Kirkeeide sichert Norwegen in letzter Minute den Staffelsieg in Ruhpolding

Die Norwegerin Maren Kirkeeide holte Lisa Vittozzi aus Italien einige hundert Meter vor dem Ziel noch ein und sprintete dann 50 Meter vor der Ziellinie an ihr vorbei. Damit siegte die norwegische Damenstaffel über 4 x 6km an diesem Nachmittag in Ruhpolding in 1:07:06,2. Das norwegische Team bestehend aus Kirkeeide, Karoline Offigstad Knotten, Juni Arnekleiv und Marthe Krakstad Johansen hatte kein einziges Mal in Führung gelegen, bis Kirkeeide sich in einem dramatischen Schlusssprint den Sieg sicherte. Das Quartett brauchte neun Nachlader bei seinem ersten Staffelsieg in dieser Saison.

„Angst, ich schaffe es nicht aufs Treppchen“

Kirkeeide erklärte, wie sie diesen fast unmöglichen Überraschungssieg vollbracht hatte: „Keine Ahnung. Ich hatte Angst, ich schaffe es nicht aufs Treppchen, also habe ich versucht, an Hanna dranzubleiben. Dann habe ich gesehen, dass wir Julia eingeholt hatten. Ich dachte: ‚Okay, wenn wir sie überholen, dann sind wir auf dem Treppchen‘. Ich hatte sehr gute Skier und plötzlich war ich in der Nähe von Lisa und habe es einfach versucht. Das ist mein erster Staffelsieg und es hat unglaublich viel Spaß gemacht!“

„Teamkolleginnen haben gute Arbeit geleistet“

Sie nannte den Sieg „etwas sehr Besonderes. Meine Teamkolleginnen haben gute Arbeit geleistet und mir eine gute Position für meine Runde gesichert. Dank ihnen konnten wir heute gewinnen.“

Engster Damenstaffel-Zieleinlauf aller Zeiten

Italien hatte nach beiden Schießeinlagen der vierten Läuferin geführt und landete am Ende mit einem knappen Rückstand von 0,9 Sekunden und vier Nachladern auf Rang zwei. Schweden brauchte sieben Nachlader und kam drei Sekunden hinter Norwegen auf Platz drei. Einen derart engen Zieleinlauf mit drei Staffeln innerhalb von 3 Sekunden hat es in der Geschichte der Damenstaffel noch nie gegeben. Die vorherige Bestmarke lag bei 4,5 Sekunden 2017 in Ruhpolding.

Die Französinnen benötigten sechs Nachlader und kamen mit einem Rückstand von 10,5 Sekunden auf Platz vier. Rang fünf ging an Tschechien mit dem besten Schießergebnis des Tages – drei Nachlader – und einem Abstand von 52,8 Sekunden. Deutschland belegte Platz sechs mit einer Strafrunde, acht Nachladern und einem Rückstand von 1:01,8.

Mehrere Führungswechsel

Nach Eiseskälte in Oberhof genossen die 19 Teams die angenehmen acht Grad an diesem fast windstillen Tag. Vanessa Voigt führte 10 Teams nach dem ersten Liegendschießen aus dem Stadion, darunter Lou Jeanmonnot und Johanna Skottheim. Von diesen drei schaffte es nur Schweden aufs Treppchen. Insgesamt sah das Staffelrennen neun Führungswechsel, bevor Kirkeeide den Sieg für Norwegen erkämpfte.

Die Französin Oceane Michelon lag nach dem ersten Wechsel 5,5 Sekunden vor der Konkurrenz. Dorothea Wierer führte nach den Liegendschießen, während Julia Tannheimer sich nach dem Stehendschießen nach vorn schob. Am Ende übergab allerdings die Schwedin Linn Gestblom als Erste beim nächsten Wechsel. Die Tschechin Tereza Vobornikova kontrollierte die folgenden beiden Schießeinlagen, doch Vittozzi ging als erste nach dem letzten Wechsel auf die Runde.

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Kirkeeide fliegt zum Sieg

Julia Simon und Vittozzi blieben liegend beide fehlerfrei und lieferten sich stehend ein Kopf-an-Kopf-Schießen. Am Ende ging die Italienerin knapp in Führung. Kirkeeide und Hanna kämpften um Platz drei mit einem Rückstand von 13 Sekunden, da beide nachladen mussten.

Vittozzi führte auf der Schlussrunde. Kirkeeide und Hanna schlossen auf. Kirkeeide holte alle Kraft aus sich heraus und zog auf den letzten 50 Metern noch an der Italienerin vorbei.

Fotos: IBU/Harald Deubert,Yevenko, Nordic Focus

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