Julia Simon kompensiert frühen Fehler und gewinnt Gold im 15 km Einzel von Mailand/Cortina

Die Französin Julia Simon kompensierte heute Nachmittag im 15 km Einzel der Frauen von Mailand/Cortina einen Fehler im ersten Stehendschießen und kämpfte sich im Rennverlauf zurück zu Gold in 41:15,6 Minuten. Der Fehler im zweiten Schießen, ihr einziger an diesem Tag, brachte dem französischen Star einen Rückstand von 40 Sekunden ein, doch die zwei schnellen und sauberen Schießen im Anschluss reichten für den Olympiasieg.

„Es ist unglaublich“

Simon sagte zu ihrer ersten Einzel-Goldmedaille bei Olympischen Winterspielen und der zweiten Goldmedaille dieser Woche nach dem Sieg mit der Mixed-Staffel am Sonntag: „Es ist unglaublich! So viele Emotionen... Ich habe es erst begriffen, als ich in der Umkleide alleine war, und es ist ein unvergleichliches Gefühl. Wenn man auf dem Podest steht, gehen einem all die Zweifel durch den Kopf, die guten und die schlechten Momente und die Menschen, die einen unterstützt haben. Ich bin heute sehr stolz auf mich.“

„Du musst die nächsten 10 Scheiben treffen“

Zu dem Fehler sagte sie: „Ich bin bei mir geblieben. Die Strecke ist sehr langsam und war schwer zu laufen. Als ich verschossen hatte, habe ich mir gesagt: ‚Okay, vielleicht verschießen auch die anderen, also bleib ganz bei dir. Du musst die nächsten 10 Scheiben treffen und schnell laufen.‘ ... Das war heute mein Tag!“

Ihre Mannschaftskameradin Lou Jeanmonnot bescherte Frankreich das Doppel aus Gold und Silber, und mit einer ähnlichen Geschichte. Nach zwei Strafminuten war sie zurückgefallen, traf dann aber die letzten fünf Scheiben und sicherte sich die Silbermedaille mit 53,1 Sekunden Rückstand. Die Bulgarin Lora Hristova traf alle 20 Scheiben und überraschte bei 1:04,5 Rückstand mit einer persönlichen Bestleistung und ihrem ersten Podestplatz auf dem Bronze-Rang. Ihre bisherige Bestleistung war ein 13. Platz gewesen, auch der in einem 15 km Einzel bei den IBU Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr.

Auch die Deutsche Vanessa Voigt blieb ohne Fehler und wurde mit 1:17,4 Minuten Rückstand Vierte. Fünfte wurde die Lokalmatadorin Dorothea Wierer mit zwei Fehlern und 1:33,9 Minuten Rückstand. Platz sechs ging an die französische Olympia-Novizin Camille Bened mit einem Fehler und 1:36,7 Minuten Rückstand.

Französische Mannschaft und Preuss

Die Bedingungen bei den Frauen waren ähnlich wie gestern bei den Männern: Bewölkt, harte Strecke, leichter Wind und die Südtirol Arena bis auf den letzten Platz ausverkauft. Aussichtsreich liefen vor allem die französische Mannschaft und Franziska Preuss, Hristova machte es zusätzlich spannend. Jeanmonnot, Simon und Preuss kamen innerhalb von 7 Sekunden ohne Fehler durch das erste Liegendschießen, Hristova mit 25 Sekunden Rückstand.

Preuss und Bened trafen auch im ersten Stehendschießen souverän alle Scheiben, Simon und Jeanmonnot leisteten sich Fehler und lagen damit 36 und 40 Sekunden zurück. Auch die Bulgarin kam ohne Fehler durch das zweite Schießen und rückte vor auf Rang fünf.

Die beiden Führenden wiederholten das Kunststück im zweiten Liegendschießen und blieben mit sauberen Serien an der Spitze. Simon kämpfte sich mit einer rasanten Runde und fünf Treffern zurück auf nur noch 9 Sekunden Rückstand. Jeanmonnot fiel mit einem zweiten Fehler auf 1:16 Rückstand zurück.

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Simon und Jeanmonnot auf 1 und 2

Das letzte Stehendschießen war eine Glanzvorstellung von Simon, die ihre fünf Scheiben im Nu auf weiß drehte und nun 52 Sekunden Vorsprung auf die ebenfalls fehlerfreie Hristova hatte. Jeanmonnot machte auf der Strecke Boden gut, mähte ihre fünf Scheiben fast im Vorübergehen nieder und lag nun nur noch 8 Sekunden hinter Hristova. Preuss vergab die Siegchancen mit zwei Fehlern und fiel hinter die Top sechs zurück.

Simon war nicht mehr zu bremsen und stob davon Richtung Ziel und Goldmedaille. Jeanmonnot war schneller als Hristova, schob sich vor auf den Silberrang und holte Platz zwei für Frankreich. Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

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