Lora Hristova schreibt Geschichte mit Bronze: „Bedeutet mir viel; Inspiration für Nachwuchs“

Die Bulgarin Lora Hristova gehörte vor dem heutigen 15 km Einzel der Frauen in Mailand/Cortina nicht zu den Favoritinnen, lag sie doch in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang 73 und konnte als Saisonbestleistung nur einen 23. Platz vorweisen, bezeichnenderweise im 15 km Einzel von Östersund. Und doch wuchs die 22-Jährige über sich hinaus und gewann mit perfektem Schießen eine Bronzemedaille – für Bulgarien die erste olympische Bronzemedaille im Biathlon seit Irina Nikulchinas Bronze in der Verfolgung 2002. Hristova sagte zur Bedeutung ihrer heutigen Leistung: „Das bedeutet mir viel. Ich freue mich, als Inspiration für den Nachwuchs dienen zu können, dass sie stolz auf mich sein können und bin meinem ganzen Team sehr dankbar.“

Hristovas bisherige Bestleistung war ein 13. Platz gewesen, auch der in einem 15 km Einzel bei den IBU Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr.

„Ich weiß, dass ich fehlerfrei bleiben kann“

Die 22-Jährige, die noch vor einem Jahr bei den Juniorenweltmeisterschaften angetreten war, ist mit einer Trefferquote von 91 % in dieser Saison eine ausgesprochen gute Schützin. Trotzdem fiel es ihr nicht leicht, an ihrem großen Tag die Ruhe zu bewahren. „Ich bin definitiv sehr zufrieden (mit dem fehlerfreien Schießen). Ich habe versucht, nicht über das Ergebnis nachzudenken. Ich habe versucht, mich auf mein Schießen und meine Lauftechnik zu konzentrieren. Es ist mir gelungen, das Beste aus mir herauszuholen. ... Ich bin sehr stolz auf mich, weil ich weiß, dass ich fehlerfrei bleiben kann und besser laufen kann als in den letzten Rennen. Ich glaube, ich bin genau zu diesen Winterspielen in Bestform.“

„Denk an nichts anderes“

Was sie gedacht hat, nachdem die letzte Scheibe gefallen war? „Ich habe sofort gedacht: ‚Jetzt vergiss das Schießen, konzentriere dich auf der letzten Runde auf das Laufen und denk an nichts anderes!‘“

Mit der Medaillen um den Hals fiel es Hristova schwer, ihre Gedanken in Worte zu fassen. „Ich kann meine Gefühle noch gar nicht sortieren und es genießen, weil ich so viele Interviews geben musste, aber ich bin überglücklich und hin und weg von meiner Leistung.“ Aufs Treppchen zu steigen war „der Wahnsinn. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich neben diesen Biathlon-Legenden stehe, dass ich meine Bestleistung bei den Winterspielen abgerufen habe!“

Lob von Doro

Die lokale Legende Dorothea Wierer, die selbst vier olympische Medaillen gewonnen hat, sagte, sie freue sich sehr für Hristova. „Es ist toll, wenn das jemandem aus einer kleinen Nation gelingt. Ich bin echt beeindruckt.“

Das erinnerte Hristova an einen Kommentar von Wierer, den sie vor wenigen Tagen gehört hatte: „Ich habe mich vor meinem Rennen an ein Interview mit Dorothea erinnert, zu ihrer Olympia-Medaille. Sie hatte nichts erwartet und war ganz ruhig gewesen. Ich bin wirklich froh, dass mir das auch gelungen ist.“

Hristova, die ihre Medaille mit Stolz trug, sagte, sie würde sie vor dem Schlafengehen ablegen, und „dann vermutlich mit der Medaille unter dem Kopfkissen schlafen!“

Fotos: IBU/Vianney Thibaut, Ola Wizor, Nordic Focus

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