Taras Rad mit drei Siegen beim Finale des Para Biathlon Weltcups in Jakuszyce
Die IBU Para Biathlon Weltcup-Saison 2025/26 ist Geschichte. Am letzten Wettkampftag in Jakuszyce kam es zu zwei äußerst dramatischen Duellen im Kampf um die Kristallkugel. In Erinnerung bleiben wird die Woche auch durch die phänomenalen Leistungen von Taras Rad.
In der sitzenden Klasse der Männer erwies sich Rad als herausragender Biathlet des Wochenendes. Der Ukrainer, der mit drei dritten Plätzen in Canmore in die Saison gestartet und wie das gesamte ukrainische Team in Notschrei nicht am Start war, zeigte sich zum Saisonfinale in Polen unschlagbar und gewann alle drei seiner Rennen. Am Sonntag im Einzel über 12,5 km ließ Rad keine Zweifel aufkommen. Durch seine fehlerfreie Leistung am Schießstand lief er einen souveränen Vorsprung von mehr als einer Minute gegenüber Aaron Pike heraus. Der US-Amerikaner versuchte zwar, auf Tuchfühlung zu bleiben, setzte beim finalen Schießen aber gleich den ersten Schuss daneben. Anstatt um den Sieg zu kämpfen, musste Pike seinen zweiten Platz gegen Yerbol Khamitov verteidigen. Der Kasache kam am Ende bis auf sechs Sekunden heran und wurde Dritter.
In der sitzenden Klasse der Frauen feierte Oksana Masters ihren vierten Saisonsieg. Trotz einer Strafrunde hielt sie die fehlerfreie Kendall Gretsch mit 1:05 Minuten auf Distanz. Dritte wurde Anja Wicker, die sich bereits zuvor die Kristallkugel in dieser Kategorie gesichert hatte.
All das war nur ein Vorgeschmack auf die Dramatik, die sich am Nachmittag ereignen sollte, als die Männer der stehenden Klasse auf die Strecke gingen. Dabei startete der Franzose Benjamin Daviet mit sechs Punkten Vorsprung vor Mark Arendz ins Rennen. Um seine Kristallkugel zu verteidigen, musste der Kanadier mindestens zwei Plätze vor dem Franzosen ins Ziel kommen. Der Wettkampf im Einzel war von allerhöchster Güte. Beide Athleten blieben trotz schwieriger Windbedingungen fehlerfrei. Arendz war zwar schneller auf der Strecke, doch sein Sieg in der Gesamtwertung wäre ohne die ebenfalls herausragende Vorstellung von Marco Maier nicht möglich gewesen. Der Deutsche legte ein perfektes Schießen hin und kam nur drei Sekunden hinter Arendz ins Ziel. Entscheidend war, dass sich Maier zwischen Arendz und Daviet platzierte und somit den Kampf um die Kristallkugel zugunsten des Kanadiers entschied, der damit zum fünften Mal die Gesamtwertung gewann.
Bei den Männern mit Sehbeeinträchtigung ergab sich ein ähnlich spannendes Rennen: Lennart Volkert hatte vor dem letzten Wettkampf der Saison 15 Punkte Vorsprung gegenüber Nico Messinger. Bis zur Hälfte blieb das Rennen ausgeglichen, wobei Messinger fehlerfrei schoss und in Führung ging. Volkert, der einmal in die Strafrunde musste, war auf Position drei, die zur Verteidigung seiner Führung in der Gesamtwertung genügte. Der entscheidende Moment kam im dritten und vierten Schießen, als Volkert viermal danebenschoss und auf den fünften Rang abrutschte. Messinger hingegen blieb seiner perfekten Schießleistung treu, holte sich den Tagessieg und damit am Ende auch die begehrte Kristallkugel. Auf dem Podium wurde er am Sonntag von Iaroslav Reshetynskyi und Maksym Murashkovskyi eingerahmt.
Zwei andere Rennen waren weniger dramatisch, da die Siegerinnen einen Start-Ziel-Sieg feierten: In der stehenden Klasse der Frauen feierte Natalie Wilkie nach fehlerfreier Schießleistung ihren sechsten Saisonerfolg. Im Ziel lag sie 42 Sekunden vor Liudmyla Liashenko und 1:35 Minuten vor ihrer Landsfrau Brittany Hudak. Bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung ging der erste Platz an Carina Edlingerova, die damit das beste Wochenende ihrer Karriere feierte. Zweite wurde Simona Bubencikova, Dritte Johanna Recktenwald, die sich zudem die Gesamtwertung sicherte. Ihre Konstanz im gesamten Saisonverlauf war entscheidend dafür, dass Deutschland die Nationenwertung im Para Biathlon Weltcup mit einem Vorsprung von 37 Punkten vor Kanada gewann.
IBU Para Biathlon World Cup Jakuszyce Day 3
Der IBU Para Biathlon Weltcup ist damit zwar Geschichte, doch die Saison noch lange nicht vorbei. Fortan werden alle Augen auf die Paralympischen Spiele in Val die Fiemme gerichtet sein, wo die Wettkämpfe im Para Biathlon am 7., 8. und 13. März ausgetragen werden.
Fotos: IBU | Wlaźlak