Sprint-Gold für Hojnisz-Starega und Krcmar

Monika Hojnisz-Starega aus Polen verfehlte zwar eine Scheibe im Liegendanschlag, traf im Stehendschießen dann aber fünfmal ins Schwarze und flog förmlich über die letzte Runde, um sich im Sprint über 6 km bei den IBU-Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften in 16:56,4 Minuten die Goldmedaille zu sichern. Bei den Männern krönte sich Michal Krcmar vor heimischen Publikum zum Champion, nachdem er im Supersprint am Freitag das Podium noch knapp verpasste. Über 7,5 km überquerte er nach tadelloser Schießleistung in 19:18,5 Minuten als Schnellster die Ziellinie.

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Geburtstagskind obenauf

Hojnisz-Starega, die am Freitag ihren 30. Geburtstag feierte, fühlte sich eigentlich nicht in Topform, holte sich dann aber am Ort ihres WM-Bronzemedaillengewinns von vor acht [rp1] Jahren den Sieg. „Anfangs fühlte ich mich nicht so gut. Dann habe ich erfahren, dass ich mit meiner Laufzeit [RP2] vorn dabei bin. Doch das Stehendschießen bereitete mir ein paar Sorgen, weil ich da zuletzt Probleme hatte. Als ich alle Patronen versenkte, war ich sehr happy. Gestern haben wir meinen Geburtstag gefeiert, wegen des heutigen Rennens fiel die Party aber nur klein aus. Meine Schwester hat mir einen Kuchen gebacken. Vielleicht war ich deshalb so schnell unterwegs.“

Große Gefühle beim zweiten Sprint-Titel vor heimischer KulisseAnalog zu Hojnisz-Starega meinte auch Krcmar nach dem Rennen, dass er sich nicht in Bestform fühlte. „Jetzt sieht es natürlich anders aus, aber auf der Strecke war ich nicht so zufrieden. Ich habe mich aufs Schießen konzentriert. Heute war wichtig, dass die Null steht.“

Auf die Schlussrunde bei seinem zweiten Titel bei der Sommerbiathlon-WM in heimatlichen Gefilden angesprochen, meine Krcmar: „Ich habe erfahren, dass ich vier Sekunden hinter dem Slowaken lag. Da habe ich alles rausgehauen. Ich bin ans Limit gegangen und es hat gereicht ... Das Gefühl ist großartig, wie vor drei Jahren. Und natürlich auch eine tolle Motivation für den Winter.“

Sprint der Frauen

Durch ihren Sieg gewann Hojnisz-Starega ihr zehntes Edelmetall bei Sommer-Titelkämpfen. Nach ihrem Goldritt im Supersprint lief Marketa Davidova nach fehlerfreiem Schießen heute 11,1 Sekunden hinter der Siegerin auf den Silberrang. Die Slowenin Polona Klemencic räumte ebenfalls alle Scheiben ab und gewann mit einem Rückstand von 21 Sekunden Bronze.

Margarita Vasileva (RBU) wurde nach einem Fehler mit 25,3 Sekunden Rückstand Vierte. Yulia Dzhima (Ukraine), die im Supersprint noch Silber gewann, kam am Ende auf Rang fünf (eine Strafrunde, 38,5 Sekunden hinter der Siegerin). Sechste wurde mit 1:06,7 Rückstand und einer Strafrunde die Finnin Suvi Minkkinen.

Davidova begeistert Fans

Beim Start der Frauen am späten Nachmittag kam die Sonne hinter der Wolkendecke hervor, störender Wind blieb aus.

Supersprint-Siegerin Davidova legte mit ihrer fehlerfreien Liegendeinlage die Messlatte hoch, was die Fans in der Arena jubeln ließ. Direkt nach ihr zog Klemencic nach und lag gerade einmal zwei Sekunden zurück. Die später gestartete Vasileva traf ebenfalls alle Scheiben und setzte sich 11 Sekunden vor ihren bekannteren Rivalinnen an die Spitze des Feldes und meldete damit Ansprüche aufs Podium an.

Hojnisz-Starega übernimmt Führung

Im eher ungeliebten Stehendanschlag stellte Davidova alle Scheiben auf Weiß und setzte die Konkurrenz damit gehörig unter Druck. Doch die mit Startnummer 8 ins Rennen gegangene Hojnisz-Starega gab nicht klein bei. Nach einem Fehlschuss im Liegendanschlag räumte sie stehend alle Scheiben noch schneller als die Tschechin ab und setzte sich hauchdünn mit 1 Sekunde Vorsprung an die Spitze. Klemencic traf ebenso alle fünf Scheiben und ging mit der drittschnellsten Zeit sechs Sekunden hinter der Führenden aus Polen zurück auf die Strecke. Dzhima schoss eine schnelle lupenreine Serie und verbesserte sich auf den vierten Rang knapp hinter Klemencic. Vasileva traf nach einer Schnellfeuereinlage die ersten vier Scheiben, zögerte vor dem letzten Schuss jedoch lange und verfehlte. Sie fiel dadurch zurück und ordnete sich knapp vor Dzhima ein.

Sieg nach Hause gebracht

Bei der 5,1-km-Marke betrug der Vorsprung von Hojnisz-Starega 9 Sekunden. Diesen konnte sie bis zum Ziel leicht ausbauen und verwies die Lokalmatadorin so auf Platz zwei. Klemencic lief eine saubere letzte Runde und verteidigte ihren Podiumsplatz, während Vasileva nicht schnell genug war, um die Slowenin noch abzufangen, und Vierte wurde.

Sprint der Männer

Mit dem Sieg von Krcmar sicherten sich die Gastgeber bereits ihre vierte Medaille an diesem Samstag und nach dem Erfolg von Tomas Mikyska im Sprint der Junioren das zweite Gold. Matej Baloga aus der Slowakei blieb wie Krcmar im Schießen tadellos und gewann 10,2 Sekunden hinter dem Sieger Silber. Der Rumäne Cornel Puchianu sicherte sich nach zwei Fehlern mit 23,1 Sekunden Rückstand Bronze.

Florent Claude aus Belgien kam mit einem Rückstand von 27,8 Sekunden und einer Strafrunde auf Rang vier. Balogas Teamkollege Michal Sima beendete das Rennen nach einem Schießfehler mit einem Rückstand von 31,2 Sekunden auf dem fünften Rang, gefolgt von Grzegorz Guzik (null Fehler, 34,7 Sekunden zurück).

Die guten Bedingungen bei den Frauen hielten trotz leicht auffrischendem Wind auch im letzten Wettkampf des Tages bei den Männern an. Nach der Hälfte des 56 Athleten umfassenden Teilnehmerfeldes setzte sich Vitaliy Trush nach fehlerfreiem Liegendschießen an die Spitze. Wenige Augenblicke später jubelten die Zuschauer, als Lokalmatador Krcmar alle Scheiben abräumte. Dennoch lag er 0,7 Sekunden hinter dem Ukrainer.

Krcmar holt großen Vorsprung heraus

Nach einem Fehler im Liegendschießen legte Claude eine saubere Stehendserie hin und setzte sich auf Rang eins. Trush verfehlte stehend eine Scheibe und rutschte auf den dritten Rang ab. Krcmar kam mit 25 Sekunden Vorsprung zum Stehendschießen. Nach fünf perfekten Schuss behauptete er seinen Vorsprung gegenüber seinem belgischen Kontrahenten. Die Platzierung des Tschechen schien nicht in Gefahr, bis Baloga (Fünfter nach den Liegendanschlag) fehlerfrei blieb und sich 4,2 Sekunden vor seinen Rivalen setzte.

Krcmar gegen Baloga 

Claude, Bronzemedaillengewinner im Supersprint, behauptete sich auf der letzten Runde und übernahm die frühe Führung. In den Kampf um Gold konnte er aber nicht mehr eingreifen – diesen fochten Krcmar und Baloga untereinander aus. 900 Meter vor dem Ziel lag der Tscheche sechs Sekunden vor dem Slowaken, der am Ende Zweiter wurde. Puchianu, 29. nach zwei Fehlern im Liegendschießen, feuerte eine grandiose Abschlussrunde auf den Asphalt und schnappte sich 4,7 Sekunden vor Claude den letzten freien Platz auf dem Podium.

Am Sonntag gehen die IBU-Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften mit den Verfolgungswettkämpfen in allen Kategorien zu Ende.

Fotos: IBU / Christian Manzoni

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