Spannende Rennen bei der Sprint-Verfolgung in Jakuszyce
Am zweiten Tag des IBU Para Biathlon Weltcups in Jakuszyce gab es einmal mehr Dramatik pur. In der Sprint-Verfolgung gab es bis auf den letzten Meter absolute Höchstspannung – mit engen Duellen um den Sieg und die Podien.
Der Tag begann mit den Sprintrennen, in denen die Startreihenfolge für die Verfolgung am Nachmittag festgelegt wurde. Beide Rennen gingen jeweils nur über gut 3 km. In der Klasse der Männer sitzend zeigte sich Taras Rad abermals in herausragender Form und feierte mit den Bestzeiten in Qualifikation und Finale seinen zweiten Sieg an diesem Wochenende. Hinter ihm entwickelte sich ein wahrer Thriller: Eui Hyun Shin schnappte dabei Aaron Pike hauchdünn den zweiten Platz weg. Derek Zaplotinsky wurde Siebter, kam damit aber einen Schritt näher in Richtung Titel in der Gesamtwertung. Vor dem Wettkampf am Sonntag liegt er mit 95 Zählern deutlich vor Scott Meenagh. Da es für einen Sieg 100 Punkte gibt, steht der Kanadier kurz vor dem Gewinn der Kristallkugel.
In der sitzenden Klasse der Frauen gab es eine der größten Überraschungen der Saison: Zum ersten Mal seit Einführung der Disziplin stand niemand mit dem Nachnamen Gretsch, Masters oder Wicker ganz oben auf dem Treppchen. Stattdessen sicherte sich Yunji Kim den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Die 19-Jährige zeigte ein fantastisches Finale und brachte einen hauchdünnen Vorsprung von 3,5 Sekunden vor der herannahenden Oksana Masters ins Ziel. Kendall Gretsch überholte auf der Schlussrunde noch Anja Wicker und sicherte sich damit Platz drei. Auch wenn sie das Podium verpasste, reichte Wickers vierter Platz zum Gewinn der Gesamtwertung.
In der stehenden Klasse der Männer hatte Serhii Romaniuk mit seinem Sieg die perfekte Antwort auf seine Disqualifikation vom Donnerstag parat. Der Ukrainer blieb in beiden Durchgängen fehlerlos und sicherte sich damit seinen ersten Saisonsieg. Von Bedeutung war der Kampf um Platz zwei: Benjamin Daviet und Mark Arendz trennte vor dem Rennen nur ein winziges Pünktchen in der Gesamtwertung. Der Franzose Daviet wurde am Ende Zweiter und baute seine Führung vor dem abschließenden Einzel auf sechs Zähler aus. Damit dürfte es am Sonntag einen heißen Kampf um die Kristallkugel geben.
In der stehenden Klasse der Frauen gab es einen weiteren Erfolg für die Ukraine: Oleksandra Kononova zeigte sich einmal mehr in bestechender Form vor dem Saisonhöhepunkt. Die 34-Jährige führte vom Start weg das Rennen an und holte sich ihren ersten Sieg in diesem Winter. Natalie Wilkie wurde trotz eines Schießfehlers Zweite (9,4 Sekunden zurück), wodurch sie sich aber den Sieg in der Gesamtwertung sicherte. Liudmyla Liashenko komplettierte als Dritte das Podium.
Als bei den Männern mit Sehbeeinträchtigung analog zum Donnerstag ein ukrainischer Dreifacherfolg möglich schien, schlug das deutsche Team eiskalt zurück. Nico Messinger und Lennart Volkert lieferten sich ein dramatisches Sprintduell, in dem Messinger mit 0,4 Sekunden die Oberhand behielt. Dadurch verringerte sich Volkerts Vorsprung in der Gesamtwertung vor dem Einzel über 12,5 km am Sonntag auf 15 Punkte.
Bei den sehbeeinträchtigten Frauen ging der Sieg einmal mehr nach Tschechien: Statt der pausierenden Simona Bubencikova schaffte Carina Edlingerova den Sprung ins Rampenlicht. Die 27-Jährige zeigte ein beeindruckendes Rennen und brachte von ihrem Vorsprung aus der Qualifikation am Ende 24 Sekunden gegenüber Johanna Recktenwald und 27 Sekunden gegenüber Linn Kazmaier (beide Deutschland) ins Ziel. Mit Platz zwei verteidigte Recktenwald souverän ihre Führung in der Gesamtwertung, in der sie vor dem letzten Rennen 75 Punkte Vorsprung hat.
IBU Para Biathlon World Cup Jakuszyce Day 2
Fotos: IBU | Wlaźlak