Sprintrennen eröffnen letzten Parabiathlon-Weltcup in Jakuszyce
Strahlender Sonnenschein, leichter Frost und eine schnelle Strecke – so begrüßte Jakuszyce die Athleten bei den Sprintrennen über 7,5km. Sie eröffnen den letzten IBU Parabiathlon-Weltcup der Saison und bieten den Athleten noch einmal die Chance, sich vor den Paralympischen Spielen zu messen.
Die größte Kategorie im Feld, Herren Sitzend, ging als erstes auf die Strecke und lieferte einen spannenden Wettkampf. Die Platzierungen lagen nur Sekundenbruchteile auseinander. Obwohl Taras Rad in die Strafrunde musste, erkämpfte er seinen ersten Sieg seit Dezember 2024 und schlug den fehlerfrei gebliebenen Joshua Sweeney um nur 1,5 Sekunden. Der Kampf um Platz drei war noch enger: Eui Hyun Shin schaffte er zum ersten Mal in dieser Saison aufs Treppchen und landete knapp vor dem ehemaligen Weltcupgesamtführenden Aaron Pike.
In der Kategorie Damen Sitzend erlitt Kendall Gretsch ihre zweite Biathlonniederlage in den vergangenen zwei Jahren. Dieses Mal sicherte sich ihre Teamkollegin Oksana Masters den Sieg. Die beiden lagen nur 13 Sekunden auseinander. Masters zeigte, dass sie nach einer Verletzung wieder auf dem Weg zur Topform ist. Sie war schneller auf der Strecke und gewann trotz einer Strafrunde. Yunji Kim, die jüngste Athletin im Feld, wurde Dritte und lag über eine Minute hinter der Siegerin.
„Oh mein Gott, das ist ehrlich ein Schock. Kendall ist ein Biathlon-Naturtalent – eine unglaublich starke Konkurrentin und auch eine gute Freundin. Gegen jemanden zu kämpfen, den man respektiert, mit dem man trainiert und dem man sportlich und privat nahesteht macht es zu etwas ganz Besonderem. Wir treiben uns gegenseitig an und das macht diese Rivalität so bedeutsam“, sagte Masters. „Die Paralympischen Spiele rücken immer näher und meine Form geht in die richtige Richtung. Ich suche noch immer nach meiner Topgeschwindigkeit und auch an meinem Selbstvertrauen am Schießstand arbeite ich noch, doch alles in allem kommt physisch alles zusammen“, fügte sie hinzu.
Zu einer ungewöhnlichen Situation kam es in der Kategorie Herren Stehend: Serhii Romaniuk schaffte die schnellste Zeit, wurde dann jedoch disqualifiziert, weil er unerlaubte Hilfe am Schießstand erhalten hatte. Daher wurde Karl Tabouret zum Sieger erklärt. Der 22-jährige Franzose feierte den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. Er lag im Ziel vier Sekunden vor Serafym Drahun und 20 Sekunden vor Grygorii Vovcinsky.
In der Kategorie Damen Stehend kontrollierte Natalie Wilkie das Rennen vom Start bis ins Ziel. Die Weltcupgesamtführende schoss fehlerfrei und gab die Führung nie her, obwohl ihr die Konkurrenz dicht auf den Fersen war. Iryna Bui landete 14 Sekunden hinter ihr. Sydney Peterson lag weitere vier Sekunden zurück. Beide sicherten sich ihre ersten Treppchenplätze in dieser Weltcupsaison.
Eins der engsten Rennen in der Geschichte des Parabiathlons folgte in der VI Herrenkategorie, die traditionellerweise von der Ukraine dominiert wird. Maksym Murashkovskyi siegte; Oleksandr Kazik und Iaroslav Reshetynskyi belegten die Ränge zwei und drei. Alle drei lagen nur 2,7 Sekunden auseinander. Bei den VI Damen veränderte sich das Kräftegleichgewicht. Nach Monaten der deutschen Dominanz triumphierte nun Tschechien. Simona Bubencikova fuhr einen überragenden Sieg ein und lag im Ziel über eine Minute vor Johanna Recktenwald, obwohl sie einmal in die Strafrunde musste. Carina Edlingerova komplettierte das Podium trotz zweier Strafrunden.
IBU Para Biathlon World Cup Jakuszyce Day 1
Nach einem Ruhetag findet am Samstag die Verfolgung statt. Am Sonntag stehen die Einzelwettkämpfe als Abschluss auf dem Plan. Dabei wird entschieden, wer in der Saison 2025/26 die Kristallkugeln mit nach Hause nehmen darf.
Photos: Wlaźlak | IBU