„Probiere gern Neues aus“ – Norwegisches Nachwuchstalent Kalkenberg über den Mut, eigene Wege zu gehen

Kasper Kalkenberg ist eines der Nachwuchstalente der norwegischen Biathlonmannschaft. In den vergangenen Jahren hat er bei Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften mehrere Medaillen gewonnen. Die Saison 2025-2026 brachte große Veränderungen mit sich. Wie ist er damit zurechtgekommen?

„In der Saison 2025-2026 haben sich für mich viele neue Chancen ergeben. Ich habe viel über mich und meinen Körper gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar“, so beschreibt Kalkenberg seine letzten Monate für Biathlonworld. Nach mehreren erfolgreichen Jahren als Junior hatte der 21-Jährige sich für den norwegische IBU-Cup-Kader qualifiziert. Das brachte neue Herausforderungen mit sich.

„Ich musste mich erst daran gewöhnen, im Winter jede Woche mehrere Rennen zu laufen. Bei den Junioren waren es deutlich weniger Wettkämpfe als jetzt bei den Senioren. Aber laufe ja gerne Rennen, also habe ich versucht, mich so gut wie möglich an die neue Situation anzupassen.“ Um die ungewohnte körperliche Belastung zu bewältigen achtete er vermehrt auf ausreichende Erholung zwischen den Wettkämpfen und Trainingseinheiten, vor allem während der Reisen zwischen den verschiedenen Austragungsorten. „Insgesamt bin ich mit den Ergebnissen der letzten Saison zufrieden.“ Kalkenbergs Weg dorthin war eher ungewöhnlich.

Trainieren ohne die Mannschaft

Im Frühjahr 2025 beschloss Kalkenberg, die norwegische Nationalmannschaft zu verlassen und sein Training selbst zu organisieren. „Ich probiere immer gern Neues aus. Ich wollte ins Höhentraining, um zu sehen, wie mein Körper auf diese Bedingungen reagiert“, erklärt er. Da das nicht auf seinem Trainingsplan bei der Nationalmannschaft stand beschloss er, sein Training selbst zu organisieren. Seine Schwester Emilie Kalkenberg schloss sich ihm an.

Geschwisterliebe bei Familie Kalkenberg

„Meine Schwester und ich sind ein tolles Team. Wir reden viel und verbringen viel Zeit zusammen. Natürlich gehen wir einander manchmal auch auf die Nerven, aber ich glaube, das ist normal.“ Die Geschwister mussten einiges auf die Beine stellen, um ihr eigenes Training zu organisieren - Trainingspläne schreiben, Hotelzimmer buchen und den Transport der Ausrüstung in die Wege leiten. Die größte Herausforderung waren die Kosten. „Wir haben versucht, Sponsoren für die zusätzlichen Kosten zu finden. Das ist uns zum Glück auch gelungen.“

Es ist ein fester Bestandteil seiner Trainingsphilosophie, sich immer weiter zu verbessern, auch wenn er Kritik einstecken muss. Seine Mannschaftskameraden haben ihm allerdings keine Steine in den Weg gelegt. In diesem Sommer trainiert er mit den norwegischen B-Kader. „Ich glaube, sie freuen sich, dass ich wieder da bin.“

Langer Weg in den Weltcup

Momentan konzentriert sich Kalkenberg darauf, für die Saison 2026-2027 einen Platz in der IBU-Cup-Mannschaft zu ergattern. „Ich will ums Podest mitlaufen. Natürlich habe ich auch den Weltcup im Hinterkopf, aber es ist noch ein langer Weg bis in den Weltcup. Bei den Laufleistungen war ich nicht immer vorne mit dabei.“ Die Konkurrenz in der norwegischen Mannschaft sieht er nicht als Nachteil. „Natürlich wäre es schön, wenn ich direkt aus dem Juniorencup in den Weltcup aufsteigen könnte, wie das in anderen Ländern möglich ist. Aber ich bin die Konkurrenz gewohnt. Ich weiß, dass ich immer meine Bestleistung abrufen muss. So bleibe ich auch fokussiert.“ Der 21-Jährige will als Biathlet Fortschritte machen – und das an jedem Tag.

Fotos: IBU I Archiv

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