Hanna Öberg sprintet in dramatischer Verfolgung in Oslo-Holmenkollen zum Sieg

Die Schwedin Hanna Öberg lieferte sich während der gesamten Verfolgung der Frauen über 10 km am heutigen Nachmittag in Oslo-Holmenkollen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Französin Julia Simon, bis sie sich auf dem letzten Kilometer schließlich einen kleinen Vorsprung ersprintete und mit einer Zeit von 30:14 eine halbe Sekunde vor Simon ins Ziel lief. Hannas Sieg mit drei Strafen war ihr erster Weltcup-Sieg in der Verfolgung überhaupt und der erste Doppelsieg in Sprint und Verfolgung ihrer Karriere. Damit hat sie nun 15 Siege in ihrer Karriere geholt – einen mehr als ihre Schwester Elvira.

„Noch nie so ein synchroner letzter Schießdurchgang“

Hanna ging beim letzten Stehendschießen und dem Kampf in der letzten Runde strategisch vor: „Als ich zum letzten Stehendschießen kam, hatte ich das Gefühl, dass ich ein wenig Druck auf Julia ausüben musste, also wollte ich Bahn Nummer eins. Es war verrückt. Ich glaube nicht, dass ich jemals einen so synchronen letzten Schießdurchgang hatte, und wir haben beide danebengeschossen. Ich wusste, dass es ein harter Kampf werden würde. Ich habe versucht, mich zurückzuhalten und etwas Energie aufzusparen. Vielleicht hätte ich etwas länger warten sollen, aber ich wollte auch nicht, dass Elvira uns einholt. Also lief ich auf den letzten Hügel. Es war ein wirklich harter Kampf bis zur Ziellinie. Vielleicht war ich im Korridor etwas zu aggressiv, aber ich hatte das Gefühl, vor ihr zu sein.“

„Wenn man als Sieger hervorgeht“

Nach einem so harten Kampf gestand Hanna, die in der Weltcup-Gesamtwertung auf den zweiten Platz vorgerückt ist: „Ich hätte gerne beim letzten Schießen fehlerfrei geschossen, um auf der letzten Runde etwas mehr Luft zu haben, aber wenn man als Sieger hervorgeht, spielt das keine so große Rolle!“

Die zweitplatzierte Simon hatte eine Strafe. Hannas Schwester Elvira belegte mit einer Strafe und 23,2 Sekunden Rückstand auf die Siegerin wie schon im Sprint den dritten Platz.

Jeanmonnot sichert sich Kristallkugel in Verfolgungswertung

Lou Jeanmonnot aus Frankreich im Gelben Trikot wurde mit einer Strafe und 57,2 Sekunden Rückstand Vierte und sicherte sich somit die Weltcup-Kristallkugel in der Verfolgung, zusätzlich zu den Kristallkugeln in der Gesamtwertung, der Einzelwertung und der Sprintwertung in diesem Jahr. Die Italienerin Lisa Vittozzi belegte mit fünf Strafen und 1:09,7 Rückstand den fünften Platz. Die Deutsche Vanessa Voigt schoss fehlerfrei und wurde mit 1:12 Rückstand Sechste.

Nach einigen sehr milden, frühlingshaften Tagen war es zwar immer noch sonnig, aber kühler, und am Schießstand wehte erneut nur ein sehr leichter Wind. Simon übernahm mit einem fehlerfreien ersten Liegendschießen die Führung. Hanna blieb nach zwei Fehlschüssen auf dem zweiten Platz, und Elvira lag mit einem Fehler und 15 Sekunden Rückstand auf dem fünften Platz.

Schuss-um-Schuss-Duell

Simon und Hanna lieferten sich Schuss um Schuss ein perfektes Duell und lagen sowohl nach dem zweiten Liegendschießen als auch nach dem ersten Stehendschießen praktisch gleichauf. Nach dem ersten Stehendschießen lag Elvira mit über 30 Sekunden Vorsprung auf Jeanmonnot allein auf dem dritten Platz.

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Sprint zum Sieg

Das Duo lieferte sich ein spannendes gemeinsames letztes Stehendschießen, bei dem beide einmal danebenschossen und gemeinsam die Strafrunde antreten mussten. Sie lieferten sich auf der letzten Runde ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Simon führte, bis Hanna den letzten großen Anstieg hinaufsprintete. Hinter dem Schießstand holte Simon auf, konnte ihre Rivalin jedoch nicht überholen, und Hanna sprintete mit einer halben Sekunde Vorsprung zum Sieg.

Fotos: IBU/Nordnes, Yevenko, Nordic Focus

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