Das Warten hat ein Ende - Mixed-Staffel-Medaille für Frankreich, Italien oder ...?

Das Warten hat ein Ende: In weniger als 24 Stunden beginnen bei den Olympischen Winterspielen 2026 die Biathlonwettbewerbe in der Antholzer Südtirol Arena mit der gemischten Staffel. Der olympische Eröffnungs-Klassiker hat das Potential, eine der spannenden Mixed-Staffeln seit Jahren zu werden.

Es gibt mehrere Gründe, warum alle Nationen ihre besten Staffeln ins Rennen schicken. Zum einen ist eine Staffel ein gutes Rennen, um das olympische „Eis“ zu brechen und ein Gefühl für Wettkampfbedingungen zu bekommen, auch wenn Antholz natürlich allen vertraut ist. Zu anderen nimmt eine frühe Medaille für die Mannschaft den Druck raus, schafft Selbstvertrauen und Dynamik.

Titelverteidiger

Vorweg: Die Titelverteidiger aus Norwegen treten mit einer komplett neuen Staffel an, nachdem Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Röiseland, Tarjei und JT Bö inzwischen im Ruhestand sind. Für Sonntag sind der Routinier Vetle Sjaastad Christiansen und der junge Schnellschütze Martin Uldal aufgestellt, dazu die erfahrene Karoline Offigstad Knotten und Nachwuchs-Star Maren Kirkeeide. Norwegen hat die Schlagkraft, den Titel zu verteidigen, aber es wird kein Spaziergang.

Frankreich hat die zwei letzten Weltmeistertitel in dieser Disziplin abgeräumt und geht mit Eric Perrot, dann Quentin Fillon Maillet, Lou Jeanmonnot und Schlussläuferin Julia Simon mit ihrer geradezu außerirdischen Trefferquote von 91 % an den Start. Dass sie den Abschluss macht, ist nur logisch, weil sie diese Position gut kennt und auch unter Druck souverän bleibt.

Italiens erste Garde

Italien und Frankreich werden basierend auf den zwei bisherigen Mixed-Staffeln dieser Saison als Favoriten gewertet. In Östersund siegte Frankreich. Die Italiener stellten sowohl in Östersund als auch in Nove Mesto ihre erste Garde auf: Tommy Giacomel, Lukas Hofer, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi. In Nove Mesto holten sie den Sieg, in Östersund wurden sie Zweite. Sie bleiben bei dieser Besetzung, und Hofer, Wierer und Vittozzi haben schon eine olympische Bronzemedaille von der Mixed-Staffel 2018 im Schrank. Für die Italiener ist es obendrein ein Wettkampf vor heimischem Publikum, sie werden also hochmotiviert sein, in die Medaillen zu laufen.

Frankreich hat es in der Hand

Unter den Top sechs der startenden Staffeln hat es wohl Frankreich in der Hand: Der hochtalentierte Perrot macht den Auftakt, gefolgt vom erfahrenen Fillon Maillet, der derzeit besten Biathletin Jeanmonnot und der unerbittlichen Julia Simon. Im italienischen „Dream Team“ kann Giacomel mit Perrot mithalten, und Hofer ist derzeit in Topform. Doro im Heimstadion und Vittozzi gegen Simon – es verspricht, ein furioses Rennen zu werden. Die Schweden und Norweger liegen nur knapp dahinter; die zwei Mannschaften müssen wie alle anderen versuchen, möglichst wenig Nachlader zu verbrauchen und die Strafrunde zu vermeiden. Wenn sie am Schießstand knipsen können, haben sie über die Laufzeiten gute Medaillenchancen.

Deutschland und Finnland haben Potential, sind aber beide auf einen besonders guten Tag oder Fehler der Konkurrenz angewiesen, um es aufs Podest zu schaffen.

Schweden und Tschechien

Ein weiterer Kandidat sind die in Peking viertplatzierten Schweden mit Sebastian Samuelsson, Martin Ponsiluoma und den Öberg-Schwestern. Sie sind alle schnell in der Loipe und können fehlerfrei schießen. Auch die Silbermedaillengewinner der IBU WM 2025 aus Tschechien werden hoch gehandelt, insbesondere nach einem dritten Platz vor zwei Wochen. Das erfahrene Quartett aus Jessica Jislova, Tereza Vobornikova, Vitezslav Hornig und Michal Krcmar schießt immer gut, dürfte aber auf der Strecke Schwierigkeiten haben, mit den Rivalen mitzuhalten.

Eins steht fest: Diese olympische Mixed-Staffel verspricht, einen packenden, hochdramatischen Auftakt für zwei Wochen Biathlon zu liefern.

Fotos: IBU/Manzoni, Yevenko, Nordic Focus

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