Jakob Kulbin – der neue Stern an Estlands Biathlon-Himmel

In den letzten zwei Jahren hat Jakob Kulbin sich vom IBU Junior Cup hochgekämpft bis zu den Olympischen Winterspielen. Auf sein Weltcup-Debüt 2024 folgte die erste Medaille bei den IBU Juniorenweltmeisterschaften in Otepää, in seinem Heimatland Estland. Jetzt gehört er zum estnischen Weltcup-Kader und ist der erste Biathlet seines Landes, der in einem Führungstrikot gelaufen und bei den Winterspielen angetreten ist. Wie schaut er zurück auf diesen Weg und was sind seine nächsten Ziele?

„Wenn ich in den letzten zwei Jahren irgendetwas dazugelernt habe, dann dass ich mich auf mich konzentrieren muss. Ganz egal, ob ich im Juniorencup oder bei den Winterspielen antrete. Gute Resultate stellen sich nur dann ein, wenn ich alles gebe, was ich kann“, so Jakob Kulbin mit Blick auf die letzten zwei Jahre. Der 20-Jährige hat in den letzten zwei Saisons beeindruckende Fortschritte gemacht.

Aus dem IBU Junior Cup zu den Winterspielen

In der Saison 2023/2024 lief Kulbin im IBU Juniorencup, debütierte im Januar im Weltcup und gewann dann Silber im Massenstart 60 bei den Juniorenweltmeisterschaften in seiner Heimatstadt Otepää. Sein bestes Weltcup-Ergebnis lieferte er im Dezember 2025 ab, ein 12. Platz im Einzel in Östersund. Damit setzte er sich an die Spitze der U23-Wertung und lief als erster Biathlet aus Estland im Weltcup in einem Führungstrikot. Er genießt die Atmosphäre in der ersten Liga des Biathlons. „Ich mag es, wenn die Zuschauer mich auf der Strecke anfeuern. Mir macht das ganze Spektakel im Weltcup nichts aus. Ich kann mich am Schießstand trotzdem konzentrieren. Mir machen auch die Interviews mit den Medien nichts aus“, erklärt der 20-Jährige. Nach der Staffel in Ruhpolding hatte er reichlich Anfragen von Journalisten. Zusammen mit Rene Zahkna, Kristo Siimer und Mark-Markos Kehva schrieb er Geschichte, sicherte Kulbin doch als Schlussläufer den fünften Platz ab.

Olympische Erwartung nicht erfüllt

„Mein großes Ziel in dieser Saison war, in Antholz bei den Olympischen Winterspielen an den Start zu gehen. Als ich mich im November für den Weltcup-Kader qualifiziert habe, war das plötzlich in Reichweite. Die Resultate im ersten Semester bestätigten meine Form.“ Diese gute Form konnte Kulbin aber nicht die ganze Saison über halten. „Ich bin mit meinen Ergebnissen bei den Olympischen Spielen nicht zufrieden, vor allem im Liegendanschlag, da habe ich keine guten Leistungen gezeigt. Für mich waren die Winterspiele also eher enttäuschend, auch weil keine Olympia-Stimmung herrschte. Es hat sich angefühlt wie ein Weltcup, nur mit mehr Sicherheitskontrollen und langen Staus, was es insgesamt sehr anstrengend gemacht hat.“

Weltmeisterschaft 2027 schon fest im Blick

Bei den IBU Juniorenweltmeisterschaften am Arber lief es deutlich besser für ihn. Mit zwei Medaillen, Silber im Massenstart 60 und Bronze im Einzel, waren es die bislang erfolgreichsten Meisterschaften seiner Karriere. Nicht nur sprechen die guten Ergebnisse für sich, Kulbin fühlt sich auch auf der Strecke und am Schießstand viel wohler als in den letzten Monaten. Mit diesen Erfolgen in der Tasche reist er nun weiter zum Weltcup in Otepää. „Ich freue mich, nach so vielen Monaten auf Reisen wieder nach Hause zu kommen. Ich will dort einfach zeigen, was ich kann, und die Rennen genießen.“ Und er bekommt schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaften, die 2027 praktisch in seinem Vorgarten stattfinden. Das ist das nächste Ziel, auf das Jakob Kulbin hinarbeitet.

Fotos: IBU I Deubert, Osula

Teile die News!

Header iconAbonniere unseren Newsletter