Fünf brennende Fragen an...Lisa Vittozzi

Die Italienerin Lisa Vittozzi hatte zweifellos eine der besten ersten Wochen ihrer Weltcup-Karriere, die in der Saison 2014/15 begann und in der sie eine olympische Bronzemedaille, zwei BMW-IBU-Weltcup-Siege und vier IBU-Weltmeisterschaftsmedaillen geholt hat.

Nach mehreren schwierigen Jahren schaffte Vittozzi mit Gold und Silber bei der IBU-Sommerbiathlon-Weltmeisterschaft im August die Wende. In dieser Woche folgte auf den dritten Platz im 15-km-Einzelrennen ein brillanter Staffellauf, dann ein zweiter Platz im Sprint am Samstag und Platz vier in der Verfolgung am Sonntag; am Ende trug die Italienerin das Gelbe Trikot. Vittozzi fährt nicht nur schneller als je zuvor, sondern hat auch eine Treffsicherheit von beeindruckenden 95 % vorzuweisen und genießt wieder jeden Tag im Biathlon.

Sie beantwortete ein paar Fragen über Biathlon und...

Biathlonworld: Was hat Sie an Ihren dunkelsten Tagen in den letzten Jahren davon abgehalten, Ihren Biathlontraum aufzugeben?

Lisa Vittozzi: Um ehrlich zu sein, waren das sehr harte Jahre, aber ich habe nie aufgehört, an mich zu glauben. Wenn es so schwierige Momente gibt wie in den letzten Jahren, ist die Zuversicht natürlich nicht sehr groß. Aber im Grunde meines Herzens habe ich nie den Glauben an meine Fähigkeiten verloren, denn ich wusste, dass man nicht zufällig Zweiter im Gesamtweltcup wird. Das und die Tatsache, dass ich noch jung bin (27), hat mir geholfen, weiterzumachen. Ich wollte mir wirklich beweisen, dass ich all das überwinden kann.

BW: Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben, und von wem kam er?

LV: Ich muss sagen, dass Jonne Kähkönen und Edoardo Mezzaro mir wirklich geholfen haben, meine Einstellung zum Schießen zu ändern, denn das war mein größtes Problem. Ich hatte Angst, Fehler zu machen, und letztes Jahr bekam ich gar Angst vor dem Schießen. Durch das Training mit ihnen fand ich Leichtigkeit und Spaß an dem, was ich mache.

BW: Sie sagten nach dem Einzelwettkampf, dass Sie sehr hart am Liegendschießen gearbeitet hätten. Was war der Schlüssel, um diese Fähigkeit wiederzuerlangen?

LV: Neben dem mentalen Ansatz haben wir auch das Schießschema geändert. Das versuchten wir, weil ich mich von den alten Gewohnheiten lösen musste. Im Sommer bemerkten wir, dass es nicht nur in dieser Hinsicht half, sondern dass es für mich besser funktionierte, also haben wir in dieser Richtung weitergemacht.

BW: Sie hatten in diesem Sommer mit Jonne einen neuen Trainer und eine neue, recht junge Trainingsgruppe um sich herum. Hat Sie der neue Input und der jugendliche Enthusiasmus motiviert?

LV: Wenn ich sie sehe, sehe ich nicht mich selbst in ihrem Alter, denn ich war noch sehr jung, als ich in den A-Kader kam, aber ich fühlte mich diesem Team immer zugehörig. In gewisser Weise habe ich mich genauso gefühlt wie heute, trotz des unterschiedlichen Alters. Ein so junges Team um mich zu haben, gibt mir das Gefühl von Jugend, das ich damals nicht hatte! Wir hatten viel Spaß beim gemeinsamen Training, aber ich hoffe, sie haben auch etwas von mir gelernt.

BW: Zum spaßigen Teil: Können Sie uns etwas über sich selbst erzählen, das nicht jeder weiß?

LV: Die meisten Leute sagen mir, dass ich viel lustiger bin, als ich nach außen hin wirke. Ich bin eher ein introvertierter Mensch, aber ich mache gerne Witze!

BW: Was wäre Ihr perfektes Abendessen mit italienischen Spezialitäten, von der Vorspeise bis zum Dessert? LV: (Mit einem breiten Lächeln) ... Pasta Amatriciana und Tiramisu!

Photos: IBU/Christian Manzoni, Hendrik Osula

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