Spektakulär erfolgreicher Para-Saisonstart für Team Kanada

Bei der Saisoneröffnung des IBU Para-Biathlon Weltcup in Canmore gaben die Athletinnen und Athleten aus Kanada den Ton an. Die heimischen Fans sind erfolgsverwöhnt durch die Siege von Mark Arendz und Nathalie Wilkie, aber nur wenige hatten nach einem Jahr Verletzungspause mit einem so glorreichen Comeback von Colin Cameron gerechnet.

Die Saison 2025/26 begann auf perfekt präparierten Strecken und vor den Augen vieler kanadischer Fans. Gleich im ersten Rennen, dem Sprint der Männer sitzend, gab es Grund zum Feiern: Der 37-jährige Colin Cameron, der zuletzt wegen einer schweren Schulterverletzung hatte pausieren müssen, zeigte sich stark und treffsicher wie eh und je und gewann so mühelos wie 2023 bei den Weltmeisterschaften in Östersund. Sein Vorsprung von 23 Sekunden auf Aaron Pike war bemerkenswert, hatte der Amerikaner doch alle Scheiben getroffen und der Kanadier eine Strafrunde gedreht. Taras Rad aus der Ukraine, der ebenfalls ein Jahr lang pausiert hatte, komplettierte das Podest.

Oksana Masters feierte nach mehrfachem Verletzungspech ebenfalls ein gelungenes Comeback im Para-Biathlon. Der paralympische Star verfehlte zweimal im zweiten Schießen und öffnete die Tür für die fehlerfreie Kendall Gretsch, die sich so die erste Führung im Gesamtweltcup dieser Saison sicherte. Die diesjährige dreifache Weltmeisterin war die einzige Athletin im Feld, die die Strafrunde vermeiden konnte. Dritte wurde die Deutsche Anja Wicker mit 41 Sekunden Rückstand. Bei ihr dürfen wir gespannt sein, ob sie es wie schon in der letzten Saison auch diesen Winter schafft, bei jedem Rennen einen Podestplatz zu belegen.

Bei den Männern stehend lieferte Mark Arendz eine beachtliche Leistung ab. Der Kanadier blieb als einziger Starter ohne Fehler und gewann mit über einer Minute Vorsprung auf den Ukrainer Serhii Romaniuk. Auch in der Statistik ist Arendz‘ Leistungsniveau nicht zu übersehen: Seit Beginn der Saison 2023/24 hat er bei 19 Starts 15 Siege eingefahren. Der Franzose Benjamin Daviet komplettierte das Podium. Der Paralympics-Champion hatte sich vielleicht mehr erhofft, bog aber kurz vor dem Ziel falsch ab und musste zurücklaufen – ein Fehler, der ihn sicher 30 Sekunden kostete.

Bei den Frauen stehend war das Leistungsniveau enorm hoch, die Top drei kamen alle ohne Schießfehler durch. Bei solchen Bedingungen wird das Rennen auf der Strecke entschieden. Nathalie Wilkie gab das Tempo vor und ging 16 Sekunden vor Liudmyla Liashenko und 18 Sekunden vor ihrer kanadischen Mannschaftskameradin Brittany Hudak über die Ziellinie.

„Es ist beruhigend, mit einem Sieg in die Saison starten zu können. Da nehme ich viel Selbstvertrauen mit. Ich wusste, dass ich heute Siegchancen habe. Auf der Hälfte des Rennens hatte ich schon ein gutes Gefühl, kannte aber die Zwischenzeiten nicht und hatte keine Ahnung, wo ich wirklich liege. Nach dem zweiten Schießen dachte ich: ‚Okay, ich bin ohne Fehler durchgekommen. Jetzt aufs Tempo drücken und alles auf der Strecke lassen.‘ Das war mein einziger Gedanke auf der Schlussrunde“, so Wilkie kurz vor der kleinen Siegerehrung. „Ich bin definitiv noch nicht in Topform. Die will ich zum Märze für die Paralympischen Spiele in Val di Fiemme erreichen. Meine letzten Trainingswochen waren nicht ideal, deswegen ist es so großartig, dass es so früh schon so gut läuft – aber ich hoffe sehr, dass das noch nicht die Bestform ist. Da ziele ich auf März“, fügte sie hinzu.

Das Rennen bei den Männern der Klasse Sehbehindert ging noch knapper aus. Die drei Besten lagen innerhalb von nur 11 Sekunden. Anatolii Kovalevskyi ging sogar mit nur zwei Sekunden Vorsprung auf den ukrainischen Mannschaftskameraden Iaroslav Reshetynsky über die Ziellinie, beide ohne Fehler. Der Franzose Anthony Chalencon wurde nach zwei Strafrunden Dritter. Bei den Frauen der Klasse Sehbehindert spiegelten die Ergebnisse die Rangordnung der Vorsaison wieder: Es siegte erneut Leonie Maria Walter mit 46 Sekunden Vorsprung auf Johanna Recktenwald, auf Platz drei Carina Edlinger, die in diesem Jahr für Tschechien antritt.

Der Freitag ist in Canmore ein Ruhetag. Für die Athletinnen und Athleten geht es am Samstag mit der rasanten und dramatischen Sprint-Verfolgung weiter.

Header iconPara Biathlon World Cup Canmore - Day 1

Photos: Doyle | IBU

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