Fünf brennende Fragen an... Julia Simon

Julia Simon ist mit einem Paukenschlag in die neue Saison gestartet. An den ersten zwei Wochenenden der neuen Saison fanden nur fünf der hundert in Wettkämpfen abgegebenen Schüsse nicht ihr Ziel, und alle im Stehendanschlag. Damit liegt ihre Trefferquote im Liegendanschlag weiter bei spektakulären 100 %. Ein fehlerfreier Sieg in der Verfolgung von Kontiolahti, ein zweiter Verfolgungssieg und ein dritter Platz im Sprint in Hochfilzen, und nun läuft sie zum ersten Mal in ihrer Karriere im begehrten gelben Trikot. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte sie am vergangenen Wochenende mit einer Glanzleistung als Schlussläuferin der Staffel, natürlich mit fehlerfreiem Schießen.

Mit 143 Starts ist Simon alles andere als ein Neuling im Weltcup. Die 27-Jährige ist die amtierende IBU Single-Mixed-Weltmeisterin mit Antonin Guigonnat, gewann in Peking im vergangenen Februar eine Silbermedaille mit der gemischten Staffel und hat im Weltcup immerhin schon 30-mal in Staffel- und Einzelrennen auf dem Podest gestanden. In dieser Woche freut sie sich darauf, vor Freunden, Familie und ihren begeisterten französischen Fans im Weltcup von Annecy Le Grand Bornand anzutreten. Es wäre wohl kaum überraschend, wenn sie sich mit mühelosem fehlerfreiem Schießen einen Podestplatz oder zwei als frühes Weihnachtsgeschenk sichern würde.

Wir haben Julia fünf Fragen gestellt...

Biathlonworld: Du hast gesagt, dass es zwei Jahre gedauert hat, dein Schießen zu verbessern. Was war dabei das Schwerste?

Julia Simon: Das Schwerste daran, mein Schießen zu verbessern, war zu akzeptieren, dass es zwei Jahre dauern würde, bis ich eine gute Schützin bin. Insbesondere im Liegendanschlag braucht das Zeit. Ich musste mit meinem Liegendschießen bei Null anfangen, und das hat lange gedauert. Jetzt bin ich sehr froh, weil es jetzt stabil ist.

BW: Wie cool war es, in einem Rennen mit vier Schießen fehlerfrei zu bleiben? Wie lange ist das schon dein Ziel?

JS: Das Schießen im Verfolger von Kontiolahti war einfach gigantisch. Vorher war mein Schießen gut, aber eine Scheibe blieb immer stehen. Das war für mich ein großes Ziel in diesem Jahr, aber jetzt habe ich es gleich beim ersten Weltcup von meiner To-Do-Liste streichen können. Ich bin sehr froh, dass die Saison so begonnen hat.

BW: Hattest du damit gerechnet, in dieser Saison das gelbe Trikot zu tragen?

JS: Ganz ehrlich, ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, in dieser Saison das gelbe Trikot zu tragen. Mein Ziel war es, mich auf das Schießen zu konzentrieren und konstant gute Leistungen zu liefern. Das ist schon der Wahnsinn. Ich genieße es sehr, und es macht mir großen Spaß, mit diesem Trikot an den Start zu gehen.

BW: Wenn du nach zwei zweiten Plätzen im Vorjahr jetzt an Le Grand Bornand denkst, wäre es einfach das beste Weihnachtsgeschenk, da dieses Jahr zu gewinnen?

JS: Le Grand Bornand war natürlich fantastisch mit zwei Podestplätzen vor heimischem Publikum. Das war klasse. In diesem Jahr hoffe ich auf ein besseres Ergebnis, einen Sieg. Das wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk. Wir werden sehen, ob es klappt, und ich hoffe, dass uns viele Menschen anfeuern kommen. Meine Familie und Freunde werden da sein, die Daumen sind also gedrückt.

BW: Gibt es etwas, das du an Wettkampftagen immer machst, um dich mental einzustimmen?

JS: Ich habe keine Rituale vor einem Rennen. Morgens frühstücke ich und gehe kurz spazieren, nur um nachzudenken und ein bisschen frische Luft zu schnappen. Danach bereite ich mich auf das Rennen vor, aber es gibt nichts, was ich immer mache. BW: Und für den Spaß... welches französische Essen fehlt dir am meisten, wenn du auf Reisen bist?

JS: Mir fehlt vor allem Brot, wenn ich auf Reisen bin, weil das in Frankreich sehr gut ist, und perfekt für das Frühstück. Ansonsten, zum Beispiel in Italien, ist einfach alles perfekt, da fehlt mir also nichts. Das französische Brot fehlt mir auf Reisen sehr.

Fotos: IBU/Hendrik Osula, Jasmine Walter, Vianney Thibaut

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