Der dritte Platz zusammen mit ihrem Teamkollegen Fabien Claude war ein Meilenstein in der Karriere von Bened, doch nicht ihr erster Erfolg. In der letzten Saison gewann sie die Gesamtwertung im IBU Cup sowie in der Verfolgung und im Massenstart. Vor einigen Jahren sicherte sich die heute 25-jährige die Goldmedaille im Einzel der Damen bei den IBU Juniorenweltmeisterschaften 2021. Und sie führte die französischen Juniorinnen zu Staffelgold.
Wenige Stunden nach ihrer Heldentat in der Single-Mixed-Staffel in Östersund beantwortete Bened uns fünf brennende Fragen und verriet, was sie am meisten an zu Hause vermisst, wenn sie den ganzen Winter unterwegs ist.
Biathlonworld: Es war nicht Ihr erster Weltcup, aber was ging Ihnen heute beim Warten auf den ersten Wechsel durch den Kopf?
Camille Bened: Ich war ziemlich ruhig und habe mich darauf gefreut, in die neue Saison zu starten. Ich konnte es nicht erwarten, auf die Strecke zu gehen.
BW: Haben Sie geglaubt, dass Sie noch einen Podestplatz erreichen können, als Sie auf die Schlussrunde gegangen sind? War es schwieriger als erwartet?
CB: Nach dem letzten Schießen war Marlene direkt vor mir, das heißt, auch der Treppchenplatz war vor meiner Nase. Ich hatte ein Ziel: sie einzuholen. Es war nicht leicht, aber ich wollte unbedingt zum ersten Mal im Weltcup aufs Podest.
BW: Wie trägt ein Tag wie dieser zu ihrem Selbstbewusstsein bei? Schließlich stehen in den nächsten Tagen die Einzelrennen an.
CB: Ein Tag wie dieser bringt sehr viel Selbstvertrauen mit sich. So kann ich entspannter an die Einzelrennen herangehen. Obwohl man natürlich die ganze Arbeit erneut machen muss, bin ich gut in Form und kann es kaum erwarten, einzeln zu starten.
BW: Welche wichtige Lektion haben Sie in den vielen IBU-Cup-Saisons gelernt?
CB: Durchhaltevermögen. Ich habe viel Zeit im IBU Cup verbracht und einige Verletzungen und physische Probleme erlebt. Aber ich habe nie aufgegeben. Ich stehe heute hier, weil all diese Herausforderungen mich geprägt und mich stärker gemacht haben.
BW: Jetzt haben Sie Ihren ersten Podestplatz erreicht. Was ist Ihr nächstes Ziel?
CB: Ein Treppchenplatz in einem Einzelrennen. Dieser erste Podestplatz hat mich hungrig nach mehr gemacht. Ich will noch viel mehr.
Biathlonworld-Bonusfrage: Welche drei Dinge vermissen Sie am meisten an zu Hause während der Saison?
CB: Meine Familie, denn ich hänge sehr an ihnen. Französisches Essen, denn nach italienischem Essen ist es das beste überhaupt… Und mein Bett 😅
Aufgrund ihres Talents, ihres Durchhaltevermögens und ihrer Beharrlichkeit sollten wir nicht überrascht sein, wenn Camille Bened schon sehr bald zu den besten drei Athletinnen in einem Weltcup-Einzelrennen gehört.
Fotos: IBU/Per Danielsson, Christian Manzoni, Nordic Focus