Fünf brennende Fragen an Margie Freed

Die letzte Runde bei der Mixed-Staffel am Sonntag in Otepää ist wohl eine, die Margie Freed so schnell nicht vergessen wird. Sie war Schlussläuferin der US-amerikanischen Staffel bei deren historischem dritten Platz, für die USA der erste Podestplatz überhaupt bei einer Mixed-Staffel im Weltcup. Freudestrahlend über die Ziellinie zu laufen und dann den jubelnden Mannschaftskameraden in die Arme zu fallen, dieser Moment ist wohl unbezahlbar.

Für das Team USA war dieser Podestplatz in der Mixed-Staffel auch ein Stück weit Wiedergutmachung. Vor sechs Wochen hatte die tschechische Staffel ihnen noch auf den letzten Metern der Mixed-Staffel in Nove Mesto den dritten Platz weggeschnappt, aber diesmal konnte ihnen niemand mehr gefährlich werden. Freed ist dabei nicht seit Jahren auf dieser Position gesetzt und mit einem großen Biathlon-Erfahrungsschatz unterwegs. Sie ist noch relativ neu im Weltcup und absolvierte ihre ersten Weltcup-Starts in der Saison 2023/24. Ihren Einstieg machte sie an der High School und für den Hochschulsport im Langlauf und qualifizierte sich als Biathletin dann mit einer persönliche Bestleistung, einem 21. Platz mit nur einem Fehler im 15 km Einzel, für Mailand/Cortina.

Beim Packen für die Weiterreise nach Oslo am Sonntagabend beantwortete Freed unsere fünf brennenden Fragen und eine Bonusfrage über ihre Pläne zuhause in den USA, wenn sie nach fünf Monaten in Europa zurückkommt.

Biathlonworld: Wie optimistisch wart ihr im Team heute vor dem Start, nachdem ihr den Podestplatz in Nove Mesto knapp verpasst hattet?

Margie Freed: Ich hoffe in den Team-Disziplinen immer auf gute Ergebnisse, weil man dann zusammen feiern kann. Das ist immer ein gutes Ziel!

BW: Wie war das mit der Nervosität, als Deedra nach dem Stehendschießen auf ihre letzte Runde ging und du wusstest, dass du mit deutlichem Vorsprung starten wirst?

MF: Ich war schon sehr nervös, als ich gesehen habe, dass Deedra als Erste übergeben wird. Aber ich weiß, dass mir die Strecke liegt und ich am Schießstand ruhig bleiben kann.

BW: Warst du innerlich auf der Flucht, als dir nach dem Liegendschießen Elvira und Maren auf den Fersen waren, oder konntest du Ruhe bewahren und dein Ding machen?

MF: Ich habe versucht, weiter gleichmäßig zu laufen und mich an ihnen zu orientieren. Beim Schießen habe ich mich einfach auf die Treffer konzentriert. Beim Biathlon kommt es darauf an, dass man bei sich bleibt und es genießt.

BW: Wie war der Zweikampf mit Lena auf der letzten Runde, in dem Wissen, dass es ein Podestplatz wird, egal wer vor bleibt?

MF: Ich habe auf der letzten Runde wirklich alles aus mir herausgeholt! Es war wichtig, auf allen Streckenabschnitten stark zu laufen. Ich war an den Anstiegen stark, aber sie war einfach überall stark! Ich hatte gar keine Zeit, über die Platzierung nachzudenken, weil ich wirklich hart gekämpft habe!

BW: Hättest du dir jemals vorstellen können, im Weltcup auf dem Podest zu stehen, als du zum Biathlon gewechselt bist?

MF: Ich habe mit Biathlon angefangen, um mal etwas Neues auszuprobieren, und hätte nie gedacht, dass das so schnell klappt, und dann noch als Team, mit einem historischen Ergebnis! Wow! Biathlonworld Bonusfrage: Was sind die ersten drei Dinge, die du machen wirst, wenn du nach der Saison nach Hause kommst?

MF: Ich werde meine Freunde umarmen und dann klassisch Langlaufen gehen. Und dann ziehe ich ein neues Outfit an, weil ich seit der Abreise im November immer die gleichen angehabt habe!

Das klingt nach einem guten Plan, und wenn Margie dann auf ihren Langlauf-Skiern unterwegs ist, wird sie sicher zurückdenken an diesen Zieleinlauf im Tehvandi-Stadion ... und vielleicht davon träumen, das zu wiederholen – oder noch zu verbessern, nächstes Jahr am selben Ort, bei den IBU Weltmeisterschaften 2027.

Fotos: IBU/Dmytro Yevenko, Nordic Focus

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