Tommy, Luki, Doro und Lisa halten dem Druck stand: Silber bei Heim-Olympiade

Nach dem Sieg in der Mixed-Staffel von Nove Mesto vor zwei Wochen stand die italienische Staffel aus Tommaso Giacomel, Lukas Hofer, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi unter enormem Druck, in der olympischen Mixed-Staffel heute vor heimischem Publikum eine Medaille zu holen. Unter den Anfeuerungsrufen von Freunden, Familie, Medien und Fans blieben sie vom Start bis ins Ziel auf Medaillenkurs und gewannen olympisches Silber.

Für Wierer und Hofer, die zwei Routiniers im Team, war es die dritte olympische Medaille mit einer Mixed-Staffel, sie hatten schon in Sotschi und Pyeongchang Bronze gewonnen. Das Duo ist zusammen in der Südtirol Arena aufgewachsen, und für Wierer sind die Winterspiele der letzte große Auftritt vor ihrem Karriere-Ende in wenigen Wochen.

„Ich war so nervös ... habe gezittert“

Wierer sprach offen wie immer über den Erwartungsdruck vor dem Rennen. „Das ist der Wahnsinn. Ich war heute so nervös, ich habe vor dem Rennen gezittert. Ich stand unter solchem Druck, dass ich gezittert habe. Ich wusste, dass wir Medaillenchancen haben. Als ich von Lukas übernommen habe, lagen wir schon richtig gut. Es war nicht leicht, damit umzugehen, aber es war toll, im ersten Rennen schon eine Medaille zu gewinnen. Ich freue mich so sehr für unsere Mannschaft und all die Leute hinter den Kulissen, die für uns arbeiten. ... Das ist ein schöner Einstieg und nicht leicht zuhause (eine Medaille zu gewinnen).“

„Noch nie solche Anspannung gespürt“

Auch Hofer stand unter Druck. „Ich fühle mich jetzt 20 Kilo leichter, weil ich so unter Druck gestanden habe. Es war irrsinnig, wie nervös ich gestern im Training war. Im Rennen war ich aufgeregt. Ich habe versucht, bis Schuss 9 und 10 den Fokus zu halten, ich habe noch nie solche Anspannung gespürt wie heute, und dann habe ich mir ein bisschen mehr Zeit gelassen um zu treffen, um auf Medaillenkurs zu bleiben... Es war schön, an Doro zu übergeben, weil ich wusste, dass das ihre letzte Mixed-Staffel ist. Dass wir zwei in unserem Alter hier vor diesem wahnsinnigen Publikum noch antreten, das macht mich enorm glücklich ... mir fehlen die Worte für diesen Tag, einfach der Wahnsinn!“

„Wir haben beide unseren eigenen Kopf.“

Der Startläufer Giacomel, für den es die erste olympische Medaille war, sprach voller Bewunderung von Wierer und ihrer Erfahrung. „Sie hat mir in all den Jahren viel beigebracht, und nicht nur als Biathletin. Wir stehen uns sehr nah, auch wenn das manchmal schwierig ist, weil wir beide unseren eigenen Kopf haben. Ich bin sehr dankbar für alles, was sie mir beigebracht hat.“

Vittozzi: „Musste meinen Trumpf im letzten Schießen ausspielen“

Schlussläuferin Vittozzi besiegelte die Silbermedaille mit cleverer Taktik am Schießstand. „Ich wusste, dass ich schneller schießen kann als die anderen (Maren Kirkeeide und Franziska Preuss). Ich habe versucht, sie unter Druck zu setzen. Mir war klar, dass ich meinen Trumpf im letzten Schießen ausspielen muss. Nach der dritten Scheibe habe ich noch einmal geatmet und dann alles getroffen. Ich habe nicht zu ihnen geschaut, aber mein Trainer hat mir gesagt, dass sie in die Strafrunde gegangen sind. Das waren gute Nachrichten!“

Damit hatte Italien dem Druck standgehalten und Silber gewonnen!

Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Nordic Focus

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