Fillon Maillet schafft Hattrick mit Sprintsieg in Otepää

Der Franzose Quentin Fillon Maillet schoss fehlerfrei, flog über die letzten 3,3 km, überholte den Norweger Sturla Holm Laegreid und sicherte sich den Sprint der Herren über 10 km in Otepää in 22:27,4. Fillon Maillets zweiter aufeinanderfolgender Sprintsieg plus sein Verfolgungstriumph letzte Woche verschafften dem französischen Starathleten einen lupenreinen Kontiolahti/Otepää-Hattrick: Den ersten in seiner Karriere. Laegreid blieb ebenfalls fehlerfrei und wurde mit einem Abstand von 7,2 Sekunden Zweiter. Platz drei ging an Benedikt Doll aus Deutschland, der es den beiden anderen am Schießstand gleich tat, aber am Ende 11,1 Sekunden hinter dem Sieger lag.

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Fillon Maillet sichert Sieg Nummer 10

Fillon Maillet war voller Selbstbewusstsein, als er den zehnten Saisonsieg einfuhr und seinen Vorsprung in der Weltcupgesamtwertung und in der Sprintwertung damit ausbaute. „Es sah vielleicht einfach aus, aber das war es nicht. Ich bin sehr froh. Es war ein gutes Rennen. Ich war vor dem Wettkampf sehr selbstbewusst. Ich wusste, ich konnte mich hier genauso gut konzentrieren wie in Kontiolahti und nicht an die anderen Athleten denken. Sauberes Schießen, schnelles Laufen. Ich weiß nicht, wann dieser Traum enden wird. Es ist alles so perfekt. Ich hätte nie gedacht, dass ich heute gewinnen würde… Wieder ein Sieg. Wieder war es perfekt. Das ist gut für die Gesamtwertung und die Sprintwertung… sehr gut.“

Erschöpfung

Trotz seiner grandiosen Schlussrunde gab der Sieger zu, dass die Erschöpfung ihn langsam einhole. „Ich fühle mich ein bisschen müde. Nach jedem guten Rennen gibt man Interviews, muss zur Siegerehrung, in die Mixed-Zone und zur Pressekonferenz. Das kostet nach jedem Rennen viel Energie. Ich bekomme nicht genug Ruhephasen und fühle mich deshalb etwas ausgelaugt.“

Wie die Top 3 schafften auch die nächsten drei Athleten 10/10. Laegreids Teamkollege Vetle Sjaastad Christiansen kam auf Rang vier, 16,3 Sekunden hinter dem Franzosen. Platz fünf ging an Roman Rees aus Deutschland mit einem Rückstand von 29,6 Sekunden. Und der Litauer Vyautas Strolia landete 30,1 Sekunden hinter dem Sieger auf Rang sechs.

Otepää: BMW IBU Weltcup-Premiere Nach zwei Ausgaben der IBU

Sommerbiathlonmeisterschaft, der IBU Offenen Europameisterschaft, IBU Cups und der IBU JJWM gab Otepää heute sein Debüt als Austragungsort eines BMW IBU Weltcups. Der Sprint der Herren war der erste Weltcupwettkampf, der je in Estland ausgetragen wurde. Über die Jahre wurde das Tehvandi Sports Centre kontinuierlich ausgebaut und auf die große Premiere vorbereitet. Nach zwei Trainingstagen waren die 86 Herren nun bereit, die schwierigen Strecken und den meistens vom Winde verwehten Schießstand in Angriff zu nehmen. Die Bedingungen waren perfekt für ein Sprintrennen. Fast frühlingshaft mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp über 0°C. Es war sogar fast windstill.

Laegreid gibt den Takt an

Laegreid blieb als einer der ersten liegend fehlerfrei und ging 18 Sekunden in Führung. Er setzte die Messlatte für seinen Teamkollegen Christiansen hoch. Der kam genau so schnell wie Laegreid zum Schießstand, räumte alle Scheiben ab und ging nur drei Sekunden hinter dem Führenden auf die nächste Runde. Der Träger des Gelben Trikots und Martin Ponsiluoma folgten mit ebenfalls sauberen Schießeinlagen. Sie lagen 5 bzw. 7 Sekunden zurück. Doll schob sich mit einem meisterhaften Schießen auf Rang zwei, nur 2,5 Sekunden hinter Laegreid. Lesser schoss ebenfalls perfekt und lag 3,3 Sekunden zurück.

Heißer Kampf beim Stehendschießen

Laegreid kam zum Stehendschießen, gab drei perfekte Schüsse ab, zögerte dann und setzte die letzten beiden eher verhalten ins Ziel. Er baute seinen Vorsprung auf 28 Sekunden aus. Christiansen schoss extrem schnell, traf alle fünf Scheiben, lag aber dennoch 5 Sekunden hinter seinem jüngeren Teamkolegen. Fillon Maillet zog nach und lag drei Sekunden zurück. Ponsiluoma verfehlte die letzte Scheibe und fiel aus der Führungsgruppe heraus. Doll blieb auch stehend fehlerfrei und lag 3,8 Sekunden auf Rang drei hinter Christiansen. Insgesamt kämpften vier Athleten um drei Podestplätze.

Fillon Maillets überragende Schlussrunde

Der Norweger brachte seinen Vorsprung ins Ziel, doch Fillon Maillet holte mit jeder Zwischenzeit auf. Bei Kilometerpunkt 7,9 lag der Träger des Gelben und Roten Trikots nur noch 2,5 Sekunden zurück. Christiansen hatte einen Abstand von 9 Sekunden. Fillon Maillet flog über die Strecke und hatte 500 Meter vor dem Ziel einen Vorsprung von 4 Sekunden herausgearbeitet. Er setzte seine unglaubliche Geschwindigkeit bis ins Ziel fort und sicherte sich so seinen zweiten aufeinanderfolgenden Sprintsieg. Im Ziel war er 7,2 Sekunden schneller als Laegreid.

Laegreid: „Zweiter Platz ist wie ein Sieg“

Laegreid war zufrieden mit seinem zweiten Platz. „Der zweite Platz fühlt sich heute wie ein Sieg an. Niemand kann Quentin schlagen, die Legende. Wir haben unser Bestes gegeben. Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden.“ Über sein fehlerfreies Rennen nach drei Strafrunden im Sprint von Kontiolahti sagte er: „Ich habe versucht, die Schüsse automatischer abzufeuern und alles andere zu vergessen. Ich wollte nicht nachdenken. Der Schießstand liegt mir außerdem, denn der Puls geht sehr stark nach unten und man kann alles im normalen Rhythmus erledigen. Darin bin ich gut.“

Doll schiebt sich auf Platz drei

Doll zeigte, wie Fillon Maillet, eine starke Schlussrunde. Bei Kilometer 7,9 kam er fast an Christiansen heran. Bis Kilometer 9,5 hatte er sich einen Vorsprung von 5 Sekunden auf den Norweger erarbeitet und überquerte die Ziellinie als Dritter.

Ins Rollen kommen

Doll sagte, dass er Zeit gebraucht hatte, bis er ins Rollen gekommen sei. Aber dann wurde es ein guter Renntag. „Man muss sich gut aufwärmen. Bei all diesen schwierigen Anstiegen (am Start) ist es schwer, ins Rennen hineinzufinden… Am Ende ist die Strecke weniger anstrengend und man hat viel Zeit, sich aufs Schießen vorzubereiten. Das hat man beim Schießen gesehen. Viele Athleten haben schnell gefeuert und oft fünfmal getroffen… Beim Training habe ich mich nicht so sicher gefühlt, vor allem im Stehendschießen. Aber im Rennen habe ich mich aufs Treffen konzentriert und mir gesagt: ‚Wenn es schwarz ist, schießt du. Wenn nicht, dann schießt du nicht.‘ Das hat geklappt.

Fotos: IBU/Hendrik Osula

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