Vor dem Loop One: Norwegens Schieß-Challenge in Lavazè

Zum Abschluss ihres zweiwöchigen Trainingscamps in Lavazè (Italien) haben sich die norwegischen Männer schon einmal auf das Loop One am Wochenende und die schnellen Skiroller eingestimmt. Im Mittelpunkt ihres Camps steht eine mehrtätige Challenge am Schießstand, die mit viel Prestige einhergeht.

Schnee auf dem Dachstein – Minustemperaturen in Lavazè

In dieser Woche fiel der erste Schnee der Saison auf dem Dachsteingletscher. Zudem zeigte das Thermometer in Lavazè am Dienstagmorgen um 8 Uhr -1 °C. Damit steht fest: Der Winter und die Saison 2026/27 im LaVita IBU-Weltcup rücken mit großen Schritten näher.

Die norwegischen Frauen folgten indes einem anderen Plan und absolvierten stattdessen ein Schwellentraining mit langen Runden und Schießübungen. Coach Sverre Olsbu Røiseland hat jede Schießeinlage genauestens überwacht und wird mit seinem Team bis zum Saisonstart noch an Details arbeiten. „Wir haben bis jetzt sehr hart gearbeitet. Daher schrauben wir die Intensität in den letzten Tagen etwas zurück.“

Neuntägige Schieß-Challenge

Beim Warm-up und Anschießen der Männer am Morgen zeigte sich der Schießstand mit zwölf Bahnen auf 1.800 m Höhe in strahlendem Sonnenschein. An Tag 8 der neuntägigen Schieß-Challenge ging es wieder darum, den besten Schützen im Camp zu ermitteln. Bei der Einheit an diesem Tag stand nicht das übliche Rundenlaufen mit Anfahrt zum Schießstand und Abdrücken im Mittelpunkt. Coach Patrick Oberegger erklärte: „Heute sind sechs Runden geplant, abwechselnd liegend und stehend. Die Athleten kommen die Abfahrt runter und müssen dann 30 Sekunden lang so schnell sie können den steilen Anstieg zum Schießstand hinauf. Dann schießen sie, erholen sich kurz und wiederholen das Ganze.“ Eingangs der vorletzten Einheit lag Vetle Sjåstad Christiansen in Führung, doch Oberegger erinnerte das Team daran, dass noch alles möglich sei.

Die Stimmung war ausgelassen, die Athleten lachten viel und klatschten einander ab. Sobald der Wettbewerb begann, gaben alle Vollgas und gingen mit voller Energie in den steilen Anstieg mit 18-20 % hinauf zum Schießstand. Die Schießeinlagen waren schnell und wild, genauso wie der kurze Sprint zum Ziel. In jeder Runde schien es einen anderen Leader zu geben. Christiansen, Dale-Skjevdal und Johan-Olav Smørdal Botn wechselten sich dabei ab. Die kurze Erholungspause war lang genug, um schnell etwas zu trinken oder einen Spaß zu machen. Am Ende der Einheit baute Christiansen seinen Vorsprung mit nur einem Fehlschuss aus, wobei Botn mit 30 Treffern den Bestwert des Tages erzielte.

Mehr Risiko und Spektakel

Mit Blick auf das Trainingscamp ergänzte Oberegger: „In den ersten Tagen hier haben wir an der Schießtechnik gearbeitet, nicht an den Zeiten. Es ging darum, die Scheiben zu treffen. Dann standen schnellere Schießeinlagen mit hoher Intensität auf dem Plan, die teilweise höher als in den Rennen war. Für unsere Jungs geht es meist darum, ihre Position im Saisonverlauf zu halten, da sie wissen, dass sie mit einem schlechten Rennen im IBU-Cup landen können. Doch wir wollen diese Einstellung ein wenig ändern, am Schießstand etwas mehr Risiko gehen und etwas mehr Spektakel zeigen.“

Vor diesem Hintergrund findet zum Abschluss der Schieß-Challenge ein Testwettkampf über 20 km mit vier Schießeinlagen statt, der das Team auf das Loop One vorbereiten soll. „Wir machen am Freitag noch einen offiziellen Trainingstag hier, bevor es nach München geht. Dort wollen wir uns von unserer besten Seite zeigen.“

Fotos: IBU/Kokesh

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