Massenstart beendet spektakuläre Biathlonwettkämpfe in Milano/Cortina

Zwölf Tage voller spektakulärer, spannender Biathlonwettkämpfe bei diesen Olympischen Winterspielen in Milano/Cortina enden mit zwei stark umkämpften Massenstartrennen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Es ist die letzte Chance, bei diesen Olympischen Spielen 2026 Medaillen zu gewinnen.

Viel hängt davon ab, wer noch ein paar Energiereserven gespart hat nach den stressigen Wettkämpfen in der dünnen Luft von Antholz. Ein perfektes oder fast perfektes Schießen (19 von 20) und ein paar Kraftreserven für die Schlussrunde werden die Medaillen entscheiden. So war es zumindest in den anderen Wettkämpfen bisher.

Die Herren: Olympiasieger vorn oder…

Die drei Goldmedaillengewinner Johan-Olav Botn, Quentin Fillon Maillet und Martin Ponsiluoma habe bei ihren Siegen jeweils brillant geschossen. Botn und Fillon Maillet hatten danach allerdings Probleme. Der Schwede, der normalerweise im Stehendschießen wackelt, zeigte in der Verfolgung, was in ihm steckt, und schaffte 15/15. Er geht außerdem als Silbermedaillengewinner von 2022 ins Rennen und könnte sich dank seiner Laufstärke durchsetzen. Fillon Maillet stand bereits mehrmals in Antholz auf dem Podest und kann 43 Treppchenplätze bei Rennen mit vier Schießdurchgängen nachweisen (darunter 13 Siege).

Neben den Olympiasiegern gibt es vier weitere Kandidaten auf Gold – nämlich die „üblichen Verdächtigen“: Die beiden junge Wilden, Eric Perrot und Tommaso Giacomel, schafften bereits überzeugende Massenstartsiege in dieser Saison. Nach seinem unglücklichen vierten Platz in der Verfolgung gab Perrot zu, dass er nicht mehr hatte tun können. Doch nach dem fantastischen Staffelsieg am Dienstag wird der Franzose alles für eine Goldmedaille im Massenstart geben. Giacomel ist von seiner Heimolympiade bisher enttäuscht. Nach vier Nachladern in der Staffel wird er nun alles tun, um aufs Treppchen zu kommen. Er hat nichts zu verlieren. Wenn er sich entspannt und so auftrumpft wie in Annecy le Grand Bornand oder Oberhof, ist alles möglich.

Die beiden anderen Goldkandidaten sind Vetle Sjaastad Christiansen und Sebastian Samuelsson. Christiansen zeigte solide Leistungen bei seinen OWS-Starts und schaffte die ganze Saison über gute Rennen. Außerdem gewann er den Massenstart in Antholz 2024 und weiß, wie er die 15km in 1600 Metern Höhe angehen muss. Dazu kommt Sebastian Samuelsson. Obwohl es nicht die OWS seiner Träume sind, hat er stehend in der Herrenstaffel gut geschossen. Außerdem gewann er den Massenstart von Olso im letzten Jahr und wurde in dieser Disziplin bereits Weltmeister. Wenn seine Schießleistung an die seines Teamkollegen Ponsiluoma herankommt, dann wird Samuelssons Laufstärke ihn aufs Treppchen führen.

Die Damen: Schießduell in der Südtirol Arena

Bei den Damen wird der Sieg wohl am Schießstand entschieden. Wer viermal fehlerfrei bleibt, gewinnt. Drei Damen sind im Fokus: Lisa Vittozzi, Lora Hristova und Suvi Minkkinen blieben in zwei Rennen bei Olympia bisher fehlerfrei. Maren Kirkeeide, Lou Jeanmonnot, Julia Simon und Oceane Michelon haben ebenfalls einen perfekten Schießtag auf ihrem Olympia-Resümee stehen.

Simon war brillant in der Staffel. Dank ihrer Laufleistung kann sie die Königin des Tages werden. Sie hat außerdem fünf Massenstartsiege auf ihrem Haben-Konto, darunter zweimal in Antholz. Das macht sie zur Favoritin!

Vittozzi hat eine Goldmedaille gewonnen und steht nun unter Druck. Eine entspannte Vittozzi könnte leicht alle 20 Scheiben abräumen und sich Gold schnappen – so wie in der Verfolgung. Minkkinen ist bekannt dafür, überlegt zu schießen und zu treffen. Sie stand im Massenstart noch nie auf dem Podest, doch vielleicht schafft sie es ja dieses Mal!

Jeanmonnot will unbedingt eine Einzelmedaille bei Olympia gewinnen. Sie besitzt bereits ein komplettes Set aus Milano/Cortina, darunter Bronze in der Verfolgung. Gold gewann sie in der Staffel und der Mixed-Staffel. Sie ist 100% konzentriert. Trifft sie 20/20, dann ist sie ganz vorn dabei.

Neben den Genannten hat auch Dorothea Wierer eine Chance trotz ihres verpatzten Staffelauftritts. Es ist ihre letzte Chance und sie wird alles riskieren. Wenn ihre Schnellfeuereinlagen sitzen, dann könnte sie ihren Karriereabschluss mit einer Medaille krönen.

Wie bei den Herren gibt es auch bei den Damen mehrere Antwärterinnen auf Edelmetall. Jede könnte den Titel holen. Doch nichts ist sicher. Vielleicht gelingt einer der 30 Damen im Feld ja eine Überraschung.

Es ist und bleibt Biathlon… wo alles passieren kann!

Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

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