Furioses Frankreich gewinnt Frauenstaffel in Oberhof

Mit ihrem superschnellen Stehendschießen machte Julia Simon schließlich den Deckel drauf und bescherte der französischen Frauenstaffel über 4x6 km in 1:18:21,9 Stunden den Tagessieg in Oberhof. Schon nach dem ersten Liegendanschlag des Tages wurde die Vormachtstellung der Französinnen einmal mehr deutlich: Lou Jeanmonnot ging mit großem Vorsprung auf die nächste Runde, während die Schwedin Anna Magnusson nach einem Malheur mit ihrem Gewehr viel Zeit verlor. Das französische Quartett um Simon, Jeanmonnot, Océane Michelon und Justine Braisaz-Bouchet benötigte insgesamt nur acht Nachlader, während die Konkurrenz teilweise 15 Extrapatronen und mehr bemühte.

Echtes Teamwork

Julia Simon überquerte die Ziellinie mit der französischen Tricolore in der Hand und sagte: „Es fühlt sich richtig gut an. Das Team hat einen großartigen Job gemacht. Es war nicht so einfach, den Sieg nach Hause zu bringen, aber wir haben super zusammengearbeitet.“

Glück mit dem Wind

Mit Blick auf die unvorhersehbaren Windböen am Schießstand meinte die französische Schlussläuferin: „Es war schon eine Herausforderung, die Windfahnen im Auge zu behalten. Das war ganz schön knifflig. Liegend bei meinen Fehlern war ich einfach nicht fokussiert genug. Wir hatten auch ein bisschen Glück. Bei den Männern waren die Bedingungen noch schwieriger.“

Norwegen landete nach einer Strafrunde und sieben Nachladern 53,7 Sekunden hinter Frankreich auf Platz zwei, nachdem Schlussläuferin Maren Kirkeeide im letzten Stehendschießen des Tages gegen DSV-Athletin Franziska Preuß die Oberhand behielt. Deutschland erkämpfte nach 13 Nachladern und einer Strafrunde den dritten Platz (1:28,4 Minuten zurück).

Angetrieben durch eine starke Schlussläuferin Suvi Minkkinen kam das finnische Quartett auf den vierten Platz (drei Strafrunden, neun Nachlader, +2:07,7 Minuten). Nachdem sie beim zweiten Wechsel zwischenzeitlich auf Position zwölf zurückgefallen waren, kämpften sich die Schwedinnen nach zwei Strafrunden und 16 Zusatzpatronen noch auf den fünften Platz nach vorn (+2:42,8 Minuten). Dahinter folgte die USA (neun Nachlader, 2:56,9 Minuten zurück) auf Rang sechs.

Jeanmonnot gibt früh den Ton an

Beim Staffelrennen der Frauen waren die Bedingungen in Oberhof ähnlich schwierig wie zuvor bei den Männern – vor allem der Wind machte den Athletinnen zu schaffen. Die 16 gewerteten Teams leisteten sich insgesamt 194 Nachlader. Startläuferin Jeanmonnot blieb im ersten Liegendanschlag fehlerlos und legte damit die Messlatte hoch. Dahinter folgte Deutschland mit 20 Sekunden Rückstand. Anna Magnussons Missgeschick mit ihrem Gewehr kostete die Schwedinnen schon früh wertvolle Zeit.

Trotz dreier Nachlader stehend übergab Jeanmonnot als Führende an Michelon. Dahinter gingen die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold (+8 Sekunden) und die Italienerin Michela Carrara (+17 Sekunden) auf die nächste Runde. Michelon baute die Führung mit einem perfekten Liegendschießen dann auf 17 Sekunden vor der Slowakei aus und ging trotz zweier Nachlader mit 24 Sekunden Vorsprung vom Stehendschießen davon.

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Braisaz-Bouchet tadellos

Braisaz-Bouchet übernahm beim zweiten Wechsel 30 Sekunden vor der Slowakei, weitere 13 Sekunden dahinter folgte Norwegen. Die Olympiasiegerin von 2022 schoss liegend etwas zurückhaltender, räumte aber alle Scheiben ab. So wuchs der Vorsprung auf 46 Sekunden. Karoline Offigstad Knotten hatte Probleme beim Nachladen, sodass Norwegen 1:07 Minuten Rückstand aufwies. Braisaz-Bouchet blieb auch bei ihrem zweiten Schießen fehlerlos, sodass der französische Vorsprung auf 1:29 Minuten gegenüber der ebenfalls fehlerfreien Janina Hettich-Walz aus Deutschland anwuchs.

Kirkeeide springt auf Rang zwei

Franziska Preuß und Maren Kirkeeide übernahmen 1:30 bzw. 1:32 Minuten hinter Julia Simon. Liegend brauchte die Französin zwei Nachlader, während dahinter Preuß 5 Sekunden vor ihrer norwegischen Kontrahentin zurück in die Loipe ging. Stehend räumte Simon die fünf Ziele blitzsauber ab und ließ damit keine Zweifel am französischen Sieg aufkommen. Kirkeeide tat es ihr gleich und holte dadurch Rang zwei vor Preuß, die durch drei Nachlader auf den dritten Platz zurückfiel.

Fotos: IBU/Heilwagen, Yevenko, Nordic Focus

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