Michelon überrascht sich selbst

Oceane Michelon war vor dem Start des ersten Olympiarennens ihrer Karriere ziemlich nervös und wusste nicht so recht, was sie erwartet. „Ich war unwahrscheinlich aufgeregt und konnte heute morgen gar nichts frühstücken. Im Rennen habe ich mich nicht gut gefühlt. In der letzten Runde war ich etwas benommen, da ich nichts gegessen hatte.“ Im Ziel allerdings strahlte sie über beide Ohren: Silber war mehr, als die 23-Jährige je erwartet hätte.

Suche nach der Form

Die Gewinnerin des Blauen Trikots des Vorwinters lief in der aktuellen Saison ihrer Form etwas hinterher. Allein zum Saisonauftakt in Östersund blieb sie im Sprint ohne Schießfehler. Vor einem Monat landete sie im Sprint von Ruhpolding auf einem enttäuschenden 32. Platz. Im Massenstart von Nové Město vor zwei Wochen kam die Form zurück. Die Französin traf 19 von 20 Scheiben und landete knapp hinter ihrer Teamkollegin Julia Simon. Nun zeigt die Formkurve bei Olympia weiter nach oben. Der Lohn: die Silbermedaille nach fehlerfreiem Schießen.

Sehr zufrieden mit der eigenen Leistung

Michelon sah lange Zeit wie die Siegerin aus, ehe Maren Kirkeeide auf den letzten 500 Metern noch einmal den Turbo zündete und der Französin den Titel um 3,8 Sekunden wegschnappte. „Ich war glücklich über meine Leistung. Daher fiel es mir nicht schwer, die starke Performance von Maren auf der Schlussrunde zu bewundern. Es ist fantastisch, in meinem ersten Rennen bei Olympischen Spielen gleich Silber zu gewinnen. Darüber freue ich mich sehr. Heute habe ich wirklich meine letzten Energiereserven auf der Strecke gelassen. Maren war einfach unglaublich und unwahrscheinlich schnell. Ich freue mich für sie, bin aber sehr zufrieden mit meiner eigenen Leistung. Mehr geht heute nicht.“

Staunen über Olympia

Im vergangenen Winter standen Michelon und Kirkeeide bei den IBU-Weltmeisterschaften erstmals gemeinsam auf dem Podium. Damals gewann die Französin Silber, die Norwegerin Bronze. „Ja, das war wirklich toll. Morgen in der Verfolgung werden wir eine gute Show liefern. Ich freue mich darauf. Olympia ist wirklich gigantisch. Wir werden das Rennen morgen in vollen Zügen genießen. Es wird super, zusammen zu laufen.“

Strahlendes Lächeln

Michelon räumte ein, dass ihr Ziel eigentlich die Olympischen Winterspiele 2030 vor heimischer Kulisse waren und dass sie die Qualifikation in diesem Jahr als Bonus betrachtet: „Die Silbermedaille ist unfassbar! Ich bin megahappy. Ich hätte nicht geglaubt, dass mir das in meinem ersten Olympiarennen gelingt. Ich habe das Rennen heute genossen. Jetzt werde ich bis zum Ende der Spiele mit einem großen Lächeln herumlaufen.“

In den nächsten Tagen stehen die Verfolgung, die Staffel der Frauen und der Massenstart an. Vielleicht könnte Michelons Lächeln sogar noch größer werden ...

Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter