Lisa Vittozzi gewinnt mit viel Geduld Verfolgung in Otepää

Die Italienerin Lisa Vittozzi lief heute Nachmittag in der 10 km Verfolgung der Frauen von Otepää die ersten drei Runden und zwei Liegendschießen geduldig mit der Französin Julia Simon mit und kam gemeinsam mit ihr zum ersten Stehendschießen. Vittozzi traf, Simon musste in die Strafrunde, und die Italienerin lief davon zum Sieg in 33:33,7 Minuten. Für die Verfolgungs-Olympiasiegerin war es der dritte Saisonsieg und auch der dritte Verfolgungssieg.

„Ein bisschen länger gewartet“

Vittozzi schoss wie schon zuvor Sturla Holm Lägreid ein eher besonnenes Tempo und wartete immer wieder Böen ab. „Heute war es sehr schwierig. Ich habe mein Bestes gegeben, ein bisschen länger gewartet und um jeden Treffer gekämpft. Leicht war es wirklich nicht, aber ich bin froh, dass ich heute mit zwei Fehlern gewinnen konnte.“

„Mir liegt die Strecke“

Der Streckenverlauf in Otepää liegt ihr, glaubt sie, und sie freut sich auf die IBU WM 2027. „Es war wirklich nett, und heute waren auch viele Leute da. Mir gefällt es hier. Mir liegt die Strecke, sie passt zu meinem Laufstil. Ich hoffe nächstes Jahr auf winterliche Bedingungen. Ich denke, das werden nette Weltmeisterschaften.“

Die Finnin Suvi Minkkinen, die im roten Trikot lief, konnte mit einem Fehler, 26,2 Sekunden Rückstand und dem zweiten Platz ihre Führung in der Verfolgungswertung verteidigen. Minkkinen setzte sich auf der Zielgeraden gegen die Französin Lou Jeanmonnot im gelben Trikot durch und verwies den französischen Star um 0,7 Sekunden auf Platz drei. Jeanmonnot baute mit nur einem Fehler ihren Vorsprung auf die Finnin in der Gesamtwertung auf 201 Punkte aus.

Die Französin Justine Braisaz-Bouchet wurde mit drei Fehlern und 52,7 Sekunden Rückstand Vierte, ihre Mannschaftskameradin Oceane Michelon mit ebenfalls drei Fehlern und 1:03,3 Rückstand Fünfte. Sechste wurde die Schwedin Linn Gestblom mit zwei Fehlern und 1:04,5 Minuten Rückstand, für sie eine Saisonbestleistung.

Vittozzi und Simon zusammen im Liegendanschlag

Die Frauen hatten mit denselben starken Böen am Schießstand und einer langsamen Strecke bei warmem Wetter zu kämpfen wie zuvor die Männer. Simon und Vittozzi führten auf der ersten Runde das Feld an, ließen im ersten Liegendschießen beide eine Scheibe stehen und lagen trotzdem weiter auf Rang 1 und 2. Jeanmonnot schoss bei dem starken Wind sehr besonnen und traf, ebenso Michelon. Sie gingen mit 12 und 23 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke, Elvira Öberg kurz dahinter. Das Führungsduo schoss auch im zweiten Liegendschießen fehlerlos und praktisch synchron, was ihre Positionen zementierte. Jeanmonnot schoss schneller und kam wieder ohne Fehler durch, nun mit 25 Sekunden Rückstand. Michelon und Elvira mussten einmal in die Strafrunde und lagen auf vier und fünf.

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Minkkinen gewinnt Laufduell auf der Schlussrunde

Simon konnte sich vor dem erstes Stehendschießen von Vittozzi absetzen, ließ aber zwei Scheiben stehen und öffnete das Türchen für die Italienerin, die mit fehlerfreiem Schießen konterte und mit einem Vorsprung von 38 Sekunden davonzog. Sie war nicht mehr einzuholen. Jeanmonnot erhöhte auf fünfzehn Treffer und schob sich auf 9 Sekunden an Simon heran. Vittozzi ließ im letzten Stehendschießen noch eine Scheibe stehen, der Vorsprung war aber groß genug für den Sieg: Simon verschloss gleich dreimal. Jeanmonnot verschoss einmal, schob sich aber dennoch auf Rang zwei und hatte nun Minkkinen mit vier Sekunden Rückstand im Nacken, die ohne Fehler geblieben war. Minkkinen und Jeanmonnot duellierten sich auf der letzten Runde, bis Minkkinen sich auf den letzten 50 Metern gegen die laufstarke Frau im gelben Trikot durchsetzte.

Fotos: IBU/Dmytro Yevenko, Nordic Focus

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