Julia Simon holt Verfolgungssieg in Hochfilzen

Die Französin Julia Simon übernahm die Kontrolle in der Verfolgung der Damen über 10 km nach einem fehlerfreien zweiten Liegendschießen und sicherte sich den Sieg in 29:56,7. Simon leitete sich in dieser Saison bis jetzt liegend keinen Patzer. Heute schoss sie nur einmal daneben – im ersten Stehendanschlag. Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen machte einen Sprung nach vorn von Rang 13 auf Platz zwei. Sie musste einmal in die Strafrunde und lag im Ziel 19,6 Sekunden zurück. Marketa Davidova aus Tschechien ließ zwei Scheiben stehen und wurde Dritte mit einem Rückstand von 28,1 Sekunden.

Ein Sieg in Gelb: „Unglaublich!“

Simon trägt zum ersten Mal in ihrer Karriere das Gelbe Trikot. Nach ihrem Sieg sprudelte die Freude im Ziel nur so aus ihr heraus. „Es ist fantastisch! Einfach unglaublich! Es ist etwas Besonderes, im Gelben Trikot zu siegen. Es war perfekt… verrückt! In Gelb zu laufen, hat so viel Spaß gemacht. Ich habe dieses Rennen wirklich genossen.“

„Ziemlich einfaches“ letztes Stehendschießen

In Hinblick auf das letzte Stehendschießen und ihren Kampf mit Linn Persson auf Schießbahn Nummer eins sagte sie: „Sie wollte vor, als habe ich sie gelassen. Es war ein guter Kampf. Ich war sehr selbstbewusst. Es war ziemlich einfach, denn ich habe mich einfach auf mein Ziel konzentriert, fehlerfrei zu schießen. Ich dachte darüber nach und habe dann angefangen, zu kämpfen. Es war ein gutes Schießen. Ich bin sehr stolz auf dieses Rennen.“

Die Schwedin Elvira Oeberg schoss drei Fehler und wurde mit einem Abstand von 34,4 Sekunden Vierte. Denise Herrmann-Wick aus Deutschland musste ebenfalls dreimal in die Strafrunde und kam 42,7 Sekunden hinter der Siegerin auf Rang fünf. Sechste wurde Elviras Teamkollegin Linn Persson mit zwei Fehlern und einem Rückstand von 46 Sekunden.

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Herrmann-Wick früh in Führung

Bei den Damen herrschten andere Bedingungen als im Sprint am Donnerstag. Die Wolken hingen tief, es schneide leicht, die Temperaturen lagen um den Gefrierpunk und die Windfahnen flatterten in Abständen im Wind, was das Schießen verkomplizierte. Herrmann-Wick startete aggressiv in die erste Runde und räumte beim ersten Liegendschießen alle Scheiben ab, bevor die anderen einen Schuss abgeben konnten. Simon und Davidova zogen nach, lagen aber 19 Sekunden zurück. Elvira war ebenfalls fehlerfrei, hatte aber 30 Sekunden Rückstand zur Führenden. Die nächsten sechs Damen trafen ebenfalls alles, lagen aber weitere 20 und mehr Sekunden zurück.

Tandrevolds Verfolgungsstrategie

Die deutsche Starathletin ließ beim zweiten Liegendschießen eine Scheibe stehen und öffnete so die Tür für Simon und Davidova. Beide blieben fehlerfrei und setzten sich auf die beiden Topränge, 9,1 Sekunden vor Herrmann-Wick. Elvira musste einmal in die Strafrunde, hielt aber Rang vier. Persson und Tandrevold waren ihr, zusammen mit zwei weiteren Athletinnen, dicht auf den Fersen und nur Sekunden hinter ihr.

Tandrevold sagte über ihre Strategie: „Ich wollte auf der Strecke Spaß haben und beim Schießen ruhig bleiben. Im Sprint hatte ich nicht die beste Leistung gezeigt. Heute war mein Kopf beim Anschießen irgendwo anders… Es war schrecklich, aber ich habe es geschafft, mich während des Rennens zu konzentrieren.“

Simon in Gelb und Rot führte in Richtung zum ersten Stehendschießen. Davidova war direkt hinter ihr, während die Sprintsiegerin immer mehr Sekunden auf das Führungsduo einbüßte. Simon setzte ihren letzten Schuss daneben. Davidova musste zweimal in die Strafrunde.

Druck durch Gelb

Simon ab zu, dass das Tragen des Gelben Trikots sie unter Druck gesetzt hatte. „Ich war sehr nervös zu Beginn des Rennens, aber es war guter Stress. Ich wollte los und mein Bestes geben. Aber ich wusste, ich musste mich auch mich selbst konzentrieren und ruhig bleiben.“

Showdown beim letzten Stehendschießen

Persson nutzte die Gelegenheit, zeigte ein fehlerfreies drittes Stehendschießen und schob sich auf Rang zwei, nur 2 Sekunden hinter Simon. Herrmann-Wick lag 17,9 Sekunden zurück auf Platz drei. Der Sieg würde sich beim letzten Stehendschießen entscheiden. Persson war im Vorteil und schoss auf Bahn eins, doch sie ließ eine Scheibe stehen. Simon auf Bahn zwei schoss schnell und sauber und sicherte sich so die Führung. Davidova lag auf Rang fünf, räumte aber alle Scheiben ab und schob sich vor auf Platz zwei, dicht gefolgt von Tandrevold. Die beiden lagen 26 bzw. 28 Sekunden zurück. Davidova gab zu, dass Tandrevold stärker war. „Sie war besser (auf der letzten Runde). Ich hatte keine Kraft, gegen sie zu kämpfen.“

Simons fast perfekter Tag brachte ihr den zweiten aufeinanderfolgenden Verfolgungssieg der Saison ein.

Schlussrundenplan „in der Tonne“

Tandrevold ließ Davidova auf der Schlussrunde schnell hinter sich und sicherte sich Platz zwei. Die Tschechin wurde Dritte. Tandrevold hatte anfangs nicht erwartet, dass sie so schnell überholen würde. „Ich hatte den Plan, hinter ihr zu bleiben und auf den Schlusssprint zu warten. Aber ich musste den Plan in die Tonne drücken, weil mein Kopf etwas anderes wollte. Ich wusste, ich kämpfte um einen Treppchenplatz, aber ich wusste auch, dass Denise hinter mir war. Also wollte ich nicht warten, denn sie hat ein tolles Finish. Als ich hörte, dass ich bereits einige Meter zwischen mich und Marketa gelegt hatte, verlieh mir das zusätzliche Energie!“

Davidova war auch mit Platz drei zufrieden. „Das ist mein bestes Verfolgungsergebnis. Ich denke, das ist ziemlich gut für mich.“

Fotos: IBU/Christian Manzoni, Jasmine Walter

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