 1:19 vor der Österreicherin aus. Herrmann fiel auf Platz drei zurück.

In der letzten Runde änderte sich nichts. Davidova holte sich den dritten Sieg ihrer Karriere. Hauser und Herrmann landeten auf dem Treppchen hinter ihr. Mit dem Gelben Trikot auf dem Rennanzug braucht Davidova nach eigener Aussage noch mehr Kraft für den Sprint. „Ich muss irgendwoher neue Kraft schöpfen und mein Bestes geben.“

Hauser hat „so einen guten Start nicht erwartet“

Hauser war von ihrem Fehler beim letzten Stehendschießen und dem zweiten Platz nicht enttäuscht. Im Gegenteil, sie war sehr zufrieden. „Ich habe so einen guten Start nicht erwartet. Ich habe mich gut gefühlt, aber jede Athletin ist vor dem Saisonstart aufgeregt… Ich war sehr nervös vor dem heutigen Rennen. Es ist wunderbar, so einen Wettkampf abzuliefern.“ Zum Schießen sagte sie: „Wenn man sich die Ergebnisse ansieht, wäre ich auch mit Mal Null hinter Marketa gelandet. Im Einzel muss man gut schießen. Das wusste ich. Ich habe versucht, mich zu konzentrieren. In den letzten zwei Woche habe ich gute Schießergebnisse abgeliefert. Ich wusste, dass ich alles geben musste, aber das ist manchmal nicht so einfach.“

Herrmanns Strategie „ist aufgegangen“

Herrmann war nicht überrascht von ihrem Ergebnis. „Ich bin nicht überrascht, aber trotzdem glücklich, dass ich das Wichtigste geschafft habe. Der Einzel ist ein besonderes Rennen und man muss sehr gut schießen. Ich weiß, dass ich das kann, aber im Biathlon ist es manchmal schwierig umzusetzen. Ich bin sehr zufrieden, dass heute alles geklappt hat.“ Im Hinblick auf ihre Strategie sagte sie: „Ich bin die ersten Kilometer nicht so schnell angegangen. Das war meine Strategie… Das Wichtigste ist, dass man ruhig zum Schießstand kommt und der Kopf klar ist. Diese Strategie ist aufgegangen.“

Photos: IBU/Christian Manzoni

 

 

 

 

 

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